Kurzprofil auf einen Blick

Name: Oliver Zwirner
Beruf/Funktion: Dipl. Wirtsch.-Ing
Bezug zum Natur- und Artenschutz: Seit 2012 Gestaltung des eigenen Naturgarten, aktiv im Naturgarten e.V. und der AG Donaumoos Langenau e.V., Mitglied in der DGaaE, dem Naturnahe Weidelandschaften e.V., im BUND und LBV, Preisträger des Landesnaturschutzpreises Baden-Württemberg 2024 u.a.
Seit wann Jurymitglied? 2024
Lieblingspflanze: Alle gebietseinheimischen Wildpflanzen, von der Saalweide über den Weißdorn bis zu Acker-Witwenblume, Natternkopf und Hornklee.
Lieblingsinsekt: Absolut alle! Aber Wespenspinnen finde ich ganz besonders faszinierend, da sie auch ein sehr guter Zeiger für naturnahe Wiesen sind – eine unserer artenreichsten Landschaftsformen.
Wie bist du zum Naturgarten gekommen?
Seit meiner Kindheit bin ich naturverliebt. 2012 konnten wir nach aktiver fünfjähriger Suche ein ehemaliges Maisfeld am Ortsrand von Langenau erwerben, dass sich für eine „Renaturierung“ anbot. Wie vermutlich viele andere auch haben wir zunächst mit Nisthilfen für Wildbienen gestartet. Da reichte natürlich in keiner Weise für einen artenreichen Naturgarten. Wir haben Fehler gemacht, dazugelernt und immer ganz viel Spaß gehabt. So wurde dann allmählich ein Naturgarten daraus.
So sieht mein eigener Naturgarten aus
Als private Initiative gestalten wir, v.a. meine Frau Lisa und ich, ein mehrfach ausgezeichnetes Naturgarten-Projekt in Langenau bei Ulm. Getreu dem Motto „Vorbild Wildnis“ hat unser mehr als 3.000 qm große Naturgarten weniger den typischen Charakter eines Gartes als der einer naturnahen, halboffenen Landschaft. Mit allen wichtigen Zutaten wie Magerflächen, Wiesenbereiche, Teiche, Bäume, Totholz, Steine oder Wildsträucher. Unsere Wiesen mähen wir nach einem mehrstufigen Mahdkonzept, welches neben der Mosaik- und Staffelmahd auch überjähriges Stehenlassen von Teilflächen beinhaltet.
Unsere Erfahrungen und Ergebnisse teilen wir in Blogs, Gartenführungen und Vorträgen, u.a. in Kooperation mit der vh ulm.
Ein Blick hinter die Kulissen der Juryarbeit
Bei der Juryarbeit achte ich vor allem auf die Auswahl der Pflanzen, das Angebot an Strukturen wie Wasser, Totholz etc. und die Langfristigkeit des Projekts. Für mich spielt aber auch eine Rolle, wie die Teilnehmenden ihre Erfahrungen multiplizieren und wieviel Engagement und Arbeit in dem Projekt erkennbar ist. Um von all dem einen möglichst realistischen Eindruck zu bekommen, sind mir auch aussagekräftige Bilder wichtig. Dazu gehören Aufnahmen, die einen guten Überblick über euer Projekt zeigen. Bilder von einer einzelnen Blüte mit einer Biene drauf sind oft hübsch, helfen uns in der Jury aber leider nicht.
Übrigens bin ich von der Arbeit unserer Vorauswahl-Jury völlig begeistert. Deren Qualität war in den letzten Bewertungsrunden nach meinem Ermessen über jeden Zweifel erhaben .
Ein Blick hinter die Kulissen der Juryarbeit
Bei der Juryarbeit achte ich vor allem auf die Auswahl der Pflanzen, das Angebot an Strukturen wie Wasser, Totholz etc. und die Langfristigkeit des Projekts. Für mich spielt aber auch eine Rolle, wie die Teilnehmenden ihre Erfahrungen multiplizieren und wieviel Engagement und Arbeit in dem Projekt erkennbar ist. Um von all dem einen möglichst realistischen Eindruck zu bekommen, sind mir auch aussagekräftige Bilder wichtig. Dazu gehören Aufnahmen, die einen guten Überblick über euer Projekt zeigen. Bilder von einer einzelnen Blüte mit einer Biene drauf sind oft hübsch, helfen uns in der Jury aber leider nicht.
Übrigens bin ich von der Arbeit unserer Vorauswahl-Jury völlig begeistert. Deren Qualität war in den letzten Bewertungsrunden nach meinem Ermessen über jeden Zweifel erhaben .
Persönlicher Tipp für Teilnehmende
Ganz einfach: Informiert euch gut über Wildpflanzen, die in euerer Gegend einheimisch sind. Wenn ihr dann noch ein Verständnis dafür entwickelt, welche Pflanzen und Strukturen (z.B. Totholz, Wasser, Steine) welche Tieren fördern, dann seid ihr schon auf dem richtigen Weg. Berücksichtigt dabei aber nicht nur Nektarpflanzen, denkt auch an Futterpflanzen für die vielen weniger sichtbaren Tierchen wie Raupen, Wanzen, Grashüpfer oder Zikaden. Ansonsten: Einfach loslegen, alles weitere kommt (fast) von selbst.
Empfehlungen und eigene Projekte
Jedem, der einen Naturgarten gestalten möchte – egal ob Anfänger oder Profi – empfehle ich unbedingt den Naturgarten e.V. (https://naturgarten.org). Der Verein vermittelt fundiertes Wissen zur Artenvielflat im eigenen Garten und steht immer mit Rat beiseite. Alleine die Mitgliederzeitschrift halte ich für gehaltvoller als manch dickes Buch.
Übrigens haben in unserem Naturgarten über 1.000 Arten mit Bild dokumentiert, wer möchte, kann unser Projekt auf iNaturalist (https://www.inaturalist.org/projects/naturgarten-langenau) live verfolgen. Wer unsere umfangreiche Website besuchen möchte, ihr findet uns unter www.naturgarten-langenau.de.