200 m²
Vereins- und Gemeinschaftsgärten, Liegenschaften und Sonstige
Hessen, 34281 Gudensberg
Frau-Holle-Garten (13 Personen)
Der Frau‑Holle‑Garten ist ein Gemeinschaftsgarten des Heimatvereins Dissen e. V., der im Herbst 2024 gegründet und ab März 2025 auf einer zuvor brachliegenden Fläche angelegt wurde. Ziel ist es, eine naturnahe Gartenfläche zu entwickeln, die gezielt zur Förderung der biologischen Vielfalt beiträgt und gleichzeitig als sozialer Begegnungsort dient.
Im Mittelpunkt steht ein konsequent naturnahes Gartenkonzept: Es wird vollständig auf Mineraldünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Stattdessen setzen die Gärtner:innen auf natürliche Kreisläufe, die Förderung von Nützlingen und eine standortgerechte, vielfältige Bepflanzung. Materialien werden wiederverwendet, Flächen bleiben unversiegelt und alle Strukturen sind rückbaubar.
Bereits im ersten Jahr wurden gezielt Lebensräume für Insekten geschaffen. Ein großer sowie weitere neu angelegte Blühstreifen bieten über die gesamte Vegetationsperiode hinweg ein kontinuierliches Nahrungsangebot. Ergänzt werden diese durch bienenfreundliche Stauden, Zwiebelpflanzen und strukturreiche Blumenbeete.
Ein zentrales Element ist der Miniteich, der als Wasserquelle und Lebensraum für zahlreiche Tierarten dient. Rund um dieses Feuchtbiotop wurde im Rahmen des Projekts „Insektenhotel“ ein vielfältiger Strukturraum entwickelt: Totholzbereiche, Steinhaufen, eine alte Wurzel sowie ein Sandarium schaffen unterschiedliche Nist- und Rückzugsorte für Wildbienen, Käfer und andere Insekten.
Auch die Gehölzstrukturen tragen zur ökologischen Aufwertung bei: Obstbäume, Säulenobst und Beerensträucher bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel. Ergänzende Pflanzungen wie Sonnenblumen entlang des Zauns erweitern das Nahrungsangebot bis in den Spätsommer und Herbst hinein.
Der Garten entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird seit 2026 vollständig gemeinschaftlich bewirtschaftet. Dabei verbinden sich ökologische Zielsetzungen mit Umweltbildung und sozialem Lernen: Menschen unterschiedlichen Alters gestalten den Garten gemeinsam, erwerben Wissen über naturnahes Gärtnern und erleben die Bedeutung von Biodiversität unmittelbar.
Über unsere Gruppe
Im Jahr 2026 stand neben der Anlage der Gemeinschaftsbeete insbesondere die Gestaltung unserer Naturecke „Insektenhotel“ am Miniteich im Mittelpunkt. Ergänzend dazu wurden im gesamten Garten sogenannte Blühinseln als kleinere Maßnahmen umgesetzt. An diesem Projekt waren alle Gärtner:innen aktiv beteiligt.
Der Bereich hinter dem Miniteich war zuvor wenig strukturiert und durch starken Bewuchs geprägt. Bereits im Vorjahr wurde begonnen, dort Totholz zu sammeln und eine erste Struktur anzulegen. Nach einem feuchten Herbst und einem schneereichen Winter hatte sich die Fläche jedoch erneut stark entwickelt, sodass eine grundlegende Neugestaltung notwendig wurde.
Die Fläche wurde somit gemeinschaftlich freigeräumt und die bestehende Totholzstruktur weiterentwickelt. Ergänzend sammelten wir weiteres Totholz und errichteten eine stabile Totholzhecke. Aus vorhandenen Feldsteinen entstand ein strukturreicher Steinhaufen mit Hohlräumen als Rückzugsort für Insekten und Kleintiere.
Ein neu angelegtes Sandarium bietet gezielt Nistmöglichkeiten für bodenbrütende Wildbienen, nachdem wir bereits im Frühjahr Sandbienen bei einem Obstbaum beobachten konnten. Eine alte Wurzel wurde integriert und erhöht zusätzlich die Strukturvielfalt. In Kombination mit dem Miniteich entstand so ein vernetzter Lebensraum aus Wasser-, Trocken- und Rückzugsbereichen.
Auch das Blühangebot wurde angepasst: Da der große Blühstreifen zugunsten von Gemeinschaftsflächen weichen musste, wurden bestehende Staudenbeete erweitert und zwei Blühinseln neu angelegt. Diese sichern ein kontinuierliches Nahrungsangebot für Bestäuber über die Vegetationsperiode hinweg.
Durch die Verbindung verschiedener Strukturelemente und Blühangebote entstand ein kleinräumiges, vielfältiges Habitat, das sowohl Nahrung als auch Nist- und Rückzugsorte bietet und damit gezielt zur Förderung der Biodiversität beiträgt. So konnten wir Ende Juni drei junge Erdkröten in unserer Naturecke beobachten.