Beim Anlegen meines Sandariums bin ich auf ein Problem gestoßen: Was mache ich mit dem Aushub? Statt ihn abzufahren, habe ich daraus ein Sumpfbeet in einer alten betonierten Jauchegrube aufgebaut. So entstanden aus einer einzigen Aktion zwei völlig unterschiedliche Lebensräume.
Für das Sandarium wurden 15 m² Fläche 30 cm abgegraben und mit 7 Tonnen Sand befüllt. Bepflanzt habe ich es mit heimischen Arten: z.B. Färber-Wau, Stauden-Lein, Heil-Ziest, Gewöhnlicher Wundklee und Nordischer Drachenkopf. Das Sumpfbeet entstand auf 3 m² aus dem abgetragenen Boden – ressourcenschonend und ohne zusätzlichen Aufwand. Hier wachsen Trollblume, Sumpf-Labkraut, Prachtnelke, Sumpf-Storchschnabel, Geflügeltes Johanniskraut und Wasser-Minze.
Beide Bereiche haben sich schnell belebt: Im Sandarium graben Lehmwespen oder die rotbeinige Furchenbiene ihre Brutgänge, Ameisen bauen fleißig. Schmetterlinge und viele weitere Insekten besuchen regelmäßig beide Bereiche.
Die Projekte habe ich auf meinem Blog antje-mueller.net dokumentiert. Am 20. Juni 2026 war mein Garten Teil einer öffentlichen Gartentour der Regionalgruppe Mittelhessen des NaturGarten e.V., außerdem besuchte mich eine Journalistin für einen Pressebericht.
Über unsere Gruppe
Sandarium und Sumpfbeet waren ein Familienprojekt: Aushub und Sand haben wir gemeinsam mit vielen Schubkarren bewegt. Ein Bekannter hat uns den Sand mit dem Traktor aus der Sandgrube geholt und an die Gartenkante geliefert. Die Regionalgruppe Mittelhessen des NaturGarten e.V. unterstützte das Projekt, indem sie es im Rahmen einer öffentlichen Gartentour zugänglich machte. Auf naturaDB konnten beide Projekte vorgestellt werden.
Vorher- & Nachher-Bilder
Vorher ca. 2021
Von der Rasenfläche wurde ein Halbkreis abgetrennt, der später die Form für das Sandarium vorgab. Der missglückte Versuch, eine Blumenwiese anzulegen, wurde dieses Jahr zugunsten des Sandariums aufgegeben.
Vorher: ca. 2019
Sicht von oben: Der gesamte Bereich war Rasenfläche beim Einzug
Vorher 2020
Erste Baumaßnahmen neben der späteren Sandarium-Fläche: Ein kleiner Steg grenzt den Bereich ab.
Vorher
Sicht auf mit Schamottsteinen abgegrenzten Bereich, der 2026 komplett umgestaltet wurde.
Das Sandarium pflegt sich weitgehend selbst – Unkraut fasst im mageren Substrat kaum Fuß. Die Stauden bleiben über Winter stehen und werden erst im späten Frühjahr zurückgeschnitten, damit Insekten die Stängel als Winterquartier nutzen können. Ab und an muss der Wasserablauf optimiert werden, damit kein Wasser vor der Abbruchkante steht.
Das Sumpfbeet erfordert mehr Aufmerksamkeit: Da der Aushub viele Unkrautsamen mitgebracht hat, jäte ich dort regelmäßig per Hand. Bei langen Trockenperioden wässere ich bei Bedarf nach. Auch dort wird erst im Frühjahr das Verblühte runtergenommen.