Auf einer 500 Quadratmeter großen Fläche mit vormals trockener Wiese und
nach Süden ausgerichteter Hanglage war im Sommer alles Grün vertrocknet, der Boden hart und bis in tiefere Schichten wie gebacken (verdichtet, erwärmt, ausgetrocknet). In den letzten dreieinhalb Jahren haben wir hier einen Permakultur-Waldgarten angelegt, der gleichermaßen der Selbstversorgung mit Obst- und Gemüse dient und Lebensraum sowie Nahrung für Insekten und kleine Wildtiere bietet.
Diesen Winter/Frühling haben wir unsere Kleinbiotope, die wir die letzten Jahre angelegt hatten (Teich, Sandarium, Wildblumenwiese, Reptilienburg, Insektenturm, Wildobststräucher) um mehrere neue Kleinbiotope ergänzt:
eine 33m lange Benjeshecke
einen Käferkeller
ein Kraterbeet
neue Blumenbeete
ein Wildbienenhaus inklusive Wildbienen-Monitoring-Nistblock eines Forschungsprojektes der Universität Bamberg
Das Wildbienenhaus haben wir als Familienprojekt zusammen mit unseren Kindern umgesetzt, die sowohl bei der halbjährlichen Dokumentation des Monitorings mitmachen als auch zusammen mit ihren Gästen beobachten, wie viele Wildbienen bereits in das Bienenhotel eingezogen sind.
Für den Bau des Regals haben wir auf vorhandene Altmaterialien zurückgegriffen. Für die Niströhren haben wir spezielle Pappröhren, Haferstrohhalme und hohle Pflanzenstängel genutzt, die wir jeweils hinten mit Lehm verschlossen haben. Der Nistblock fürs Monitoring wurde von der Bamberger Lebenshilfe hergestellt. Zudem haben wir einen Tontopf mit Stampflehm gefüllt sowie eine flache Schale mit Steinen und Wasser aufgestellt und weiteres Totholz ergänzt. Einen alten Holzkasten mit ein paar Löchern drin haben wir mit Holzspänen und Schafwolle gefüllt, als Versuch eines Hummelkastens – mal schauen, wer da einzieht. Hummeln finden bereits viele Erdhöhlen in den Strukturen, die wir über die letzten vier Jahre im Garten angelegt haben. Feldwespen scheinen sich mehr für den Kasten zu interessieren.
Ergänzend zum neuen Wildbienenhaus haben wir in der unmittelbaren Umgebung weitere Blumen- und Staudenbeete angelegt.
Bei der Anlage des Kraterbeetes haben wir eine mehrere Quadratmeter große Fläche terrassenförmig ausgehoben und dabei Lehm-Steilwände geschaffen, die von Bodennistenden Wildbienen sofort angenommen wurden. Die Terrassen haben wir unterschiedlich bepflanzt.
Der Käferkeller entstand in einem Teamevent mit Kolleg*innen. Wir hoben eine 1-qm große Grube aus, füllten sie mit verschiedenen Totholzarten, Laub und Rindenstücken, Setzten eine große alte Baumwurzel darauf und deckten diese rundherum mit Totholz und Rinden ab, bis nur noch der schöne Baumstumpf zu sehen war.
Die Benjeshecke bauten wir aus einer großen Menge Schnittgut, die bei Bauarbeiten für einen Weg in der Nähe anfielen. Um den Bewuchs zu beschleunigen, ergänzten wir den Totholzwall um Stecklinge verschiedener Beerensträucher, pflanzten mehrere Weiden, Wildobstbäumchen und einen Hopfen. Sie erstreckt sich entlang der kompletten Ostseite des Gartens und ist ca. 32 m lang und derzeit knapp einen Meter hoch.
Bei öffentlichen und privaten Gartenführungen geben wir Wissen und Erfahrungen weiter.
Über unsere Gruppe
Wir sind eine vierköpfige Familie, die auf dem Grundstück der Großeltern einen Permakulturgarten angelegt haben. Dieser dient einerseits zur Versorgung mit Gemüse und Obst und soll andererseits Tieren und Insekten einen Lebensraum bieten. Die Großeltern unterstützen fleißig bei unserem Vorhaben.
Vorher- & Nachher-Bilder
Vor dem WildbienenhausMit WildbienenhausMit Wildbienen-Monitoring-KastenWildbienenhaus mit blühendem Natternkopf
auch eine Insektentränke ist integriert, ebenso ein feuchter Lehmtopf davor
Vor Anlage der BenjesheckeNach Anlage der BenjesheckeBepflanzung der Benjeshecke mit Wildobst, Weiden, Hopfen und BeerenstecklingenBau des Käferkellers
Ein Vorher-Bild haben wir vergessen zu machen, daher gibt es nur eins zu Beginn des Baus, mit ausgehobener Grube.
