Omas für Vielfalt

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35 m²

Vereins- und Gemeinschaftsgärten, Liegenschaften und Sonstige

Hamburg, 22765 Hamburg

Omas für Vielfalt (10 Personen)

Lebenslanges Lernen
Im teils schattigen Innenhof einer der in Hamburg verbreiteten Blockrandbebauung gab es bislang einen gut besuchten Spielplatz, private Terrassen und vermooste Rasenflächen.
Aus zwei der anliegenden Häuser haben wir zwei Rentnerinnen uns zusammengetan.  Wir wollten anfangs nur eine Senior*innen- Ecke schaffen, nach vielen Jahren in turbulenten Berufen und Familien , in der wir uns zum geruhsamen Austausch treffen können. Wir sorgten nach 25 Jahren ohne Gartenpflege für einen fachgerechten Schnitt der Mirabellenbaüme und Haselsträucher für mehr Licht.  Entwickelt hat sich im zweiten Jahr eine auf Wildbienen ausgerichtete Gartenoase mitten in Altona, die auch die Kinder im Hof zu Erkundungen anlockt. Eine ehemalige Küchenbank mit Tisch hat uns das Reepschlägerhaus gestiftet. Ein echter Hingucker und Treffpunkt. Biodiversität  ist uns beiden ein großes Anliegen. Wir haben schon viel über die Zusammenhänge dazu gelernt und tun das weiter, lebenslanges Lernen !  Die nachhaltige weitere Gestaltung der Hochbeete und die Pflege der heimischen Wildpflanzen macht uns Freude und findet bei den Nachbar*innen Anerkennung und bewirkt Nach-, wenn nicht Umdenken auf Terrassen und Balkonen. Blumenerde mit Torf z.B. ist jetzt ein No-Go !

Über unsere Gruppe

Wir beide Initiator*innen wohnen in zwei Wohnprojekten (eins für Alleinerziehende Mütter und eins für Frauen* ab 60 J.). Die Idee fand in beiden Projekten Zuspruch nach dem Motto „macht mal!“. Also haben wir begonnen, Mutterboden und Sand besorgt, eine Struktur geschaffen mit Hochbeeten und Staudenbeeten, den vermoosten Rasen gelichtet und gesät und gepflanzt.Neugierige Nachbarn kamen oft vorbei, die Kinder haben uns beim Gießen geholfen und für unsere „Bienenweide“ ein wunderschönes Bild gemalt. Beim Hoffest im letzten Sommer war unsere Bank immer belegt und wir konnten Einblicke in unser Schaffen geben. In diesem Jahr haben wir beschlossen, was 2023 auf meinem kleinen Balkon möglich war, auch in unserer Oase umzusetzen: noch mehr Lebensraum für die Wildbienen ! Wir haben uns bei Veranstaltungen, Führungen und Vorträgen des NABU, des BUND, der Loki-Schmidtstiftung und beim Asphaltsprenger-Festival weiter schlau gemacht und viel gelernt. Im Kontakt mit Urban Gardening-Projekten, dem Klima-Energie-Bunker-Garten, im Garten des Willkommenshaus, bei Pflanzen- und Samentauschmärkten und diversen Kleingärtner*innen sind wir im ständigen Austausch über unsere und deren Erfahrungen. Auch beim Hamburger Zukunftsentscheid waren wir engagiert und mit den jungen Leuten von FFF in erfrischenden Gesprächen. Elke arbeitet als ehemalige Kita-Leitung außerdem im Forum Frühkindliche Bildung des HHer Masterplans BNE mit und hat bei der Entwicklung der neuen Kita-Bildungsleitlinien mitgewirkt, die BNE zur Querschnittsaufgabe erklären. Netzwerktreffen finden im Umweltzentrum Karlshöhe statt. Gabriela war bis zu ihrer Verrentung als Geologin in der BUKEA beschäftigt und aktiv für `Grünes Netz Hamburg´. Sie pflegt weiterhin ihre Kontakte. Wir wirbeln wie die Bienen… Inzwischen sind auch noch mehr Omas involviert, einige Jugendliche sind immer ansprechbar, wenn wir Hilfe brauchen und Enkel*innen haben für uns Nisthilfen gebaut.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Wir handhaben das ganz locker, schließlich sind wir in Rente. Wir sind dabei, in Feld und Wald und auch in unserem Garten Samen zu sammeln. Im September gehen wir das Projekt „Blumenwiese“ an und werden ein Stück Rasen entsprechend vorbereiten (Rasensode abheben, Boden mit Sand abmagern und aussäen). Im Herbst werden wir evtl. einige Stauden nachpflanzen und lediglich das Laub vom Rasen auf die Beete verteilen, nachdem wir Blumenzwiebeln gesteckt haben. Platz für Laubhaufen gibt es sicher auch.Baum- und Strauchschnitt wird die Hausverwaltung veranlassen.Dabei fällt sicher Holz für kreative Nutzung ab. Der Herbstputz in den Nistkästen ist dann auch dran. Im Winter füttern wir die Vögel. Ansonsten halten wir es mit Flora und Fauna gemeinsam mit Winterruhe in Vorfreude auf Frühlinsfarben und erstes Summen. Im Frühjahr bereiten wir die Kaltkeimer vor und beschneiden unsere Kräuter. Dann kommt die Zeit der Stauden und Warmkeimer, Verdorrtes kann jetzt raus. Mähen ist im Juni dran.

Pflanzliste

Stauden: Hier haben wir alle Pflanzen gelistet, die wir bei uns identifizieren konnten. Etliche haben wir gepflanzt oder gesät, einige haben sich innerhalb des Hofs und der Balkone ringsum versäht oder wurden uns von den Vögeln geschenkt. Bisher geblüht haben oder blühen noch Winterling,  Löwenzahn,  weißes Buschwindröschen, Krokus,  Bärlauch, Maiglöckchen, Schlüsselblume, Waldmeister,  Gänseblümchen, Taubnessel, Beinwell, Lungenkraut, Knoblauchrauke, kriechender Günsel , Lichtnelke , Habichtskraut , Ehrenpreis , Scharbockskraut , Katzenminze, Thymian , Borretsch,  Klee, Storchschnabel, Hasenglöckchen, Schöllkraut, Leinkraut, Mauerlattich, Ysop, Männertreu, Taubnessel, Goldnessel, Himbeere, Erdbeere Husarenknöpfchen , Cosmea ,  Roter u. weißer Fingerhut , Kamille,  Margerite,  Johanniskraut, Glockenblume, Kapuzinerkresse, Lavendel, Salbei , Ringelblume, Klatschmohn, Wilde Möhre, Löwenmäulchen,  Kerbel, Silberkraut, Oregano, Sonnenblume, Schneefelberich, Brennessel, Giersch   Wiesensaat:  Wir hatten Samenmischungen von NABU, Loki-Schmidt-Stiftung, Umweltzentrum und anderen sowie von Samentauschmärkten. Aber ohne Erfolg. Wir wollen uns im Herbst mit dem Boden befassen und uns dabei von der Beratungsstelle Moin Stadtnatur- Hamburg vor Ort beraten lassen. Gehölze: Gehölze im direkten Umfeld sind Haselnüsse, Feuerdorn und Mahonie. Außerdem stehen zwei Mirabellen- und ein Pflaumenbaum in der Nähe.

Jubelbilder