Unser etwa 5 m² großer Nordostbalkon befindet sich im 3. Obergeschoss und erhält im Sommer nur bis etwa 12 Uhr mittags Sonne. Mit unserem Beitrag möchten wir zeigen, dass auch auf einem schattigen Stadtbalkon mit überwiegend heimischen Pflanzen wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten entstehen kann.
Schritt für Schritt entwickeln sich verschiedene kleine Lebensräume: Ein wiederbelebter Kräuterturm, eine neu gestaltete Zinkwanne, Totholz, markhaltige Stängel, eine Insektentränke und heimische Wildpflanzen bieten Nahrung, Wasser, Nistmöglichkeiten und Rückzugsorte. Besonders schön ist es zu beobachten, wie früh im Jahr bereits Hummeln und Wildbienen die ersten Blüten besuchen.
Mitten in Mannheim, einer der heißesten und am stärksten versiegelten Städte Deutschlands, trägt der Balkon auch zum Mikroklima bei. Die dichte Bepflanzung beschattet den Balkon, sorgt durch Verdunstung für Abkühlung und macht ihn selbst an heißen Sommertagen zu einem angenehmen Aufenthaltsort.
Unser Projekt zeigt außerdem, dass naturnaher Artenschutz nicht teuer sein muss: Mit knapp 100 € für heimische Pflanzen, Saatgut und eine Insektentränke sowie vielen wiederverwendeten Materialien entstand ein Lebensraum, der sich über Jahre weiterentwickelt – statt jedes Frühjahr komplett neu bepflanzt zu werden.
Besonders wichtig war mir ein möglichst langes Blütenangebot. Bereits im zeitigen Frühjahr öffnen Wildtulpen, Krokusse und Narzissen ihre Blüten. Im Sommer übernehmen heimische Wildstauden, und bis in den Herbst sorgen weitere Arten für Nahrung.
Zwischen Blüten und summenden Besuchern ist der Balkon zu unserem grünen Wohnzimmer geworden. Hier lesen, entspannen und staunen wir gemeinsam über Wildbienen, Schmetterlinge und andere kleine Gäste. Die Lichterkette, die teilweise auf den Bildern zu sehen ist, bleibt meist aus und wird nur zum Lesen eingeschaltet, damit die Nacht den Insekten gehört. Dass wir Natur mitten in der Stadt jeden Tag unmittelbar erleben können, macht diesen Ort für unsere Familie besonders wertvoll.









































