Jurymitglied: Veronika Müller (Vorauswahl-Jury)

Kurzprofil auf einen Blick

Name: Veronika Müller

Beruf/Funktion: Sprecherin und Gründerin der Regionalgruppe Unterfranken des Vereins NaturGarten e.V., Naturgarten-Zertifiziererin vom NaturGarten e.V., Hobbynaturgärtnerin und liebende Mama

Fachgebiet: Hobbymäßige Aufklärung über Instagram sowie durch Führungen im eigenen Naturgarten mit Fokus auf gefährdete Arten bzw. Arten der Roten Liste; Naturgartenprämierungen beim NaturGarten e.V.

Bezug zu Wildbienen, Naturgärten oder Biodiversität: Mich hat die Leidenschaft für Naturgärten und Biodiversität gepackt. Einige Jahre vor meiner Umgestaltung zum Naturgarten durfte ich einen seltenen Schmetterling in unserem Garten entdecken: Anania funebris (Rote Liste Deutschland 2 – stark gefährdet). Damals wusste ich zwar, dass er gefährdet ist, aber noch nichts über die wichtigen heimischen Pflanzenarten, die ihn gezielt unterstützen können. Ich finde es wahnsinnig spannend, wie alles zusammenhängt. Besonders interessieren mich gefährdete Arten, da man mit ihnen gezielt auf Probleme aufmerksam machen kann.

Seit wann Jurymitglied? Seit 2026

Lieblingspflanze für Wildbienen: Natternkopf (Echium vulgare) 

Lieblingsinsekt: Besonders faszinieren mich der Wollschweber sowie zwei seltene Arten mit besonderer Bedeutung für mich: Anania funebris, der die Abhängigkeit spezialisierter Insekten von heimischen Pflanzen verdeutlicht, und Callicera aurata (vom Aussterben bedroht), deren Vorkommen eng an intakte, alte Waldstrukturen mit wassergefüllten Baumhöhlen gebunden ist. 

Wie bist du zum Naturgarten gekommen?

Ich wurde über das Naturgartenforum (Facebook) auf das Thema aufmerksam. Zu Beginn war ich etwas überrascht, wie deutlich die Mitglieder die Fakten benannten, was mich zunächst abschreckte. Doch dann verstand ich es und lernte immer weiter dazu. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann auch so argumentiere? Ich beobachtete alles im Garten, setzte Projekte um und las über alles Mögliche nach.

Mich hat die Artenvielfalt einfach gefesselt. Ich denke, der entscheidende Moment lag bereits vor der Zeit des Naturgartens: die oben genannte Begegnung mit Anania funebris. Mit meinem stetig wachsenden Wissen über Naturgärten und Biodiversität wurde mir bewusst, wie wichtig das alles ist. Als 2023 meine Tochter geboren wurde, hatte ich zudem viel Zeit zu lesen. Ich wünsche mir, dass sie mit dieser Vielfalt aufwachsen darf. Leider wird sie von Generation zu Generation und Jahr für Jahr immer geringer. Sie ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Jede Art ist schützenswert.

Mich fasziniert, wie spezialisiert Insekten sein können – besonders gefährdete Arten haben es mir angetan. Außerdem begeistert es mich zu sehen, wie meine Tochter auf Insekten reagiert und am liebsten alle auf die Hand nehmen möchte. 

Anania funebris zieht sich wie ein roter Faden durch meine Entwicklung. Mich umtreibt der Gedanke, dass diese faszinierende Art so stark gefährdet ist und ich sie bisher nur einmal fotografieren konnte. Werde ich sie wiedersehen? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Außerdem hat mich geprägt, wie viel Unwissenheit es selbst in bestimmten Fachbereichen gibt.

So sieht mein eigener Naturgarten aus

Wir haben unseren Garten im Herbst 2024 begonnen, zu einem Naturgarten umzugestalten.

