Projekttitel: Ein seit 30 Jahren gewachsenes Naturparadies schließt den Kreis – Alles was Biene und Co. benötigt, der All-inclusive-Garten.
Seit Jahrzehnten leben wir aktiven Artenschutz. Mit unseren neuesten Modulen – einem Insektenhaus und einem Sandarium krönen wir ein über 30 Jahre gewachsenes Ökosystem, das von der Kinderstube bis zum Igelquartier alles bietet.
Unser Garten ist kein neues Projekt, sondern ein lebendiges, über Jahrzehnte gepflegtes Netzwerk aus Lebensräumen. Da rund 75 Prozent unserer Wildbienen im Boden nisten, haben wir unsere bestehenden Strukturen nun um essenzielle Nistplätze und spezialisierte Buffet-Zonen erweitert.
Die perfekte Win-Win-Situation: Ökologie trifft Selbstversorgung
Der besondere Wert unseres Gartens liegt in der direkten Symbiose mit dem eigenen Obst- und Gemüseanbau. Wildbienen und Hummeln sind wahre Bestäubungswunder: Viele Arten fliegen bereits bei Temperaturen ab 4 °C – lange bevor die Honigbiene aktiv wird.
Indem wir diesen frühen Fliegern mit dem Insektenhaus und dem Sandarium direkt neben unseren Kulturflächen optimale Nistplätze bieten, sichern wir uns eine verlässliche, frühe Bestäubung. Das Ergebnis sind vitale Pflanzen und eine reiche Ernte im Gemüsebeet und an den Obstbäumen. Ein perfekter Kreislauf, von dem Mensch und Insekt gleichermaßen profitieren.
Die Entstehung des neuen Sandariums.
Die Idee, ein Sandarium zu bauen, verdanke ich einem Kameraden, der mir ein inspirierendes Bild zusandte. Da ein bestimmter Bereich in unserem Garten ohnehin schon länger umgestaltet werden sollte, war der perfekte Ort schnell ermittelt.
Unterstützt durch die Tatkraft meiner Frau und fundierte Recherchen in verschiedenen Fachforen – unter anderem beim NABU – konnten wir das Projekt gut vorbereitet beginnen. Den benötigten ungewaschenen und ungesiebten Sand-Kies bezogen wir aus einem nahegelegenen Abbaugebiet. Beim Auskoffern stießen wir aufgrund unserer Lage auf der Schwäbischen Alb bereits in 25 cm Tiefe auf Fels. Um dennoch die erforderliche Gesamthöhe von 40 cm zu erzielen, fassten wir das Beet mit Ziegeln ein. Totholz, eine Eichendiele als Rückwand sowie eine sorgsam ausgewählte Bepflanzung runden das Biotop ab.
Die Gewächse haben wir passend für den Lebensraum Sandarium beim Nordischen Gartenshop bestellt.
Folgende Pflanzen werden in das Sandarium gepflanzt:
Astige Graslillie, Hornklee, Heidenelke, Natterkopf, Sand Thymian, Wilder Mauerpfeffer, Berglauch und Sandfedernelke.
Unser Reisighaufen
Umrahmt von Haselnusssträuchern darf dieser Reisighaufen in unserem Garten seit 15 Jahren ganz Natur sein. Jedes Jahr kommen neue Äste und Zweige hinzu. Heute ist er ein unverzichtbarer Lebensraum, Winterquartier und Futterplatz für Igel, Vögel und nützliche Insekten. Artenschutz kann so einfach sein – man muss der Natur nur ein Stückchen Raum überlassen.
Unser Totholzhaufen: Vor drei Jahren haben wir ein ganz besonderes Biotop geschaffen. Hölzer die nicht beim Drechseln Verwendung finden, Erhalten hier eine, nachhaltige Zweitbestimmung als wertvoller Lebensraum für Käfer, Wildbienen und nützliche Insekten.