Fertiger KäferkellerNeues Staudenbeet und Baubeginn fürs KraterbeetKraterbeet mit Lehmsteilwänden und Staudenbeet im Hintergrund
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)
Wildblumenstaudenbeet – bei der Bepflanzung
Mit Kornrade, Taubenkopf-Leimkraut, Königskerze, Blauem Lein, Malve, Färberkamille, Schafgabe, Fette Henne uvm.
Neues Wildblumenbeet vorm Gewächshaus
mit Königskerze, Taubenkopf-Leimkraut, Nachtviole, Natternkopf
Blumen und Gemüse-Mischkultur rund um den Käferkeller
Den Käferkeller haben wir mit Wildblumen umsäumt (hier vor der Blüte), im Nachbarbeet blühen Chrisantheme, Nachtkerze, Mandelröschen und Kornblume
Neue Bepflanzung vorm Sandarium
Das Beet vorm Sandarium haben wir mit Löwenmäulchen, Kamille, Küchenschelle und Blumenzwiebeln neu bepflanzt.
Kohl vom Vorjahr liefert zeitiges Blütenangebot
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)
Benjeshecke mit Bepflanzung
Hier eine Weide im Vordergrund der Benjeshecke
Kleiner Naturteich mit Staudenbeet im Hintergrund
Der 1 Quadratmeter große Naturteich besteht aus einer alten Duschwanne, Steinen, für unterschiedliche Tiefezonen, Wasserpflanzen und Blütenreicher Umgebung
Salbeiblüte
Blühende Stauden, Kräuter, Sträucher und Blumen finden sich im ganzen Garten verteilt
Gemeinsamer Bau des WildbienenhausesZuschnitt der Niströhren fürs Wildbienenhaus und kleine ArbeitspauseVier neue Vogelkästen und einen Fledermauskasten als Aktion mit den KindernGemeinsames Dokumentieren des Wildbienenbesatzes im Monitoring-KastenGartenführungen
Dieses Jahr gab es bereits zwei öffentliche Gartenführungen mit jeweils bis zu 16 Teilnehmenden. Hinterher wurde im Amtsblatt darüber berichtet und gleich noch der ein oder andere Hinweis zur naturnahen Gartengestaltung mitgegeben.
Bau des WildbienenhausesBohrungen in einen Nistblock fürs WildbienenhausBaumpflanzung beim Kindergeburtstag
Die Schatzsuche endete an einem Baum in einem Topf. Zunächst musste der Schatz ausgegraben werden. Anschließend pflanzten die Kinder den bereitstehenden Quittenbaum in das Loch, wo sie die Schatzkiste ausgegraben hatten.
Mit einer Nabu-Anleitung war’s Kinderleicht
Plan zur Gartenpflege
Wir machen die Gartenpflege selbst: Stück für Stück und immer nur so viel wir schaffen. Zwischen den Beeten darf immer wieder Wildwuchs herrschen und einzelne Bereiche werden nie betreten. Staudenbeete müssen natürlich von zu viel Gräsern frei gehalten werden, ebenso das Sandarium und der Teich. Bei großer Hitze muss Wasser in den Teich nachgefüllt werden und gelegentlich, bei anhaltender Trockenheit, lässt sich das Gießen der Beete, Bäume, Sträucher und Hecken nicht vermeiden. Regen- und Küchenwasser wird hierfür immer aufgefangen.
Pflanzliste
Neu in 2026 kamen hinzu:
Speierling
Wildapfel
Quitte
Weide, verschiedene Sorten
Weißdorn
Mispel
Himbeersträucher
Küchenschelle
Zahlreiche Löwenmäulchen
Noch mehr Nachtkerzen, Natternkopf, Taubenkopf-Leimkraut,…
Mandelröschen
Schönauge
Holunder
Brombeere
Brennessel (gezielt gesät und in einem Bereich angesiedelt)
Nachtkerze
Frühblüher
Wildlauch, verschiedene Sorten
mehrere weitere Lavendel
ungefüllte Dahlien
Hopfen
Grober Überblick der Pflanzen, die wir insgesamt seit Beginn der Anlage in den letzten vier Jahren angepflanzt haben:
o Hochstämme/Streuobstbäume: Apfel, Birne, Süß- und Sauerkirsche