Dieses Herzensprojekt entstand über mehrere Jahre aus einer ehemals kahlen und stark beschatteten Fläche nach der Fällung einer großen Fichte auf dem Nachbargrundstück. Viele Entwicklungen ergaben sich nicht durch einen festen Plan, sondern durch Beobachtung, Ausprobieren und das Verstehen des Standortes.
Nach ersten Fehlversuchen mit klassischen Gartenpflanzen und Blühmischungen begann sich nach und nach eine eigene Dynamik zu entwickeln. Heimische Pflanzen wie Lungenkraut, Weidenröschen, Ackerdistel und Brennnesseln siedelten sich an und wurden bewusst begleitet und gelenkt.
Ergänzt wurden einfache tierfreundliche Strukturen wie Benjeshecke, Brennnesselbeet, Laubsaum, Altholz und eine Käferburg. So wurde aus einer kahlen und öden Fläche nach und nach ein lebendiger Naturraum, der sich ständig verändert und weiterentwickelt. Beim Gärtnern erlebe ich die Natur nicht als etwas Kontrollierbares, sondern als lebendige Beziehung.
Über unsere Gruppe
Ich heiße Heyko Cordes und bin Gärtner und Sozialarbeiter im Ruhestand. Ich arbeite und gestalte mit großer Freude in meinem Naturgarten.
Vorher- & Nachher-Bilder
Offene Fläche nach dem Zurückschneiden des alten Bewuchses
Am Anfang wirkte die Fläche eher wie verwildertes Buschland.
Nach dem Fällen einer alten Fichte mussten daher zunächst dichtes Gestrüpp, Wurzelgeflecht und weiteres Buschwerk entfernt werden. 🌿
Der selbe Platz vier Jahre später. Aufgenommen links der Benjeshecke im Mai 2026.
Alter gerade verblühender Gartenrhododendron, aufgeschichteter Gras- und Erdhügel, Laubhaufen, Hainbuchen, Benjeshecke mit Brennnesseln, Altholzblock, Gewöhnlicher Schneeball gepflanzt im Frühjahr 2025. Mittlerweile hat sich dort ein lockerer und humusreicher Boden gebildet.
Erste Entwicklungsschritte
Nach der Freilegung entstand hier zunächst eine offene Fläche mit ersten Pflanzversuchen neben der Benjeshecke. Mit der Zeit setzten sich robustere, standortgerechte Pflanzen wie Lungenkraut und Weidenrösschen durch.
Frühsommerwildnis am Gartenrand Fläche 2 Ende Mai 2026
Im Frühjahr erscheinen hier zuerst Lungenkraut und später Bärlauch als wichtige Futterpflanzen. Ende Mai übernehmen schmalblättriges Weidenröschen und einzelne Ackerdisteln die Fläche. Die Entwicklung wird bewusst gelenkt und begleitet. Im Hintergrund steht die Hainbuchenhecke gepflanzt 2022.
Die Benjeshecke wächst ein
Die Totholzhecke wurde aus Schnittgut und Ästen aufgebaut und wird inzwischen von selbst durchwachsen. Zwischen den Zweigen haben sich Lungenkraut, Ackerdistel und verschiedene Schattenpflanzen angesiedelt. Der Bereich entwickelt sich zunehmend zu einem Rückzugsort für Insekten und Kleintiere
Weidenrösschen und Ackerdistel im Sonnenschein
Nach zahlreichen Fehlversuchen mit Gartenmarktstauden und bunten Blühmischungen siedelten sich hier nach und Lungenkraut, Bärlauch, Lichtnelke, Schmalblättiges Weidenrösschen, Ackerdistel und Brennnesseln an. Die Aufnahme ist von Ende Mai 2026. Bald wird das Feld voller Blüten sein.
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)
Zwischen Frühblühern und Sommerwildnis
Die Fläche entwickelt sich im Jahreslauf unterschiedlich.
Früh im Jahr blühen hier Lungenkraut und Bärlauch.
Später folgen schmalblättriges Weidenröschen, Ackerdisteln und weitere Wildpflanzen.
Viele Pflanzen haben sich von selbst angesiedelt und werden bewusst begleitet und gelenkt.
Der Schneeball findet seinen Platz
Auf dieser zunächst kahlen Fläche taten sich viele klassische Gartenstauden schwer. Erst mit der Pflanzung des Schneeballs im Frühjahr 2025 entstand langsam ein neuer Mittelpunkt. Heute wächst er frei zwischen Rhododendron, Brennnesseln, Lungenkraut und Hainbuchenhecke.
