In unserem Projekt „Garten der kleinen Wunder“ gestalten wir gemeinsam mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren einen naturnahen Außenspielbereich, der nicht nur zum Entdecken und Erleben einlädt, sondern ganz bewusst Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten schafft. Mit viel Neugier und kleinen Händen entsteht ein vielfältiger Garten, in dem Natur geschützt, gepflegt und mit allen Sinnen erfahren werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Artenvielfalt: Gemeinsam legen wir einen Kräuterblumenhügel und eine Kräuterschnecke an, die reich an nektar- und pollenreichen Pflanzen sind. Hochbeete, eine Beerenhecke und kleine Spalierbäume bieten zusätzliche Nahrung und Rückzugsorte für Insekten. Bestehende Bäume wie unser alter Apfelbaum und ein Maulbeerbaum werden bewusst integriert und tragen als wertvolle Nahrungsquellen zur ökologischen Vielfalt bei. Ein Bienenhotel, umgeben von einer Blumenwiese und blühenden Sträuchern, schafft gezielt Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Ergänzt wird dies durch naturnahe Strukturen wie Totholz, offene Bodenstellen und vielfältige Pflanzen, die wichtige Lebensräume für unterschiedliche Insektenarten bieten. So erleben die Kinder ganz unmittelbar, wie wichtig jedes einzelne Element für das ökologische Gleichgewicht ist. Auch kreatives Gestalten hat seinen Platz: Mit Naturmaterialien entstehen Weidenobjekte, ein Mosaik-Regenwurm und ein kleiner Lehmofen. Im Sandbereich laden Findlinge, Holzstämme und kleine Holzhäuschen zum Spielen und Erkunden ein. Dabei wird der Garten nicht nur als Spielraum, sondern als lebendiger Lebensraum verstanden. Durch die Umgestaltung – etwa das Entfernen von Asphaltflächen zugunsten von Wiesen – entsteht ein Ort voller Leben. Die Kinder erleben den Kreislauf der Natur aktiv mit: vom Pflanzen und Pflegen bis hin zur Ernte. Beeren und Äpfel können direkt genascht oder in der Kinderküche zu Apfelmus, Obstsalat und anderen kleinen Speisen verarbeitet werden. Der „Garten der kleinen Wunder“ verbindet frühkindliche Bildung mit aktivem Naturschutz. Er ist ein Ort, an dem Kinder nicht nur wachsen und staunen, sondern auch lernen, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen – und dabei ganz nebenbei wertvolle Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten entstehen lassen.
Ergänzend zu unserem Projekt „Garten der kleinen Wunder“ entsteht in Kooperation mit der OWB Sigmaringen – den Oberschwäbischen Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen – ein weiteres wertvolles Projekt zum Schutz von Wildbienen und anderen Insekten. Im Mittelpunkt steht ein sogenannter Bienenfutterautomat am Dorfplatz: ein umgestalteter Kaugummiautomat, aus dem Samenkugeln mit heimischen, bienenfreundlichen Blühpflanzen entnommen werden können. Begleitet wird der Automat von einer Informationstafel, die anschaulich vermittelt, wie jede und jeder zum Schutz von Wildbienen beitragen kann – zum Beispiel durch das Anlegen blühender Flächen, das Zulassen von Wildwuchs oder den Verzicht auf Pestizide. Die Fläche rund um den Automaten wird gemeinsam naturnah gestaltet und bepflanzt. Ergänzend entsteht ein kleines Insektenhotel, das zusätzlichen Lebensraum für Wildbienen und andere Nützlinge bietet und das Thema direkt vor Ort erlebbar macht. Ein besonderer Bestandteil dieses Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit den Beschäftigten der OWB: Sie fertigen die Samenkugeln in liebevoller Handarbeit an und sorgen dafür, dass der Automat regelmäßig neu befüllt wird. So entsteht ein inklusives Miteinander, bei dem alle Beteiligten aktiv zum Natur- und Artenschutz beitragen. Dieses Kooperationsprojekt verbindet Umweltbildung, gelebte Inklusion und praktischen Naturschutz – und setzt ein sichtbares Zeichen im Dorf für mehr Bewusstsein und Engagement zugunsten unserer heimischen Insektenwelt.
