Vor vier Jahren wurden 60 m³ Rollrasen umgestaltet. Heute prägen den Garten Wildblumen und heimische Pflanzen und es blüht ganzjährig. Zuerst wurde das Mähen reduziert, Düngung und Bewässerung wurden eingestellt. Auf der Naturwiese blühen nun Salbei, Wiesenflockenblume, Wilde Möhre, Margerite, Schafgarbe, Wiesenstorchenschnabel, Johanniskraut und viele weitere Kräuter. Die Samen und Pflanzen kamen von alleine oder wurde in der Umgebung gesammelt. Die Standort angepasste Vegetation spart Wasser. Reduzierte Chemie schont die Umwelt. Natürlicher Pflanzenschutz erfolgt durch Vögel und Insekten. Viele verschiedene Wildbienen haben im Boden und auf den vielfältigen Blüten, die ganzjährig zu finden sind Quartier bezogen. Zwei Bäume, mehrere Sträucher und eine Mauer wurden mit Vogelschutznährgehölzen bepflanzt. Sie bieten nicht nur Vögeln Nahrung und Schutz. Eichhörnchen und Igel kommen zu Gast. Nistkästen für Bienen und Vögel, Vogel- und Insektentränken ergänzen das Angebot für Besucher. Aus wiederverwendeten Basaltbruchsteinen entstanden Einfassungen für die vier kleinen Beete, die mit einer Vielzahl überwiegend heimischer Blühpflanzen bestückt wurden. Lücken im Beet werden entweder durch heimische Pflanzen spontan besiedelt oder sind mit gesammelten Ästen – Totholz- und Steinen vor Austrocknung geschützt. Die Bepflanzung der verschiedene Areale berücksichtigt die jeweiligen Boden- und Lichtverhältnisse, so dass Hitze und Trockenheit besser toleriert werden (Klimaresilienz). Der kleine Stadtgarten verändert sich in jeder Jahreszeit und in jedem neuen Gartenjahr. Mittendrin ist Platz für einen Liegestuhl, auch die Mülltonnen und die Wärmepumpe haben ihren Platz gefunden. Ganz im Sinne der Ressourcenschonung stehen hinter dem Haus Regentonne und Kompost zur Nutzung bereit. Als Zeichen für den Erfolg kann die Anzahl an beobachteten Wildbienen und Insekten dienen: sie nimmt beständig zu. Seit diesem Frühjahr haben Eidechsen ihren Weg über den Asphalt in den Garten gefunden. Der Garten liegt in der Nähe des Mains, durch eine Straße und Häuser getrennt. Rundherum gibt viel versiegelte Fläche. Er bietet einen ökologischen Haltepunkt, der Wanderungen und genetischen Austausch zwischen Populationen erleichtert (Trittsteinbiotop).

Klein, vielfältig und natürlich – 60 qm für Mensch und Natur
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60 m²
Privatgärten klein (bis 500 m2)
Hessen, 63457 Hanau
Beate (1 Personen)
Über unsere Gruppe
Aktiv gestaltet habe ich zusammen mit den Insekten und Tieren, die das Saatgut immer wieder aufs Neue verteilen. Vernetzt bin ich mit dem Umweltzentrum Hanau (https://www.hanau.de/vielfalt-leben/bildung/umweltzentrum/index.html) sowie mit den Blühbotschaftern des Main-Kinzig-Kreises. Die „Blühbotschafterinnen und Blühbotschafter für die Insektenvielfalt“ sind die ehrenamtlichen Ansprechpersonen von „Main.Kinzig.Blüht.Netz“, die das Thema vor Ort in Ihren Kommunen vorantreiben. Im Internet sind die NaturDB, INaturalist, Naturgarten e.V. sowie die Youtube Beiträge z.B. von Bertold Daubner (ReNature) Quelle und Inspiration.
Vorher- & Nachher-Bilder

Start vor den Einzug: Sonnenexponierter Rollrasen (Süden) mit einzelnen meist nicht heimischen Pflanzen.

Außer Rollrasen gab es wenig Bewuchs.

Die Ligusterhecke ist gepflanzt, der Apfeldorn in der Mitte auch. Noch versuche ich, den Rollrasen mit viel Mühe und Wasser grün zu bekommen. Im Laufe des Jahres habe ich damit aufgehört.

Heute: Naturwiese und unterschiedliche Bereiche ergeben Vielfalt und natürliches Miteinander für Pflanzen, Insekten, Tiere und Mensch. Ein wichtiger Anspruch bei der Gestaltung ist für mich, einen entspannten Wohlfühlort für Natur und Mensch zu schaffen.

Inzwischen ist so einiges gewachsen. Der Garten wurde innerhalb von vier Jahren aktiv in einen Naturgarten umgestaltet und ist noch lange nicht fertig. Er wird sich jährlich verändern. In jedem Gartenjahr dominieren andere Wildpflanzen die Kräuterwiese und die Beete.

