Vor zwei Jahren sind wir in unser Eigenheim mit Garten gezogen. Voller Ideen mussten wir uns zunächst jedoch in Geduld üben: Rund anderthalb Jahre warteten wir auf den Gartenbauer, der die grundlegenden Erd- und Natursteinarbeiten übernahm. Erst kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres wurden der Treppenaufgang sowie die rund 25 Meter lange Natursteinmauer fertiggestellt, die unser Hanggrundstück in zwei Ebenen gliedert. Mit dem Beginn des neuen Jahres konnten wir endlich mit der eigentlichen Gestaltung unseres Naturgartens starten.
Unser Ziel war von Anfang an, einen möglichst vielfältigen Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen zu schaffen. Bereits im ersten Herbst legten wir ein Mager- und Sandbeet mit Totholzhecke an. Zwei Sträucher, die den Bauarbeiten weichen mussten, fanden dort als Totholz ein zweites Leben. In das Beet integrierten wir ein Sandarium, verschiedene Totholzelemente und heimische Stauden. Im Frühjahr ergänzten wir die Fläche mit der gebietsheimischen Saatgutmischung „Bunter Saum“ von Rieger-Hofmann.
Im Frühjahr dieses Jahres pflanzten wir insgesamt 116 heimische Gehölze in drei Hecken. Im Vorgarten entstand eine zweireihige, etwa 6 × 7 Meter große Eckhecke aus heimischen Sträuchern. Im oberen Gartenbereich legten wir innerhalb der Einfriedung eine kleine Hecke aus Weißdorn und Wildrosen an. Entlang der rund 25 Meter langen Natursteinmauer pflanzten wir eine Hecke aus den heimischen Gehölzen Hainbuche, Rosmarinweide und Alpen-Johannisbeere, die den oberen Gartenbereich künftig strukturieren und zahlreichen Tierarten Nahrung und Schutz bieten wird.
Die Natursteinmauer selbst bepflanzten wir auf mehreren Ebenen mit rund 100 mehrjährigen, überwiegend heimischen Stauden, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst ein durchgehendes Blütenangebot schaffen sollen.
Statt eines klassischen Rasens säten wir die übrigen Gartenflächen mit gebietsheimischem Wildpflanzensaatgut von Rieger-Hofmann für das Ursprungsgebiet Erzgebirge ein. Die Mischung besteht aus 50 % heimischen Wildblumen und 50 % Gräsern und schafft so eine artenreiche, standortgerechte Wiesenfläche. Auch ein schattiger Randbereich am Treppenaufgang wurde durch Bodenabmagerung und die gebietsheimische Schattensaum-Mischung von Rieger-Hofmann ökologisch aufgewertet.
Ergänzt wird unser Garten durch weitere Kleinstrukturen wie eine Lehmnistwand für Wildbienen in einem sogenannten Weinstein sowie einen sonnig gelegenen Steinhaufen. So entsteht Schritt für Schritt ein naturnaher Garten mit vielfältigen Lebensräumen, der Nahrung, Nistplätze und Rückzugsorte für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und viele weitere Tierarten bietet.
Unser Garten ist noch nicht fertig – und genau das macht ihn aus. Er soll niemals ein Statussymbol sein, sondern ein Lebensraum für alle: für Menschen ebenso wie für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und die vielen kleinen Lebewesen, die unsere Natur lebendig machen. Jeder neue Schritt bringt ein Stück mehr Vielfalt in unseren Garten und macht ihn zu dem Ort, den wir uns von Anfang an gewünscht haben.
