Im Herbst 2025 wurde eine Wohnimmobilie mit kleinem Garten in einem Industriegebiet übernommen. Neben einer bereits vorhandenen Terasse bestanden zwei kleine ungepflegte Grünflächen. Eine davon bleibt als Spielfläche für Kind und Hund erhalten.
Im September/Oktober 2025 bestand noch kein Plan, aber ein Bereich von 16qm wurde erstmal komplett auf links gedreht. Also wurde ein Spaten angeschafft, denn die vorhandene Ausstattung war in absolut unbrauchbarem Zustand. Mit besagtem Spaten wurde erstmal die vorhandenen Vegatation aus wucherndem Fingerkraut und Kriech-Queken so gut als möglich entfernt und der Boden einmal umgegraben. Vom Gefühl her buddeln wir seitdem bis zum heutigen Tag noch täglich Reste des Fingerkrauts aus.
Übrig geblieben sind die Steinweichsel und zwei Rosenbüsche. Selbstverständlich wurden von den Vorbesitzern gefüllte Rosen gesetzt. Zum Wegwerfen aber trotzdem zu schade, daher stehen sie heute immernoch.
Über den Winter startete dann die Recherche. Diverse Naturgarten-Kanäle auf Youtube zogen uns nächtelang in den Bann und es wurde ein erstes Dokument angelegt, um das angehäufte Wissen zu konservieren. Schnell wurde das jedoch unübersichtlich und so entstand die Pflanzliste. Ein Dokument mit Pflanzen für unseren schweren, oft staunassen Lehmboden. Ergänzt wurden hierbei Infos zu Breiten- und Höhenwuchs der einzelnen Pflanzen sowie Angaben zur Giftigkeit für Hunde. Daraus enstand auf DIN A2 der Pflanzplan (handgemalt).
Nachdem Ende Februar der Schnee weggeschmolzen war, wurde Anfang März der Boden für die Trockenmauer ausgehoben und mit Kies und Sand vorbereitet, so dass Mitte März die Steine (die wir gratis aus einem anderen Garten abholen konnten) gesetzt werden konnten. Damit war die Trockenmauer das erste Element im neuen Beet. Wenig später viel auf dem Grünschnittplatz die größere der beiden Wurzeln auf. Diesen Schatz konnten wir uns glücklicherweise sichern. Mit Motivation im Rücken wurden nun die ersten Pflanzen bestellt.
Die Pflanzen kamen Ende März/Anfang April und wurden entgegen so mancher Bauernweisheit gesetzt. Zuvor wurde noch rasch der Boden mit Sand abgemagert. Kleiner Spoiler: Unser Mut, nahezu alles vor den Eisheiligen zu setzen wurde zum Glück belohnt. Ebenso Anfang April wurde die Grube für das kleine Sandarium ausgehoben (80cm) und mit Sand/Lehmboden-Mischung wieder aufgefüllt.
Bis Mitte April erinnerte das Beet eher an einen alten Kartoffel-Acker, aber ab Mai explodierte ein Großteil der Pflanzen und nun verbringen wir viel Zeit mit beobachten. Mit Blüte der Steinweichsel fingen die Ameisen an sich Blattläuse zu halten und es waren unfassbar viele Blattläuse und Ameisen. Doch dann tauchten Marienkäferlarven (asiatische) auf und die Blattläuse gingen zurück, ebenso die vielen Ameisen. Schön dachten wir, könnte ne Marienkäfer-Plage werden, aber ne: Ende Mai kam jeden Abend eine Hornisse vorbei und snackte die verpuppten Larven. Absolut faszinierend.






























