Vom klassischen Schrebergarten zum Naturgarten

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65 m²

Kleingartenparzellen

Sachsen, 01217 Dresden

Ein Naturgarten in Dresden (2 Personen)

Im Winter 2024 haben wir einen Garten in einer Kleingartensparte übernommen.

Für uns stand von Anfang an fest, dass wir diesen Garten naturnah gestalten wollen, gerade weil es davon noch viel zu wenige Gärten in den klassischen Sparten gibt.

Die Begeisterung für das Thema Garten begann schon ein Jahr zuvor, als wir noch gar keinen eigenen Garten hatten. Ich habe unendlich viele Bücher und Videos zu verschiedenen Themen angeschaut und mir so das Wissen angeeignet, was später in alle unsere Projekte geflossen ist.

Im ersten Jahr lag der Fokus auf der Anlage unseres Anbaugartens.

Als Neubesitzer hatten wir die Auflage erhalten, diesen vergrößern zu müssen. Da wir sowieso gerne Gemüse und Obst anbauen wollten, und die Vielfalt der Tomatensorten lieben, taten wir dies auch gerne. Als Tomatennerds, bauen wir immer 20 – 25 unterschiedliche Sorten an. Wir gießen die Pflanzen nur bei der Pflanzung und danach nicht mehr. Nur in Ausnahmefällen, sollte es eine Pflanze mal anzeigen.

Im Anbau ziehen wir zu 95% alle Pflanzen selber vor.

Die Anlage der Beete, war ein ganz schöner Kraftakt, aber es hat sich gelohnt. Hierbei geht auch nochmal ein Dank an unseren Kumpel hinaus.

Wir verzichten bewusst auf Torf, Pestizide und andere für Tiere schädliche Stoffe.

Wir mulchen unsere Anbaubeete, düngen mit Kleedünger und bewässern mit Tontöpfen unterirdisch. Das spart Wasser und macht weniger Arbeit.

Betonnisthilfen für Vögel, speziell auch Halbhöhlenbrüter Nistkästen und Wildbienennistplatten zogen schon im ersten Jahr mit ein.

Ende 2025 begannen wir so langsam damit, uns dem naturnahen Umbau unseres Gartens zu widmen.

Uns war wichtig, den Garten mehrheitlich mit heimischen und vorallem auch vom aussterben bedrohten Wildpflanzen zu bepflanzen und somit die pflanzliche aber auch die tierische Artenvielfalt zu fördern. Da gerade im Hinblick auf das zunehmende Insektensterben und den spezialisierten Arten, heimische Wildpflanzen einfach so wertvoll und wichtig sind.

Ende September haben wir damit begonnen, die Baumscheiben von zwei 40+ jährigen Apfelbäumen zu bepflanzen. Es entstand ein Schatten- und ein Halbschattenbeet.

An dem Standort unseres alten Gewächshauses, legten wir eine Benjeshecke an. Dies sollte allerdings erst der Anfang sein, im weiteren Verlauf entstand in dieser eher schattigen Ecke unser Lieblingsplatz. Ein Wasserbiotop mit vielen heimischen Wasserpflanzen.

Im Garten haben wir viele alte Betonplatten und Steine ausgegraben. Diese haben wir wild aufgeschichtet und sind gespannt, ob dieser Berg irgendwann vom Efeu oder Gundermann begrünt sein wird. Mäuse und Marder haben wir in dieser Ecke schon entdecken können.

In einer sonnigen Ecke des Gartens, haben wir eine “wilde“ Kombination mehrerer Naturgartenelmente angelegt.

Ein großes unterteiltes Wildpflanzenbeet (viele Pflanzen im Frühjahr in Anzuchtplatten selber angezogen) + Totholz + Eidechsenburg mit Sandarium, alternativ als Eiablageplatz nutzbar + Steinmauer.

Da die Pflanzen mehrheitlich erst in diesem Jahr gepflanzt wurden, ist größentechnisch noch Luft nach oben.

Zu unserem Nachbarn haben wir noch ein paar heimische Gehölze und Stauden gesetzt. Es folgten außerdem noch weitere Nisthilfen für Vögel, Kröten und Wildbienen.

In diesem Jahr ging es ganz besonders tierisch bei uns zu. Es nistete ein Gartenrotschwanzpärchen im Nistkasten, eine Hornissenkönigin begann mit dem Nestbau, verfolgte dies aber aus unbekannten Gründen nicht weiter und wir zogen sechs Waldmäusekinder auf, deren Mutter ums Leben kam. Die ersten Libellen schlüpften in unserem Garten, wir haben einige Kröten bei uns wohnen, die Glühwürmchen zeigten sich im Juni, ein Igel kommt auch immer mal vorbei und die Waschbärenfamilie gehört auch zum Garten dazu.

Schon für diese ganzen Erlebnisse hat sich der Garten gelohnt!

Da wir von der Naturgartenbewegung überzeugt sind, haben wir unseren Garten im Juli 2026 von “Natur im Garten“ Sachsen auszeichnen lassen, außerdem bin ich seit diesem Jahr auch Mitglied im Naturgarten e. V..

Zukünftig soll noch viel mehr Totholz in den Garten einziehen, Versteckmöglichkeiten für Tiere, Käferkeller und viele weitere Wildpflanzen und Gehölze.

Es macht einfach soviel Freude, immer mehr Tiere und Pflanzen zu entdecken, sich Wissen anzueignen, dass alles mit dem Hobby der Fotografie zu verbinden, und einen kleinen grünen Ort zu haben, wo man Lebensräume für Tiere und Pflanzen erschaffen kann.

Ich finde es immer noch verrückt, dass wir in den letzten Monaten soviel am Garten verändert haben und frage mich manchmal, wie wir das in der kurzen Zeit geschafft haben.

Über unsere Gruppe

Zwei Menschen und ihr felliger Mitbewohner.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Das Wasserbiotop: Ist am pflegeleichtesten, da dieser Bereich die meiste Zeit des Tages im Schatten liegt. Die Pflanzen sind so abgestimmt worden, dass sie dem Wasser Sauerstoff geben, das Wasser reinigen und die Oberfläche beschatten. Da Bäume daneben stehen, müssen wir hin und wieder Blätter rausholen oder abgestorbene Pflanzenteile entfernen. Wasser mussten wir bisher kaum nachfüllen, da dies diverse Regengüsse taten. Die Herbst/Wintersaison steht uns noch bevor. Die Baumscheibenbeete /Das Wildpflanzenbeet: Die gesetzten Pflanzen dürfen wachsen, wie sie wachsen. Wenn es bei der Art möglich ist, wird nach der ersten Blüten geschnitten, damit sie ein zweites Mal in diesem Jahr in Blüte geht. Zum Ende des Jahres bleibt alles so stehen wie es ist, erst im späten Frühjahr werden evtl. noch vorhandene Halme gekürzt. Da wir viel Laub durch die Obstbäume haben und das Laub komplett verwenden, kommt es auch auf diese Beete. – Textfeld leider zu Ende-

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder