Vom "Fußballrasen" zur Kinderstube

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50 m²

Privatgärten groß (ab 500 m²)

Sachsen, 01259 Dresden

Die Maggis (4 Personen)

Im Januar 2024 hatten wir das Glück, mit unserem Hausgarten beginnen zu können. Von den Vorbesitzern hatten wir einige Pflanzen übernommen, doch überwiegend bestanden Vorgarten und Hausgarten aus gepflegtem Rasen. Auf den Beetflächen standen vereinzelt Hortensien.
Im ersten Jahr setzen wir erste Bäume, um den sonnigen Garten zu beschatten, und – wie ich geprägt bin- kaufte ich viele Hortensien, um meinen Garten zu gestalten. Ansonsten kümmerten wir uns zunächst um das Anlegen unseres Nutzgartens.
Im Jahr 2025 stieß ich im Mutterschutz auf einzelne YouTube-Accounts, die über heimische Pflanzen und deren Bedeutung für die Tierwelt aufklärten. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über spezialisierte Wildbienen und Falter und deren Bedrohung durch fehlende Futterpflanzen. Also beschloss ich, unseren Garten neu zu denken. Ich erzählte meinem Mann davon, welche Strukturen Insekten brauchen, und wie ich ihn kenne, war er sofort dafür zu begeistern. Eine Woche nach der Geburt unserer Tochter starteten wir mit dem Anlegen eines Miniteichs. Nur acht Wochen nach der Fertigstellung zog der erste Grasfrosch in den Miniteich ein und laichte. Im Herbst 2025 erweiterte ich unser Staudenbeet mit vielen heimischen Stauden und legte einen Sumpfkübel an. Zu Besuch kamen zunächst vor allem die beiden Honigbienenvölker unserer Nachbarschaft, aber nach und nach konnte man vereinzelt Wildbienen entdecken. In unserem ersten „Naturgartenjahr“ stand anschließend die Beseitigung einiger invasiver Neophyten im Vorgarten an. Dort hatte die Asienfetthenne das Beet fast vollständig eingenommen, kombiniert mit Kanadischer Goldrute. Im Juli und August wurden dieses Beet und ein neu angelegtes Beet im Hausgarten mit heimischen und bienenfreundlichen Neophyten bepflanzt.
In diesem Jahr stand ich sehr mit mir selbst im Zwiespalt. Ich wollte einen Garten, der auch „klassischen“ Gärtnern gefällt. Es sollten keine Probleme mit den Nachbarn entstehen, weil stark versamendes „Unkraut“ aus meinem Garten in ihren gepflegten Rasen wächst. Der Vorgarten sollte dem klassischen Schönheitsideal entsprechen, damit Passanten nicht denken, unser Garten sei ungepflegt. Wie viel Altbestand an Pflanzen kann und will ich aus dem Garten entfernen und ist das für mich der richtige Weg? Auch ich selbst steckte in meiner Vorstellung eines ästhetischen Gartens noch sehr fest. Viele heimische Pflanzen und Pflanzungen sahen mir selbst zu „unordentlich“ aus. Aber je mehr ich mich mit Pflanzenporträts beschäftigte, umso mehr Pflanzen lernte ich aufgrund ihrer Bedeutung lieben. So veränderte sich mein Blick auf Gärten und ihre Gestaltung. Wie faszinierend ist es, dass Blüten von Frühlingsplatterbse und Lungenkraut ihre Farbe entsprechend ihres Nektarvorrats verändern? Ist es nicht beeindruckend, dass Blüten Linien zeichnen, welche Bestäubern den Weg weisen? Und ist eine schlafende Wildbiene im Storchschnabel nicht eines der bezauberndsten Dinge, die die Natur zu bieten hat?
Mit dem Beginn des Gartenjahres 2026 ging es dann richtig los. Ich lies die Vorstellung, dass mein Garten anderen gefallen muss, hinter mir und entschied mich, dass meine Freude in der Schaffung von Lebensraum liegt. Mein Mann war wie immer Feuer und Flamme und gemeinsam starteten unsere Projekte für dieses Jahr. Aus Samen, die ich einer lieben Naturgärtnerin aus Unterfranken abkaufte, wurden hunderte Pflanzen gezogen. Zuerst wurde vor die Thujahecke, welche schon viele Jahre als Grenzhecke dient, eine Reihe aus Sanddornbüschen gesetzt. Hinzu kam im März eine Benjeshecke auf der anderen Grundstücksseite, welche mein dreijähriger Sohn mit großem Elan verdichtete. Anschließend baute mein Mann einen Käferkeller aus Altholz. In den folgenden Tagen entstand an der Betonwand des Komposts, welcher von unseren Vorbesitzern gebaut wurde, eine teilweise befestigte Natursteinmauer, auf der sich nur einige Minuten nach Fertigstellung ein Wollschweber von der Sonne wärmen ließ. Im April wurde dann die Terrasse erneuert. Dort wuchsen auf einem Beet fleißig Berufkraut, Nachtkerze, Schmetterlingsflieder und die Kanadische Goldrute. Diese wurden entfernt, alle bisher eingesetzten Pflanzen zunächst ausgegraben und anschließend eine Terrassierung aus gebrauchten Sandsteinen gesetzt. Dort kamen dann teils im Vorjahr und teils frisch gekaufte heimische Stauden hinein. Im Mai konnte noch der Sumpfkübel, welcher im Herbst 2025 angelegt wurde, mit neuen Stauden erweitert werden und die große Umgestaltung endete vorerst mit dem Ausbringen einer Saatmischung auf dem Bereich, vor unserem neu zusammengebauten Gewächshaus (wie immer bei uns alles von Kleinanzeigen zusammengesammelt). Im Sommer habe ich dann gelernt: Die Schicht Sand, welche ich eingearbeitet hatte, war deutlich zu gering, um den Boden abzumagern. So wurde die gewollte Magerwiese zu einer Fettblumenwiese. Nachdem wir im Garten einige Tage den Gartenrotschwanz an unserem Miniteich trinken sahen, baute mein Mann ihm ein Vogelhaus, was er hoffentlich im nächsten Jahr beziehen wird.

Über unsere Gruppe

Wir sind eine vierköpfige Familie, die versucht, im Einklang mit der Natur zu leben. Wir geben alten Dingen, die andere nicht mehr haben wollen, eine zweite Chance und versuchen so, einen verwunschenen Garten für alle Lebewesen zu erschaffen. Mit uns leben hier – in einem eigenen, geschützten Bereich – auch vier gerettete Legehennen, die bei uns in aller Ruhe alt werden dürfen.

Vorher- & Nachher-Bilder

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Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

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Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

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Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

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Plan zur Gartenpflege

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder

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