In der Innenstadt beginnt der Öffentliche Raum meist direkt vor der Haustüre.
Eine Begrünung an dieser Stelle findet dort bisher jedoch kaum statt, da die Genehmigung/Freigabe von Seiten der Stadtverwaltung dafür oft nicht geklärt ist und Anwohner unsicher sind, ob sie diesen “Raum“ nutzen dürfen und wie. Geht man von einem Streifen von 0,5 bis 1 m ab der Hauswand, das Haus entlang, aus ist das eine Fläche, die meist ungenutzt ist, da direkt an der Hauswand weder geparkt, geradelt noch gegangen wird. Es ist also eine ideale Fläche für eine eigenverantwortliche Begrünung auf öffentlichem Grund. Gibt die Stadtverwaltung die Fläche “frei“, kann hier in Summe sehr viel Platz für Grün in der Innenstadt geschaffen werden – in Verantwortung der Anwohner.
In unserem Wohnquartier in der Innenstadt gehen wir diesen Weg bereits seit einiger Zeit. Regelmäßige “Pflanzaktionen“ verstärken den Impuls, hier tätig zu werden. Drei solcher “Impulse“ konnte ich bisher – mit Unterstützung weiterer Mitstreiter*innen – organisieren:
1. Betonpflanzkübel, die entsorgt werden sollten, in der Nachbarschaft unterbringen. Mit Unterstützung des Baubetriebshofes der Stadt und dem Grünflächenamt. Betonpflanzkübel in Summe: 12 Stück
2. #ulmblühtauf – Pflanzangebot der Stadt – Für unser Viertel konnte ich verschiedene Begrünungs-Konzepte schreiben und einreichen. Pflanzgefäße für Einzelhändlerin: ca. 15 Stück. Für die weitere Nachbarschaft: 12 Stück
3. Bewerbung bei Kulturabteilung für Konzept: »Kunst und Natur im öffentlichen Raum«. Gestaltung von Pflanzgefäßen und Strom-Verteilerkästen durch ortsansässigen Künstler: 4 Stück
Das Motivierende an den Pflanzaktionen ist für mich, dass die Menschen leicht dafür zu begeistern sind, es jedoch jemanden braucht, der die Umsetzung in die Hand nimmt. Steht mal der erste Pflanzkübel, kommen eigeninitiativ weitere Kübel dazu und auch über die Pflanzaktionen hinaus vermehren sich die Pflanzgefäße auf wunderbare Weise. Begrünung kann ansteckend sein.
Die Begrünung durch Pflanzgefäße sehe ich als ersten Schritt. Die nächsten Schritt sind es, wo möglich, auch direkt in den Boden zu pflanzen (durch Entfernen der Pflastersteine), sowie die Menschen bezüglich der Pflanzauswahl zu sensibilisieren und ihr Interesse für heimische Gewächse zu wecken.
Gerade bei Personen, die bisher wenig Bezug zu Natur und Pflanzen haben, muss sensibel vorgegangen werden, so dass keine Überforderung bezüglich Pflanzenauswahl und Fachwissen entsteht.
Um das Thema “Eigenverantwortliches Grün im öffentlichen Raum“ bekannter zu machen, biete ich, mit einer befreundeten Biologin des NABU, Stadtgrün-Führungen über die Ulmer Volkshochschule und das Touristik-Büro der Stadt an.
Parallel dazu habe ich einen Instagram-Account: begleit_gruen gestartet, um (vorwiegend) eigenverantwortliches Grün zu dokumentieren und andere dadurch zu inspirieren und zur Nachahmung zu motivieren.
Die folgenden Fotos sind nur eine kleine Auswahl und stehen exemplarisch für die Pflanzaktionen. Anhand der Fülle der Pflanzgefäße war es nicht möglich, alle zu zeigen.



































