Angefangen hat alles damit, dass ich-so ganz ohne grünen Daumen, immer das Gefühl hatte, auch nach vielen Stunden Arbeit im Garten nie fertig zu sein. Alle wünschten sich einen schönen grünen Rasen. Das Vertikutieren, Düngen, Nachsähen war jedoch schnell umsonst, wenn danach nicht ausreichend gewässert wurde. Zudem der viele Giersch, die wilde Brombeere und der Breitwegerich, von allem viel zu viel. Blühen tut dafür leider gar nichts,… dachte ich.
Mein Sohn war damals noch klein und wir freuten uns so an den schönen Blumen in Nachbars Garten, an dem wir täglich vorbeigekommen sind. Auch unser Garten sollte endlich schöner werden. Nur wie? Angesichts der immer trockener werdenden Sommer wollte ich nicht viel Gießen müssen, etwas Platz für Hochbeete, Spielbereiche und Verstecke für meinen Sohn, Früchte zum Naschen und möglichst keine neuen Pflanzen die giftig sind.
Schnell bin ich auf Begriffe wie Prärie Staudenbeete, oder Naturnahe Pflanzungen gestoßen. Dann auf das Thema bienenfreundliche Pflanzen. Also Landschaftsgärtner angefragt, die solche Begrifflichkeit auf der Homepage hatten. Aber, zur dieser Zeit gab es wenige Betriebe mit entsprechendem Fachwissen zu solchen Pflanzungen. Daher habe ich mich weiter auf die Suche gemacht, mich tiefer eingelesen und das Thema heimische Wildpflanzen für mich entdeckt. Es war dann noch ein längerer Weg bis zur ersten Umsetzung.
Zwischenzeitlich ist der gemeinschaftliche Garten aufgeteilt und ich stelle euch hier die Gartenfläche hinter dem Haus vor, die ich seit 2021 nach und nach umgestalte. Ich nenne ihn “Garten Seelenglück“, denn das ist für mich mittlerweile so. Anfangs habe ich ein Jahr beobachtet und mit staunen entdeckt was tatsächlich alles so wächst und jeweils entschieden was bleibt und was doch besser weichen sollte. Heute freue ich mich über das was die Natur von ganz alleine bringt, bedauere wenn etwas gegangen ist, pflege den Giersch und die Brennnessel und bin total zufrieden mit der natürlichen Wildblumenrasenfläche, die mittlerweile Zuwachs vom Spitzwegerich bekommen hat. Oft setze ich mich einfach in eine der Sitz- Ecken und beobachte das viele treiben, das summen und brummen.
Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim anschauen der Fotos.
Über unsere Gruppe
Den Garten bewirtschafte ich alleine. Am Anfang habe ich Beratung gesucht und ein Konzept für das gesamte Grundstück, mit einem Fachbetrieb erstellt. Für den Bau der Trockenmauer oder schwerere Arbeiten kamen verschiedene Betriebe.
Vorher- & Nachher-Bilder
Traufbereich Fichte 2020
Vorher
Traufbereich unter der Fichte mit angrenzender Sitzfläche
während der Arbeiten
Traufbereich Fichte 2024
Nachher
Heutige Sitzfläche
Vorher
Nachher
Kompostplatz bis 2022
Vorher
Heute eine Benjeshecke
Nachher
Schattenecke hinter der Garage
Vorher
Schattenecke
Nachher
Naschgarten mit Wiesenblumenbeet
Nachher
Vorher
Panorama
Nachher
Auch das Garagendach wurde zwischenzeitlich erneuert und begrünt
Vorher
Artenreich mit Sandlinsen, Thotholz und Steinen
Nachher
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)
Hochbeet Ecke
Die Hochbeete sind zum größten Teil mit mehrjährigen Stauden in Mischkultur bepflanzt. Gemulcht wird mit Rasenschnitt und Schafswolle vom Bauern. Tomaten, wilde Rauke, Schnittlauch, Rhabarber, Walderdbeeren, Melde, Gänsedistel, Ewiger Kohl, Apfelminze, Zuckerschoten, Borretsch, Gewürzfenchel,…
Naschgarten
Johannisbeeren, Erdbeeren, Thymian, Melisse, Feige, Pimpinelle und viele heimische Wiesenblumen. Rechts Weinrebe, Stachelbeeren, Brombeeren und Erdbeeren. Im Hintergrund das schattige Naschbeet.
Trockenkünstler
Schmetterlings-und Insektenbeet. Felsennelke, Karthäusernelke, Goldhaaraster, Gelbe Skabiose, Schwertalant, Färberkamille, Natternkopf, Bergminze. Hinter dem Steinhaufen eine Berberitze
Essbares Schattenbeet
Himbeere, Erdbeeren, Waldmeister und Waldlabkraut, Scharbockskraut, Waldsauerklee, Nesselkönig
Wiesenblumenbeet
Wiesenstorchschnabel, Teufelsabbiss, Wiesenflockenblume, Kamille, kleine Braunelle, Gundermann, Wittwenblume, Duftskabiose, die Wegwarte und die Wilde Möhre kommen und gehen…
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)
Sumpfbeet
mit Wasserstelle, die gerne von Vögeln zum baden genutzt wird.
