Die Fläche, auf der heute ein 15 m²-Sandarium steht, war ganz früher Kartoffelacker, dann Rasen, dann jahrelange Versuchsfläche für eine Blumenwiese, die leider nie funktioniert hat.
Ab Herbst 2025: Die Idee
Nachdem ich in meinem Garten viele Jahre vergeblich versucht hatte, eine Blumenwiese anzulegen, kam mir die Idee mit dem Sandarium. Der Boden war zu nährstoffreich für eine Wiese, aber genau das ließ sich lösen: Ein Sandarium ist nicht nur wertvoll für bodennistende Wildbienen, sondern schafft gleichzeitig einen der magersten Standorte überhaupt für regional vorkommende Wildpflanzen. Und günstiger als Sand direkt aus der Grube geht es kaum.
Damit war die Idee geboren. Etwas Übung hatte ich bereits: Im Frühjahr 2025 hatten meine Familie und ich bei meiner Mutter schon ein kleineres Sandarium angelegt. Wir wussten also, worauf wir uns einließen. Oder zumindest dachten wir das. Den Aufwand haben wir trotzdem unterschätzt. Ich sage mal so: ein, zwei Urlaubstage sind draufgegangen, um den ganzen Sand per Schubkarre durch den Garten zu bewegen.
Aber der Reihe nach.
März 2026: Bau des Sandariums
Wir haben die Grasnarbe abgetragen und die Fläche 30 cm tief ausgekoffert. 15 m², das klingt überschaubar. Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass der gesamte Aushub irgendwo hin muss und 7 Tonnen Sand per Schubkarre durch den Garten bewegt werden wollen. Mein Mann, meine Kinder und ich haben das gemeinsam gestemmt. Der Sand kam direkt aus der lokalen Sandgrube, per Traktor mit Hänger. Ein Bekannter hat diesen mit zwei Fuhren übernommen.
Den Sand haben wir in Schichten von etwa 15-20 cm eingebracht und jede Lage leicht festgetreten. Dabei haben wir die Fläche stark mit Hügeln modelliert und mit dem Spaten senkrechte Abbruchkanten gezogen. Beim Bau haben wir auch halb vergrabene Steine und stehendes Totholz eingearbeitet.
Und dann kam die Frage, die ich nicht auf dem Schirm hatte: Was machen wir mit dem Aushub?
April 2026: Die Spontanidee – Sumpfbeet in der Jauchegrube
Einen Teil des Aushubs hatte ich bereits auf der unteren, schattigeren Hälfte des Beetes angehäuft. Dann fiel mir die alte betonierte Jauchegrube ins Auge: Ein rechteckiges Becken, knapp 75 cm tief, seit Jahren ungenutzt und ehrlich gesagt störte sie mich schon seit Jahren, da sie eine Falle für kleine Tiere darstellte. Der restliche Teil des Aushubs passte hinein, also schubkarrenweise rein damit.
So entstand auf 3 m² ein zweites Biotop, ohne zusätzlichen Aufwand und ohne zusätzliche Kosten. Heute wachsen dort Trollblume, Sumpf-Labkraut, Prachtnelke, Sumpf-Storchschnabel, Geflügeltes Johanniskraut, Wasser-Minze und Knotige Braunwurz. Ein blauer Eisenhut hat sich von selbst eingefunden.
Ab Mai 2026: Viele Beobachtungen
Beide Bereiche haben sich schnell belebt. Im Sandarium sind Lehmwespen, Masken-, Schweiß-, Mauer-, Sand-, Furchen- und Mörtelbienen unterwegs, Ameisen haben sich als Erste angesiedelt. Schmetterlinge, Schwebfliegen und viele weitere Insekten besuchen regelmäßig beide Bereiche.
Juni 2026: Der Funke springt über
Am 20. Juni 2026 war mein Garten Teil einer öffentlichen Gartentour der Regionalgruppe Mittelhessen des NaturGarten e.V. 15 Menschen haben die neuen Biotope besichtigt, Fragen gestellt und Ideen mitgenommen. Außerdem besuchte mich eine Journalistin für einen Pressebericht, der in der Online-Ausgabe einer großen überregionalen Zeitung erschienen ist. Dokumentiert habe ich alles auf meinem Blog antje-mueller.net und auf naturaDB.de, wo ich Sandarium und Sumpfbeet als “Kompositionen“ einreichen durfte.










































































