Auf unserem Schulhof gibt es insgesamt sechs Flächen, die nicht asphaltiert sind. Diese sechs Beete waren ursprünglich mit Gräserstauden (nur eine Art) bepflanzt. Die Gräser hielten jedoch den durchrennenden Kindern nicht stand, sodass schon bald nichts mehr wuchs. Mit den Jahren landeten viele kleine Steine, die der Winterdienst mit sich brachte, in den Beeten. Der Anblick: trostlos, trist, karg, grau-braun.
Im Winter bereits wandte sich die Schulleiterin, Manuela Müller, an den Bürgermeister mit der Idee, im Rahmen des erfolgreichen Schulprojekts “Nachhaltigkeit & Klimaschutz“ die tristen Beete in bunte und lebendige Biotope zu verwandeln. Dabei bot sie ihm an, einen Großteil der Kosten über das Projektgeld der Baden-Württemberg-Stiftung mitzufinanzieren.
Der Bürgermeister war von der Idee begeistert und kündigte an, dass sich auch die Gemeinde an den Kosten beteilige. Er kümmerte sich um den Kontakt zu einer Ingenieurin für Naturnahes Grün, die uns von Anfang an begleitete, die Planungen übernahm und uns bei der Umsetzung anleitete.
Der örtliche Bauhof ging Mitte Mai 2026 mit Erdarbeiten und dem Beschaffen von Baumstämmen, Kies, Humus, Mauersteinen usw. in Vorleistung, bevor eine Gruppe Schülerinnen und Schüler am 21.05.2026 damit begann, die ersten Beete mit Stauden der Gärtnerei Strickler zu bepflanzen.
Am selben Tag fand nachmittags eine gelungene Gemeinschaftsaktion statt: Über 30 Eltern und fast 40 Kinder tragen sich bei herrlichem Wetter auf dem Schulhof der Grundschule Bingen, um gemeinsam im Rahmen des Projekts „Nachhaltigkeit & Klimaschutz“ die Schulhof‑Beete neu zu gestalten. Unter der Leitung von Ingenieurin Ela Muche verwandelten sie die zuvor festgetrampelten, kargen und steinigen Flächen in lebendige kleine Biotope.
Entstanden sind vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen:
- Ein Sandbeet als wertiger Lebensraum für Wildbienen.
- Ein terrassenförmig mit Steinmäuerchen angelegtes Kräuter‑ und Duftbeet, das künftig auch Eidechsen Unterschlupf und Wärmeplätze bietet.
- Drei bunte Wildblumen‑Beete, die Insekten mit Nektar und Pollen versorgen.
Außerdem schufen einige Väter eine einladende Holzplattform‑Insel, auf der die Kinder künftig entspannen und die Natur beobachten können.
Der Schulhof glich während der Arbeiten einem Wimmelbild: emsiges Treiben, gemeinsames Pflanzen, Bauen und Graben — ein tolles Beispiel dafür, was Gemeinschaft leisten kann. Nach getaner Arbeit stärkten sich alle Beteiligten bei einem wohlverdienten Grillvesper, und der anstrengende Arbeitstag fand in gemütlicher Runde seinen Abschluss.
Diese Maßnahme schafft nicht nur neue Lebensräume für heimische Insekten und Reptilien, sondern bereichert auch unseren Schulalltag enorm: Ein grünerer Schulhof als Lern‑ und Aufenthaltsort für Kinder ist ein Gewinn für die ganze Gemeinde.