Mauersegler:
Seit vielen Jahren gehören sie zu unserem Sommer einfach dazu: die Mauersegler. An unserem Haus haben wir spezielle Nistkästen installiert, die jedes Jahr treu bezogen werden. Wenn wir an den warmen Abenden im Garten sitzen, gibt es kaum etwas Schöneres, als ihre rasanten Sturzflüge zu beobachten
Die Entstehung und der Bau des Insektenhauses.
Anfang 2020 errichtete der „N.U.V. Natur und Umwelt Veringen e. V.“ zwei große Insektenhäuser. Diese entsprechen exakt der Bauweise unseres aktuellen Projekts. Seinerzeit war ich gemeinsam mit zwei weiteren Vereinskollegen für die Planung und Umsetzung verantwortlich. Im Vorfeld setzten wir uns intensiv mit einschlägiger Fachliteratur und seriösen Online-Quellen auseinander, um die modernsten Erkenntnisse des Insektenschutzes einfließen zu lassen.
Eine Besonderheit unseres Insektenhauses ist die vordere Dachhälfte, die wir mit Sicherheitsglas statt einer Holzschalung konstruiert haben. Da Wildbienen und andere Nützlinge stark auf Licht und Wärme angewiesen sind, würden verschattete Bereiche kaum besiedelt.
Für die Bestückung der Fächer nutzen wir verschiedene Holzarten wie Pflaume, Apfel, gestockten Ahorn und Eiche. Die Nistgänge wurden dabei fachgerecht quer zur Faser gebohrt und gefast. Ergänzt wird das Angebot durch Schilf- und Bambusröhrchen. Ein optisches Highlight im unteren Bereich bildet eine gedrechselte Ahornplatte, deren Motive – ein Abbild des Lebensraums im naturnahen Garten – rein oberflächlich mit Produkten von Oli-Natura gebeizt wurden. Die Nistgänge selbst blieben dabei absolut unbehandelt. Zwei zusätzliche Holzblöcke mit feinen Vogelmotiven vervollständigen das Insektenhotel. Der Erfolg gibt dem Konzept recht: Bereits kurz nach der Montage der ersten Nistfächer setzte der Erstbezug durch die Wildbienen ein.
Ein großes Dankeschön gilt meiner Frau und zwei Kameraden, die mich beim Bau und der Montage unterstützt haben. Während meine Frau die Rückseiten der Nistfächer gestaltete und mir bei jedem Handgriff zur Seite stand, halfen mir die beiden Kameraden bei der schweren Montage – ohne sie alle hätten wir das Projekt nicht realisieren können.
- Wildnis & Struktur: Eine naturnahe Wiese darf sich frei entwickeln und bietet Lebensraum für Gräser und Wildkräuter. Ergänzt wird dies durch ein artenreiches Kräuterbeet, eine Trockensteinmauer als Wärmespeicher für Eidechsen sowie Totholzhaufen und einen Reisighaufen, der Igel einen sicheren Unterschlupf bietet.
- Gartenteich & alte Obstbäume: Seit über drei Jahrzehnten bildet unser Teich das schlagende Herz des Gartens – eine unverzichtbare Wasserquelle für Vögel, Libellen und durstige Bienen. Flankiert wird er von alten Obstbäumen, die im Frühjahr die erste große Blütenpracht liefern.
Im folgenden Link, könnt Ihr meine Gartenpflanzen anschauen die ich über NaturDB aufgenommen habe, die Liste ist nicht ganz vollständig, da ich nur die Pflanzen aufgenommen habe die bis zu diesem Zeitraum geblüht haben oder gerade blühen.
Schau mal, meine Liste auf NaturaDB: https://www.naturadb.de/listen/0qgfxrok/
„Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür – genau das war unser Antrieb für dieses Projekt. Meine Frau und ich hoffen, Sie mit unserer Begeisterung angesteckt zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Erika und Rüdiger Kiesinger




































