Nach meinem Umzug im Winter in die neue Wohnung war für mich klar, dass der Balkon mehr sein sollte als nur ein Ort, an dem der Wäscheständer stehen kann – er sollte die Wohnfläche erweitern, etwas Grün vor das Fenster bringen und Insekten anlocken. Mittlerweile ist er zu meinem absoluten Lieblingsort in der Wohnung geworden – und der Wäscheständer hat hier keinen Platz mehr. Ziel war es daher, einen nutzbaren Raum zu schaffen und ihn mit Insekten zu teilen.
Zu den bereits vorhandenen Pflanzen, einem Oleander und einem Wandelröschen, kamen deshalb nach und nach weitere Pflanzen hinzu. Gleichzeitig sollte der Balkon etwas weniger einsehbar werden. Dafür habe ich die vorinstallierten Blumenkästen mit zwei verschiedenen Blühmischungen eingesät: Auf der linken Seite die Hannover-Mischung, die ich beim Umzug erhalten habe, und auf der rechten Seite eine Blühmischung aus Wunstorf. Die Hannover-Mischung entwickelte sich deutlich schneller und brachte früher Blüten hervor, während die Wunstorfer Mischung aktuell grüner und dichter ist.
Für Sichtschutz zu den Nachbarn auf der linken Seite und einem gleichzeitigen Platz für Pflanzen dient ein Bambusregal, das im neuen Bad keinen Platz mehr hat. Auf der anderen Seite des Balkons soll ein Betongitter als Rankhilfe für Kapuzinerkresse dienen. Leider haben sich nicht alle ausgesäten Kressesamen dabei wie erhofft entwickelt – ein Teil der Kapuzinerkresse ist leider an den heißen Tagen eingegangen. Der erste Ansaterfolg konnte aber dennoch bei Tomate und Paprika gemacht werden. Viele Besucher finden sich auch im Bambussichtschutz. Dort werden Nester gebaut, oder das Material wird von Insekten und Vögeln für den Hausbau mitgenommen. Nicht selten hört man es im Bambus knistern.
Eine besondere Herausforderung stellte der zehn Tage dauernde Sommerurlaub dar. Um die Bewässerung während dieser Zeit sicherzustellen, habe ich in ein Bewässerungssystem von Gardena investiert. Über eine Pumpe wird Wasser aus einem 65-Liter-Mörteleimer zu den Pflanzen gefördert. Gerade während der heißen Junitage hat sich das System bewährt: Oleander und Wandelröschen haben die Trockenheit nicht nur gut überstanden, sondern wirkten danach sogar vitaler als zuvor.
Allerdings haben nicht alle Pflanzen die Bedingungen gleichermaßen vertragen. Einige zusätzlich gekaufte bienenfreundliche Pflanzen (Fächerblume, Mädchenauge, Lupine, Schwarzäugige Susanne) haben die Hitzeperiode leider nicht überlebt. Inzwischen sind jedoch Lavendel in Weiß und Lila, Schleierkraut, Hartwegs Bartfaden und diese Woche noch Wilder Wein hinzugekommen. Letzterer soll künftig am Betongitter emporwachsen und im nächsten Jahr eine grüne Wand bilden.
Ich freue mich sehr über den Duft und die schöne Färbung des Wandelröschens und die Insektenbesuche auf dem Balkon. Aktuell warte ich noch darauf, dass auch die Schwarze Holzbiene den Weg zu meinem Wandelröschen findet. In meiner vorherigen Heimatstadt war sie dort regelmäßig zu Gast. Vielleicht entdeckt sie ja auch hier diesen kleinen Balkon-Garten als wertvollen Lebensraum. Ich zumindest finde es auf dem Balkon so herrlich, dass ich mich letztes Wochenende kurzerhand entschlossen habe auf ihm zu übernachten – allerdings wurde er dann von weiteren Insekten besucht: Mücken.
























