Als sich unser Verein “Gemeinschaftsgarten Neckarau“ im November 2023 gründete, wurden der Naturschutz und die Förderung der Artenvielfalt als wichtige Punkte in die Satzung aufgenommen. Es entstanden nacheinander eine Igelburg und ein Käferkeller (Herbst 2024), eine Kräuterspirale und eine Eidechsenburg (Frühjahr 2025). Eine Nistmöglichkeit für Wildbienen war ebenfalls geplant und wurde um so dringender benötigt, da ein großer Erdhaufen, der für die Verwendung auf Pflanzbeeten vorgesehen war, im April 2025 unerwartet von Frühlings-Seidenbienen besiedelt wurde. Wir haben diese Kolonie in Absprache mit dem Wildbienenexperten Paul Westrich gesichert und die Planung für ein “Ersatz“biotop vorangetrieben.
Während eines BfN-Webinars im Rahmen des Projekts „Kleingärten für Biologische Vielfalt“ wurde uns der Bau einer “Bienenburg“ vorgeschlagen, da es bei unserem verdichteten, lehmig-tonigen Boden ein Ding der Unmöglichkeit ist, flächig mehr als spatentief in den Boden vorzudringen. Beim Bau der Eidechsenburg, die direkt neben dem Wildbienenbiotop geplant wurde, haben wir deshalb auf den “Keller“ für die Überwinterung verzichtet. Diese Funktion übernimmt nun der Steinkeller unter dem Erdhaufen der Wildbienen. Er bietet auch zahlreichen anderen Tieren wie Amphibien und Käfern eine Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeit.
Nach eingehender Planung unseres Wildbienen-Nisthügels begann im Herbst 2025 die Bauphase. Es war klar, dass wir die gleiche Erde besorgen würden, die schon die Bienen im besetzten Erdhaufen attraktiv fanden. In der Hoffnung, dass beim Schlüpfen die Weibchen unsere Bienenburg besiedeln würden. Und es wurde ein voller Erfolg! Im April diesen Jahres fanden sich zahlreiche Frühlings-Seidenbienen an unserer Bienenburg ein. Und es folgten weitere Arten, die Gebrauch von unserem Nistangebot machten. Täglich gehen neue Löcher im Boden auf und es bleibt spannend, wer als nächstes einzieht. Mittlerweile fühlen sich auch Grab- und Wegwespen wohl bei uns und sorgen für die nächste Generation. Das übertrifft unsere Erwartungen bei weitem, zeigt aber auch, wie dringend solche Offenflächen in der Landschaft benötigt werden. Wir wollen mit diesem Beitrag zeigen, dass auch mit einfachen Mitteln und mit geringem Flächenbedarf eine Unterstützung für diese “Wohnungs“-Spezialisten möglich ist.
















































