Vom geraden Rasen zur wilden Vielfalt – wie aus einer Wiese ein Insektenparadies wird

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300 m²

Privatgärten klein (bis 500 m2)

Schleswig-Holstein, 23845 Itzstedt

Hannahs Tinygarten (1 Personen)

Moin, ich bin Hannah, 28 Jahre alt. Vor einem Jahr habe ich mir ein Tinyhouse gekauft, 23 qm, auf einem circa 300 qm großen Grundstück, das damals nur eine Wiese war. Von Gärtnern hatte ich keine Ahnung. Ich wusste nur: Ich möchte schöne Blumen, Nacktschnecken sind doof, Regenwürmer irgendwie nicht, und meine Nachbar*innen haben Honigbienen – die muss man ja unterstützen.

– Etappe 1: Gerade, hübsch und pflegeleicht.
Meine Mutter wohnt ganz in der Nähe und hat einen eigenen Garten, den ich zwar hübsch, aber ziemlich unpraktisch fand: viel zu buschig, wild, schlecht mähbar und ganz schön pflegeintensiv. Tipps von ihr wollte ich daher nur ungern annehmen.
Weil der Boden in meinem Garten ultra hart ist und ich mich mit einer Schaufel nur unglücklich gemacht hätte, habe ich mir erstmal einen langen Streifen fräsen lassen. Die übrig gebliebene Erde war so staubig, dass meine Beine bei der Gartenarbeit richtig braun wurden. Ich pflanzte eine rote Berberitze und zwei geschenkte Malven und wollte eigentlich nur einen “geraden“ Garten: einfach zu mähen, wenig Unkraut. Zu meiner Schande muss ich gestehen, sogar ein Mähroboter stand auf meiner Wunschliste.

– Etappe 2: Vize-Mutters Tipps, erste Impulse und die Idee eines Wettbewerbs
Im Herbst begann langsam ein Umdenken. Den größten und wichtigsten Part auf meiner Reise spielte und spielt bis heute meine Vize-Mutter Catherine, die letztes Jahr den 3. Platz in der Kategorie „Balkon“ gewann.
Über sie stieß ich auf diesen Wettbewerb, über ihren Instagram-Kanal auf eine ganz neue Welt. Wir sammelten gemeinsam Samen, sie erzählte mir Dinge, die ich vorher nicht wusste – zum Beispiel, welche Rolle ein Garten beim Insektensterben spielt. Ich lud mir NaturaDB und ObsIdentify runter, und plötzlich konnte ich gar nicht mehr aufhören, dazuzulernen.

Im Winter juckte es mich schon in den Fingern, endlich im Garten loszulegen und das Gelernte in die Tat umzusetzen – meinen Garten in einen Insektentraum zu verwandeln.

– Etappe 3: der Weckruf
Im März passierte dann das, was mir bis heute nachgeht: Der große Frühjahrsputz. Meine Ü70-Nachbarin und ich schnitten Mönchspfeffer, Berberitze, Blutweiderich – alles handbreit über dem Boden ab. Abends erzählte ich Catherine stolz davon. „Das ist ja schön“, sagte sie, „aber womöglich hast du es damit der nächste Insekten-Generation schwergemacht.“ Das war nicht, was ich wollte. Und das sollte mir nie wieder passieren.

– Etappe 4: Vom Wissen zum Handeln
Seit ich im Frühjahr den Wert heimischer Pflanzen für mich entdeckt habe, gärtnere ich anders und versuche nur noch diese anzuschaffen. Ich habe gelernt, was Neophyten sind und vor allem, dass jedes Tier in meinem Garten einen Job hat und sie sich gegenseitig bedingen. Je naturnaher ich gärtnere, desto mehr kümmern sie sich umeinander. Wenn die Blattlaus kommt, ist das gar nicht schlimm – warte ich einfach zwei Tage, kommt der Marienkäfer und erledigt den Rest. Und je mehr Lebensräume ich zum Beispiel für Igel schaffe, desto weniger Probleme habe ich mit Nacktschnecken. Naturnahes Gärtnern mit Respekt vor dem, was schon da ist.

– Ziel: Gastgeberin für Insekten und Co.
Am Ende will ich einfach nur eins: meinen kleinen Kolleg*innen (Insekten, Spinnen, Vögeln) und Kinderchen (Pflanzen) einen Ort geben, an dem immer genug zu essen und zu trinken da ist – und an dem sie aus dem Winterschlaf erwachen können, ohne abgesäbelt zu werden.

– Fakten
Inzwischen ist die Rasenfläche in der Unterzahl: gut 3/4 meines Grundstücks ist mit Blumen, Sträuchern und Bäumen bepflanzt, die nachhaltig sind und einen Mehrwert für die Tier- und Umwelt haben: NaturaDB bestätigt mir 60 Pflanzen, davon sind 55 heimisch.
Dadurch biete ich aktuell 1038 Tieren insgesamt einen Futter- und Lebensraum!

Über unsere Gruppe

Ich tobe mich auf der Versuchsfläche alleine aus.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Ich verwende weder Pestizide noch chemische Mittel, achte darauf, dass keine torfhaltige Erde in die Beete oder Blumenkübel kommt. Von einer befreundeten Schäferin bekomme ich regelmäßig gute „Kackwolle“ die ich als natürlichen Dünger einsetze. Funfact: Ein bisschen von der Wolle am Baum hängend, hindert Kimberly (das Reh) daran, alles wegzusnacken. Ich lasse das Herbstlaub liegen und versuche meine Nachbarn von den Vorteilen eines mähfreien Mais zu überzeugen. Momentan beschäftige ich mich mit dem Thema „Wasser“ und schaue wie ich das so effizient bzw. ressourcenschonend wie möglich hinbekomme.

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder

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