Zu den Projekten, die ich bei „Deutschland summt“ eingereicht habe, gehörten:

30 qm Magerbeet

Halbschattenbeet am Haus

Käferkeller

Sumpffass

Sitzplatz mit Fugengrün

Entfernung invasiver Neophyten

Hangbepflanzung mit Gehölzen

Verteilung von viel Totholz

Anzucht weiterer heimischer Arten (über 100 Arten)

Was habe ich seitdem noch getan? Direkt um unser Haus gibt es nicht mehr viel Fläche, deshalb gibt es nur noch kleinere Projekte. Auf der restlichen Fläche steht die richtige Pflege sowie das weitere Entfernen invasiver Neophyten im Fokus. Ich habe an der Trockenmauer ein Beet angelegt, das zu 99% mit selbst vorgezogenen Pflanzen bepflanzt wurde. Ein weiteres Projekt, das sich noch in der Entstehung befindet, soll eine abgemagerte Fläche werden, ebenfalls umrandet mit Totholz, einer Backsteinmauer sowie einem Sumpffass. Ich bin schon gespannt, wie es wird.

Ich habe ein Beet mit unterschiedlichen Gräserarten angelegt, da Gräser oft unterschätzt werden und einen hohen ökologischen Wert haben. Es entstand eine Infotafel direkt an der Straße. Eine weitere möchte ich am Waldweg anbringen. Dort kläre ich über das Thema Naturgarten und Artenschutz auf.

Wir haben unser 3.000 qm großes Grundstück um weitere 3.200 qm erweitert. Dort befinden sich eine Magerwiese mit Baumbestand, eine kleine Lichtung und ein Wald. Die Hälfte ist ein FFH-Schutzgebiet.

Am liebsten hätte ich noch mehr Platz zur Gestaltung. Allerdings werde ich die Magerwiesen vor allem gut pflegen und nur wenig eingreifen, da hier bereits eine große Vielfalt vorhanden ist. Vermutlich wird dort noch eine Benjeshecke entstehen sowie Steinhaufen für Eidechsen. Eine Sickermulde wäre ebenfalls interessant, ist aber eher ein Projekt für die Zukunft. Ich liebe es, durch unseren Garten zu streifen. Das Magerbeet ist einer meiner Lieblingsorte, da dort so viel Betrieb ist. Es freut mich sehr, dass meine kleine Tochter (mittlerweile 3 Jahre alt) ebenfalls so begeistert von den Insekten ist. Sie möchte am liebsten alle in die Hand nehmen und wartet geduldig. Auch mein Mann hat vor Kurzem eine Wanze entdeckt, die er noch nicht kannte, und zeigte mir die Wanze. Die Freude war groß, da es sich um eine Harlekinwanze (Odontotarsus purpureolineatus) handelte, die stark gefährdet ist. Es ist einfach schön, wie alle an einem Strang ziehen. Es macht mir große Freude, auch andere Menschen an meinem selbst erlernten Wissen teilhaben zu lassen.

Ein Blick hinter die Kulissen der Juryarbeit

Es ist mein erstes Mal als Jurymitglied, und ich bin schon sehr gespannt, was mich alles erwartet. Ich werde besonders auf die Vielfalt und die Leidenschaft achten. Es ist einfach schön zu sehen, wenn Menschen mit vollem Herzen dabei sind.

Persönlicher Tipp für Teilnehmende

Wenn man es nicht versucht, hat man schon verloren.

Empfehlungen und eigene Projekte

Ich zeige auf Instagram (@naturnaher.garten) die Tier- und Pflanzenwelt in unserem Naturgarten. Meine Bilder enthalten einen farbigen Punkt, der zeigt, wie stark eine Art in Deutschland gefährdet ist. Das ist mein Herzensprojekt, und es macht mir sehr viel Freude.

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Veronika – Sprecherin NaturGarten e.V. RG Unterfranken (@naturnaher.garten) • Instagram-Fotos und -Videos instagram.com

Verein:

– NaturGarten e. V. (Regionalgruppe Unterfranken)

– Die Summer e. V. 

Webseiten:

https://www.bfn.de/gefaesspflanzen

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