Ausgangssituation
Die Parzelle wurde im Dezember 2019 übernommen. Der Vorpächter hatte den Garten in den drei Jahren zuvor sich selbst überlassen, was einerseits Herausforderungen, andererseits aber eine wertvolle Grundlage bot: Die Natur hatte bereits begonnen, sich ihren Platz zurückzuholen. Das erste Jahr diente bewusst der Beobachtung: Welche Pflanzen halten sich? Welche Tiere nutzen den Garten? Wo liegt das naturnahe Potenzial? Auf Basis dieser Erkenntnisse entstand ein Konzept, das Naturschutz und Nutzgarten sinnvoll miteinander verbindet.
Umgesetzte Maßnahmen
Im Jahr 2021 wurde die bestehende Hütte durch einen naturnahen Holzneubau ersetzt (Fertigstellung August 2021). Gleichzeitig wurden 90 Prozent der Plattenwege entfernt, um versiegelte Fläche in offenen, belebten Boden zurückzuverwandeln.
Ab 2022 erfolgte die Umsetzung des Pflanzkonzepts mit fachlicher Begleitung einer erfahrenen Naturgärtnerin. Die wichtigsten Einzelprojekte:
• Vier neue Beete mit standortgerechten, heimischen Pflanzen
• Entfernung nicht heimischer Pflanzenarten ohne ökologischen Mehrwert
• Anlage einer Vogelhecke aus heimischen Sträuchern
• Versetzung des bestehenden Feuchtbiotops an einen ökologisch günstigeren Standort
• Aufhängen mehrerer Insektenhotels als Nisthilfen für Wildbienen und andere Nützlinge
Ausblick
Der Garten wird als kontinuierlicher Prozess verstanden. Weitere Einzelprojekte sind für die kommenden Gartenjahre geplant, um die Artenvielfalt schrittweise weiter zu fördern. Ziel ist ein Garten, der gleichzeitig Nutzgarten, Naturraum und Treffpunkt für Freunde und Familie ist.
Der Garten soll nicht nur persönliches Projekt bleiben, sondern auch zur wachsenden Akzeptanz naturnaher Bepflanzung in der gesamten Kleingartenanlage beitragen. Gespräche mit Gartenkollegen, gegenseitige Besuche und das sichtbare Beispiel vor Ort sind dabei die wirksamsten Mittel, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.