So sieht es heute aus! Der Umgang mit dem Bewuchs erfordert Toleranz, Flexibilität und Fachkenntnisse. Der Wandel von der „klassischen“ geordneten Gartenästhetik zum Naturgarten stößt bei Besuchern nicht immer auf Verständnis.
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Die Zahlen geben die verschiedenen Bereiche bzgl. Lichtverhältnissen und Boden wieder, die im Folgenden beschreiben werden: 1 Ligusterhecke 2 Baumscheibe um Apfeldorn 3 Wilde schattige Ecke 4 Beet zum Nachbarn 5 Rechts vor der Terrasse / Wärmepumpe 6 Wiese/Rasenfläche 7 Links von der Terrasse

Unter der Ligusterhecke (Sichtschutz Mülltonnen) wachsen wilde Pflanzen wie Schlüsselblume, Vergissmeinnicht, Akelei, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wolfsmilch, Gundermann, Sternmiere, Wiesenflockenblume, Rainfarn, Winterlinge, Taubenkropf-Leinkraut, Wiesenstorchenschnabel, Schafgarbe und mehr.

Im jahreszeitlichen Wechsel variieren verschiedene Pflanzen. Gelb der Färberginster.

Unter den Zierapfel „Red Sentinel“ wächst im Frühjahr reichlich Purpurnessel, Gundermann und Günsel, Farn und Lungenkraut. An der Mauer ranken Waldgeißblatt, Efeu und Richtung Liguster eine Kletterhortensie.

Sichtschutz durch Hibiskus und Schneeball. Unterwuchs 2026: Oregano, Rosmarin, Grasnelke, Labkraut, Taubenskabiose, Violette Nachtkerze, Minze, Sternmiere unter der Wärmepumpe. Das Bild zeigt den Status von 2022 und zeigt gegenüber der Übersicht, wie sich die Beete verändern.

Dies ist der trockenste und sonnigste Standort. Größte Pflanze ist der Rosmarin und Bodendecker ein Thymian. Der Boden der gesamten 60 qm Fläche besteht aus Erdaushub und Bauschutt, teilweise dominiert Sand, teilwiese Lehm. In diesem Teil dominiert Sandboden.

In 2024 war alles voller Margeriten. Sie sind im Folgejahr stark reduziert, vermehrt entwickeln sich Wiesensalbei und Wilde Möhre.

Viele verschiedene Wespen und Wildbienen besuchen die Wilde Möhre, die in 2025 zahlreich die Wiese besiedeln.

2026 war ein Salbeijahr. U.a. sind Wollbiene, Zitronenfalter und Holzbiene sind zu Gast.

Nach den Kuhschelle und Vergissmeinnicht blüht der rote Mohn. Danach folgen verschiedene Wildblumen, z.Z. weiße und blaue Skabiose, Wiesenflockenblume, Wegwarte und Pfirsichblättrige Glockenblume und bieten den Insekten Nahrung.

Felsenbirne und Mönchspfeffer schützen von neugierigen Blicken. Der Versorgungsschacht wird mit Basaltbruchsteinen verdeckt, welche auch die Beete von der Wiese abgrenzen.

Mönchspfeffer ist zwar nicht heimisch, aber Hummeln, Holzbiene und einige Wildbienen mögen ihn.
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

In den Ästen des Zierapfelbaumes hängt eine Wasserschale mit Landesteinen für Insekten. Am Boden im Schattenbereich der Mauer gibt es eine weitere Wasserschale. Wildbienen finden nassen Lehm, um in der Nisthilfe aus Buchenholz (Terrassenbereich) ihre Brutlöcher zu verschließen.

Feldwespen sind in die Schmetterlingsklappe eines „Bienen Hotel“ eingezogen.

Es finden sich nicht nur Wildbienen ein, sondern auch deren Gegenspieler wie Bienenkäfer, Keulen-, Gold-, Grab-, Falten- und Wegwespen. Ich habe Insekten kennengelernt und fotografiert, die ich vorher nicht kannte. Besonders die vielen verschiedenen Wildbienen und Wespen begeistern mich.

Durch unterschiedliche Bodenarten (Sandiger bis lehmiger Boden) und unbewachsene Areale gibt es viele Nistmöglichkeiten für Insekten.

In der wilden Ecke „3“ gibt es Totholzhaufen. Tagsüber sind dort Hausrotschwänzchen, Amsel und Ringeltaube, nachts Igel und Waldmaus zu finden (Wildkamera). Manchmal tobt ein Eichhörnchen durch die Äste des Apfelbaumes.

Nur ein kleiner Ausschnitt der Vielfalt!

Auch Holzmöbel und Holzsichtschutz dienen als Rohstoff für den Nestbau der Feldwespen und als Aussichtspunkt für so manches Insekt!

Direkt an das 60 qm Areal grenzen Terrasse und Einfahrt. Die Insekten stört das nicht!
Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Prämierung mit dem 1. Preises in der Kategorie Garten. Preisübergabe durch Bürgermeister Bieri. Verschiedene Beiträge in der Presse und auf den Seiten des Umweltzentrums Hanau. Ein Schild am Eingang weist auf den prämierten Naturgarten hin.

Freunde und Nachbarn werden auf die Vorteile des Naturgartens mit der Insektenvielfalt hingewiesen. Im Status von WhatsApp erscheinen regelmäßig neue Fotos zu Pflanzen und Insekten – hier ein Beispiel.
