Ein naturnaher Garten mit heimischen Wildpflanzen, der Lebensraum und Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel und viele weitere heimische Tierarten und Insekten bietet.
Vor einigen Jahren begann ich damit, eine brachliegende Fläche neben unserem Wohnhaus Schritt für Schritt in einen Naturgarten zu verwandeln. Aus einer anfänglichen Idee entstand mit der Zeit eine echte Leidenschaft für heimische Wildpflanzen und ihre faszinierenden tierischen Besucher. Heute ist daraus ein rund 200 Quadratmeter großer Naturgarten geworden, der ausschließlich mit heimischen Wildpflanzen gestaltet wurde. Jeder Quadratmeter verfolgt das Ziel, die Artenvielfalt zu fördern und der Natur wieder mehr Raum zu geben. Heimische Wildpflanzen bilden die Grundlage unserer Ökosysteme und sind für viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten unverzichtbar. Aus einer zuvor wenig genutzten Fläche ist so Schritt für Schritt ein lebendiger Lebensraum entstanden, der zahlreichen Tierarten Nahrung, Schutz und Rückzugsorte bietet und zeigt, wie viel Natur selbst auf kleiner Fläche möglich ist.
Die Pflanzenauswahl orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen unserer heimischen Tierwelt. Deshalb wachsen im Garten ausschließlich heimische Wildpflanzen, die vom Frühjahr bis in den Herbst ein vielfältiges Blütenangebot bereitstellen.
Mit jedem Jahr wächst die Artenvielfalt weiter. Immer mehr Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten haben den Garten als Lebensraum entdeckt. Besonders gefreut habe ich mich über die ersten Hosenbienen, Wollfüßigen Blattschneiderbienen, verschiedene Sandbienen, den Hauhechel-Bläuling, die Spanische Flagge, Nashornkäfer, Glühwürmchen und viele weitere Arten, die ich zuvor noch nie in meinem Garten beobachten konnte. Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, Fledermäuse sowie Igel, die den Garten regelmäßig als Lebensraum nutzen. Jede neu entdeckte Art bestätigt mich darin, dass heimische Wildpflanzen der Schlüssel zu einer lebendigen und artenreichen Natur sind.
Mit den Jahren hat sich jedoch nicht nur der Garten verändert – auch ich habe mich verändert. Aus anfänglicher Neugier ist eine echte Leidenschaft entstanden. Heute verbringe ich unzählige Stunden damit, Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten zu beobachten, zu fotografieren und zu bestimmen. Oft streife ich mit Kamera oder Lupe durch den Garten wie eine kleine „Insektendetektivin“. Jeder Rundgang gleicht einer kleinen Entdeckungsreise, bei der es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Jede Beobachtung erweitert mein Wissen und motiviert mich, den Garten noch vielfältiger zu gestalten.
Die besondere Lage meines Gartens direkt an Feldern, Wiesen und dem Landschaftsschutzgebiet der Schunter bietet ideale Voraussetzungen für einen naturnahen Lebensraum. Mir war es wichtig, diese Chance zu nutzen und einen Garten zu schaffen, der sich harmonisch in die umliegende Natur einfügt und heimischen Tierarten als wertvolle Ergänzung ihrer Lebensräume dient.
Die Fläche befindet sich im Eigentum der Stadt Braunschweig und wurde mir zur naturnahen Nutzung kostenlos überlassen. Nachdem sie längere Zeit brachlag und landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wurde, konnte ich sie mit Zustimmung der Stadt in einen artenreichen Naturgarten umgestalten. Für mich ist sie ein schönes Beispiel dafür, welches Potenzial selbst ungenutzte kommunale Grünflächen besitzen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu wertvollen Lebensräumen zu entwickeln.
Mein Naturgarten kommt vollständig ohne Pestizide und torfhaltige Erde aus. Statt eines perfekt gepflegten Zierrasens prägen heute Blühflächen, heimische Gehölze, Totholz, Wasserstellen und natürliche Rückzugsorte das Bild. Ich pflanze inzwischen keine Blumen mehr, weil sie mir besonders gut gefallen, sondern weil sie den Insekten helfen. Genau dadurch ist mein Garten für mich schöner geworden, als ich ihn jemals hätte planen können.
Ich wünsche mir, dass meine Bewerbung zeigt, dass Artenschutz nicht erst in großen Naturschutzgebieten beginnt. Jeder Garten, jeder Vorgarten und selbst kleine Flächen können einen wertvollen Beitrag leisten. Man muss kein Profi sein – auch ich habe Schritt für Schritt gelernt, wie faszinierend unsere heimischen Wildpflanzen und ihre tierischen Bewohner sind. Wenn mein Garten andere Menschen dazu inspiriert, selbst die erste heimische Wildpflanze zu setzen, dann hat er bereits weit mehr erreicht als nur ein schönes Erscheinungsbild.
Jeder Quadratmeter zählt – Artenvielfalt beginnt direkt vor der eigenen Haustür.



