Käferkeller mit Steinpyramiede oben daraufBenjesheckeSteinhaufen sonnig
darunter auch eine Höhle aus Holz und mit Laub gefüllt.
TrockenmauerTotholz im GartenSandbeet 2026
Das bisherige Sandbeet musste umziehen, da unsere Fellnase viel zu gerne darin gebuddelt hat.
und gleich ist eine sandgrabende Wespe eingezogenInsektenhotel…und seine BewohnerWeinbergschneckeneues Igel versteck im bauNeuer Totholz/Reisighaufen
Oft habe ich Pflänzchen übrig und stelle sie zum Mitnehmen bereit. Da der Natur-Garten hinter dem Haus liegt ist er von aussen nicht einsehbar. Aber vorne, am Eingang stelle ich immer wieder etwas bereit. Manch Interessierte Nachbar oder Freunde werden durch den Garten geführt.
Aktuell stelle ich ein paar Pflanzen vor, die die Hitzewelle auch ohne Gießen, ganz gut überstanden haben.
Die Pflanzen sind an unserem Gartenzaun für alle sichtbar.
essbare heimische Wildpflanzen
finde ich besonders spannend 🙂
Plan zur Gartenpflege
Im Frühjahr werden die Stauden zurückgeschnitten und beobachtet was kommt und was gegangen ist. Manchmal setzte ich neue Pflänzchen. Die Rückschnitte kommen auf den Kompost. Dieses Frühjahr war ich hauptsächlich damit beschäftig die Hochbeete wieder fit zu machen und den Kompost an einen neuen Platz umzusetzen.
Im Sommer schneide ich frühblühende Stauden zurück. Hier sammle ich noch Erfahrungswerte wann was nochmals treibt. Der „Wildwuchsrasen“ wird nach Bedarf gemäht, dabei bleiben immer Blühinseln an verschiedenen stellen stehen. Da wir eine mächtige Fichte im Gemeinschaftsbereich haben und die Wurzeln in die Rasenfläche wachsen haben wir ohnehin ziemlich schnell eine ausgetrocknete Fläche. Gewässert wird ausser es wurde frisch gepflanzt nur bei Bedarf.
Im Herbst mache ich viel zu wenig. Dieses Jahr möchte ich wieder Frühblüherzwiebeln setzen. Die bisherigen sind in den letzten beiden Jahren gut gekommen, aber dieses Jahr sehr wenige.
Pflanzliste
Viele Pflanzen habe ich oben bei den Beeten mit aufgeführt.
Alter Baumbestand: Fichte, Magnolie, Hasel, Sauerkirsche, Schwarzer Holunder, Apfel- und Zwetschgenbaum. Ein Chinesischer Wacholder, der dem Garten einen Mediterranen Flair gab hat in den letzten Jahren leider seine Lebensgeister verloren. Vor vielen Jahren hat ihm ein Sturm die Spitze gekostet, dann die trockenen Sommer und zuletzt konnte er sich gegen den Prachtkäfer nicht mehr wehren. Jetzt steht er als Totholzstamm und dient der Rosa Maria Lisa als Klettergerüst. In den alten Käferlöchern habe ich schon viele kleine Wildbienen beobachtet.
Waldbeet um den Fichtenstamm: kleines Mädesüß, Stellaria holostea-Sternmiere, Akelei, Waldlabkraut und Duftveilchen, Waldhabichtskraut.
Traufbereich: Felsennelke, Goldhaaraster, Karthäusernelke, Gelbe Skabiose, schwertblättriger Alant, Bergminze, Mädesüß , Thymian, Kamille, Dost und Berberitze.
Naschgarten: Johannisbeeren, Erbeeren, Weinrebe, Brombeere, Zitronenmelisse, Katzenminze, Heilziest, Thymian, hohe Schlüsselblume, Feige und Polei-Minze.
Wiesenblumenbeet: Wiesenflockenblume, Schlüsselblume, Kamille, Wiesenstorchschnabel, Wiesenpippau, Rispenflockenblume, Braunelle, Duftskabiose, Wilde Karde, Wegwarte, Margerite, Pimpinelle.
Schattenbeet hinter Trockenmauer: Himbeeren, Maibeere, Scharbockskraut, Bärlauch, Waldlabkraut, Waldmeister, Zimbelkraut, kriechender Günsel, Nesselkönig, Wirbeldost
Sumpfbeet: Sumpfvergissmeinnicht, Sumpfdotterblume, Binse, Sumpfschwertlilie, Froschlöffel.
Allgemein: Spitz- und Breitwegerich, Brennnessel, viel Giersch, Wilde Möhre, Kratzdistel, Gänsedistel, Fingerkraut, Gunderman, Löwenzahn, persischer Ehrenpreis…