Brennnesselbeet
Brennnesseln dürfen hier bewusst wachsen und werden nur gelenkt, nicht entfernt. Zusammen mit Altholz, Schattenbereichen und wilden Übergängen entstand ein geschützter Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere.
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)
Marienkäfer im Brennnesselbereich
Zwischen Brennnesseln, Schattenbereichen und Totholz entstehen geschützte Lebensräume. Selbst kleine Begegnungen wie zwei Marienkäfer bei der Paarung zeigen, wie lebendig diese Gartenbereiche geworden sind.
Zwischen Erde, Holz und Schatten
Aus aufgeschichteten Grassoden, Erde und Holz entstand ein stiller Lebensraum. Im Schutz des alten Rhododendrons entwickeln sich hier langsam neue Strukturen.
Der alte Bluthasel als Schutzraum
Der alte Bluthasel prägt diesen Gartenbereich seit vielen Jahren und integriert sich perfekt in die naturnahe Entwicklung. Unter seinem dichten Laub entwickeln sich geschützte, halbschattige Lebensräume mit wilden Übergängen und vielfältiger Vegetation.
Laubsaum unter der Hainbuchenhecke
Unter der jungen Hainbuchenhecke entstand aus Laub, Erde und kleinen Holzresten ein geschützter Übergangsbereich. Die lockeren Schichten bieten Rückzugsräume für Insekten, Käfer und andere Kleintiere und dürfen sich langsam weiterentwickeln.
Kleine Wasserstelle am Rand der Totholzhecke
Eine einfache Wasserstelle mit kleinen Aufstiegshilfen zwischen Gras, Totholz und Benjeshecke. Sie bietet Insekten und Kleintieren einen geschützten Trinkplatz.
Die Distel wird bewohnt
Zwischen Ackerdisteln, Schattenbereichen und wilden Übergängen entstehen kleine Lebensräume. Auch unscheinbare Insekten wie Wanzen nutzen diese Bereiche als Nahrungspflanze, Rückzugsraum und Fortpflanzungsort.
Die Tankstelle am Heckenrand
Zwischen Hecke, Totholz und gewachsener Vielfalt herrscht an warmen Tagen reger Betrieb.
Besonders die Brombeerblüten werden von Hummeln, Wildbienen und anderen Insekten intensiv besucht.
Käferburg zwischen Disteln und Wildkräutern
Wo früher kahle Fläche war, dürfen heute Holz, Wildpflanzen und Schattenbereiche langsam zusammenwachsen.
Die Käferburg wurde im Herbst 2025 angelegt und bildet inzwischen einen kleinen Rückzugsort voller Leben. 🌿
Brennnesselleben
Zwischen Blattläusen und Brennhaaren beginnt ein kleiner Mikrokosmos. Die Brennnessel ist Lebensraum und lebendiger Kreislauf.
Jagd im Brennesselwald
Wo Blattläuse sind, dauert es nicht lange: Die Marienkäfer folgen. Ein stiller Kreislaug mitten im wilden Grün.
Ein naturnaher Garten bleibt auch in Zukunft ein lebendiger Entwicklungsprozess. Viele Bereiche dürfen sich frei entfalten und werden nur behutsam gelenkt und begleitet. Das Ziel ist ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere.
Im Frühjahr werden einzelne Flächen vorsichtig freigeschnitten und neue Entwicklungen beobachtet. Im Sommer erfolgt nur zurückhaltende Pflege, damit Blühpflanzen und Wildbereiche erhalten bleiben. Im Herbst bleiben viele Pflanzenstände, Samen und Laub als Schutz und Nahrung für Tiere bestehen. Schnittgut, Äste und Laub werden teilweise wieder im Garten verwendet, zum Beispiel für Benjeshecken oder als natürliche Bodenabdeckung.
Viele Pflanzen haben sich inzwischen gut an den Standort angepasst und kommen auch in trockenen Phasen ohne zusätzliche Bewässerung aus. Die Gartenpflege erfolgt überwiegend in Eigenarbeit und orientiert sich am natürlichen Jahreskreislauf. 🌿
Pflanzliste
Lungenkraut
Bärlauch
Schmalblättriges Weidenröschen
Ackerdistel
Brennnessel
Gemeiner Schneeball
Hainbuche
Immergrün
Knoblauchsrauke
Löwenzahn
Rhododendron
Bluthasel
Lichtnelke
Viele Pflanzen haben sich im Laufe der Jahre selbst angesiedelt und wurden bewusst zugelassen oder begleitet. Der Garten entwickelte sich Schritt für Schritt aus dem Zusammenspiel von Beobachtung, Standort und spontaner Naturentwicklung.