Wir gärtnern hier seit 2021. Der Brandenburger Sandboden zeigte hier seine Artenvielfalt und viele Tiere der Binnendünen und sandigen Böden fühlten sich bei uns wohl. Nach und nach verschwand durch Bewuchs immer mehr Sandboden.
Wir wollen also mehr Strukturen und vor allem wieder offenen Sandboden in unserem Garten!
Wir nutzten den Aushub der Nachbar*innen um einen Sandberg aufzuschütten um so offenen Boden für Insekten, Spinnen und Zauneidechsen zu schaffen. Aufgrund der explosiven Sprengstoffsituation können wir hier nicht tief graben – daher wurde das Ganze gleich noch als aufgeschütteter Senkgarten genutzt.
Wir haben nur recycletes Material verwendet (Steine, Totholz und den Aushub).
Der Berg wurde im Frühling direkt angenommen, von Wildbienen, Dünen- Sandlaufkäfern und vielen anderen Tieren. Bepflanzt wurde er, bis auf Geophyten, nur mit standortgerechten heimischen Pflanzen, die meisten auch regional hier vorkommend.
Langfassung:
Unser Garten besteht seit 2021 und wurde von uns „in den Sand gesetzt“.
Allerdings haben wir nicht alles falsch gemacht, sondern gärtnern auf Brandenburgischem Sand. Oftmals fehlinterpretiert als „schlechter Boden“ wussten wir dank langer Recherche schon, dass wir auf dem bestehenden Boden gärtnern wollen und haben uns keine Tonnen Muttererde liefern lassen. Artenvielfalt kann auf mageren Böden besonders hoch sein, weil die Konkurrenz nicht so stark ist.
2021 begann mit einem Stück gerodeten Kiefernforst, viel offenem Boden und quasi einem leeren Blatt. Das füllte sich extrem schnell mit heimischen Pflanzen und Naturmodulen. 2025 merkte ich, dass sehr viel unseres offenen Bodens verschwunden war – und mit ihm auch Arten, die besonders und selten sind, wie z.B. der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida). Aber auch die vielen Sand- und Pelzbienen sollten weiterhin ein zu Hause bei uns finden können.
In einem Bereich, der zwar mit heimischem Gras, aber einer Monokultur aus Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) zugewachsen war, entfernten wir und Handarbeit und nur mit Grubber als Werkzeug das Gras auf einer ca 27 m² großen Fläche. Wie zu erwarten, war dort kaum etwas los, ein paar Wolfsspinnen, das wars.
Unsere Nachbarn bauten einen Pool und wir durften einen Großteil des Aushubs haben, magerer Sand mit Schluff und etwas Lehm. Perfekt. Dankbar den Aushub nicht abtransportieren zu müssen, wurde uns der Aushub rüber gefahren und jede Schicht ordentlich mit der Schaufel festgeklopft. Und dann lag er da erstmal: 7 Meter lang, 4 Meter breit und ca 1,5 Meter hoch.
Ich recherchierte, fragte andere Naturgärtner*innen und baute mir so langsam eine Idee zusammen.
Es soll ein Berg bleiben, mit einer Sitzfläche in der Mitte. Also ähnlich wie ein Senkgarten, nur eben das wir den Aushub nutzen und nicht in die Tiefe graben müssen. Mit ausgezogenen Seiten und vieeeel Recycling. Wir hatten noch Birkenstämme, von toten Birken, die gefällt werden mussten und Muschelkalksteine vom Bau einer Trockenmauer (aus München, um keine Sklaven- und Kinderarbeit zu unterstützen).
Stellt euch vllt einen etwas verunstalteten Halbmond vor 😉
Mit super Unterstützung von Steffi ging es dann im Oktober los, wir begannen den Sandberg in Form zu bringen!
Als erstes zeichneten wir den Teil in der Mitte ein, der abgetragen werden sollte und trugen oben vom Berg ab, um ihn seitlich in die Länge zu ziehen und den Halbmond zu formen. Vorher zogen wir auch auf den Längen das Reitgras heraus, pflanzten den wild aufgegangen Oregano in Töpfen, damit er später wieder einziehen konnte.
Auch hier wurde jede Lage wieder ordentlich festgeklopft und fest getreten, mit allen Mitteln 😉.
Dann musste Totholz her, gut das noch so viele dicke Birkenstämme im Garten herumlagen. Also nix wie los. Auch anderes Totholz für die Ebenen haben wir aus den verschiedenen Orten im Garten zusammengesucht.
Anschließend ging es an die Steine, die die Seiten halten sollten. Wir nennen sie einfachshalber Trockenmauern, auch wenn es keine sind :D. Teilweise haben wir etwas Lehm in die Zwischenräume gefüllt, für Wildbienen, die dadrauf stehen.
Die Birkenstämme stellten wir senkrecht. Sie halten die Steilwände, für die Bienen die es gerne steil mögen.
Bis in den Dezember hinein wurde der Berg nach und nach bepflanzt. Oben drauf mit Pflanzen die sehr tiefe Wurzeln bilden, damit er stabilisiert wird. An den Seiten mit weiteren standortgerechten heimischen Pflanzen – einmal sandig und trocken, bitte!
Und jetzt wächst alles vor sich hin- die Tiere haben es super angenommen, überall summt und brummt es, es wird sich gepaart, gejagt, gefressen, gebuddelt und versteckt.

































