Moin, ich bin Hannah, 28 und habe mir vor einem Jahr ein Tinyhouse gekauft und wohne nun seit dem 01.08.2025 auf dem Tinyhouse Platz in Itzstedt. Ich wohne nun in einem 23 qm Haus auf einem circa 300 qm großen Grundstück und am Anfang war es einfach nur eine Wiese und ich hatte sehr wenig Ahnung, was ich am Anfang wusste war, ich möchte einfach ein paar schöne Blumen bei mir, Nacktschnecken sind doof, Regenwürmer irgendwie nicht und meine Nachbar*innen haben Honigbienen und die muss man unterstützen.
Dadurch, dass der Boden im Garten Ultra hart ist und ich mich mit einer Schaufel nur unglücklich machen würde habe ich erstmal einen langen Streifen in mein Garten Fräsen lassen. Die Erde die übrig war, war so staubig, dass meine Beine richtig braun waren. Die erste Pflanze die ich bekommen habe, war ein rote Berberitze und zum Geburtstag bekam ich zwei Malven geschenkt. Die sahen schön aus, deswegen kamen sie direkt in meinen Garten.
Meine Mutter wohnt auch auf dem Platz mit einem eigenen Garten, den ich ganz hübsch fand, aber sehr unpraktisch. Viel zu buschig, wild, nicht gut Mähbar und er wirkte sehr Pflegeintensiv. Von ihr bekam ich zwar Tipps, wollte sie aber nur ungern annehmen, weil ich ja einen richtig geraden Garten haben wollte, praktisch zum mähen, wenig Unkraut und zu meiner Schande muss ich gestehen, stand auf meiner Wunschliste auch ein Mähroboter.
Im Herbst begann langsam ein Umdenken. Ein großer und vorallem der wichtigste Part auf meiner Reise spielte und spielt immer noch meine Vize-Mutter Catherine Le Mellec, die letztes Jahr den 3. Platz in der Kategorie Balkon gewann. Von ihr bekam ich von diesem Wettbewerb mit und vorallem auf ihrem Instagram Kanal lernte ich immer mehr.
Im Herbst 2025 sammelten wir aus Akkeleien und Mohn die Samen und sie erzählte mir immer ein bisschen oder gab mir Tipps.
An einem Tag sprachen wir über das Insektesterben. Davon wusste ich zwar etwas, aber mir war die Rolle die ein Garten darin spielt nicht bewusst.
Sie gab mir den Tipp die Apps NaturaDB und ObsIdentify runterzuladen und das bewegte viel in mir. Ich beschäftigte mich immer mehr damit und es fing auch an mir richtig Spaß zu machen, dazu zu lernen. Ich telefonierte viel mit Catherine und sie wurde zu meiner meist kontaktierten Beraterin.
Im Winter juckte es mir sehr in den Fingern im Garten loszulegen und das gelernte in die Tat umzusetzen und meinen Garten in einen Insektentraum zu verwandeln.
Im März kamen die ersten warmen Tage, alle stürmten raus und fingen an „aufzuräumen“ und ich machte mit. Ich sah bei meinen Nachbarinnen wie sie alte Stängel abschnitten, Bäume beschnitten und „Unkraut“ rausrupften. Und ich machte mit. Ich nahm mir meine Ü70 Nachbarin zur Hilfe die einen sehr schönen aufgeräumten Garten hatte und bat mir zu helfen und das tat sie. Wir beschnitten meinen Mönchspfeffer, meine Berberitze und schnitten meinen Blutweiderich handbreit überm Boden ab. Am Abend erzählte ich Catherine davon die zu mir sagte „das ist ja schön, aber womöglich hast du damit die nächste Generation Insekten umgebracht“.
Das war nun gar nicht das was ich damit bewirken wollte und war richtig traurig darüber. Das wird mir nie wieder passieren.
Ich lernte weiter über die Rolle der heimischen Pflanzen, was Neophyten sind, naturnahes Gärtnern und vorallem, das jedes Tier in meinem Garten ein Job hat und die sich gegenseitig bedingen und das, je naturnaher ich gärtnere, desto mehr kümmern sie sich gegenseitig umeinander. Das wenn die Blattlaus kommt, das das nicht schlimm ist, sondern, dass ich einfach 2 Tage warten kann und dann kommt der Marienkäfer und kümmert sich drum. Und je mehr Lebensräume ich für z.B. Igel schaffe, desto weniger Probleme habe ich mit Nacktschnecken.

