Mitten im Naturpark Altmühltal entsteht zwischen Dollnstein und Ried ein Lehrgarten für den Landkreis Eichstätt. Eine essbare Hecke mit angrenzender Käferwiege wurden bereits im Herbst 2025 angelegt. In der Hecke befinden sich klimaangepasste Arten von Maulbeere, Quitte und Mispel über verschiedene Weißdorne und Aroniakreuzungen bis zu Granatäpfeln. Am Rande der Hecke wurde mittels Totholzstämmen und Rindenstücken eine Käferwiege angelegt. Das langsam verrottende Holz umgeben von Gehhölzstrukturen bietet einen wichtigen Lebensraum für verschiedene Käferlarven. Im Rahmen eines Seminars des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege wurde im Mai 2026 mit verschiedenen Akteuren aus der Region ein vielfältiges Staudenbeet angelegt, welches ein weiteres Element des Biodiversitätssaumes bildet. Die Staudenarten wurden gemeinsam mit einer lokalen Bio-Staudengärtnerei zusammengestellt und beinhalten sowohl heimische Arten als auch Kultursorten. So soll gezeigt werden, wie Nahrungsspezialisten mit speziellen Wildarten gefördert werden können, ohne auf den dekorativen Effekt, welchen viele Kultursorten mit sich bringen, zu verzichten. Im Zentrum der Fläche befindet sich ein schütter bepflanztes Sandarium, welches Nistmöglichkeiten für bodenbrütende Wildbienen bietet. Tonröhren, Findlinge und Wurzelstöcke bieten Unterschlupf und Lebensraum für Reptilien. Die Beetbegrenzung aus Totholzstämmen mit Bohrlöchen bieten weitere Nistmöglichkeiten. Der Lehrgarten befindet sich an einem Radweg und ist umgeben von beliebten Wanderruten im Altmühltal. Er ist jederzeit öffentlich zugänglich. Mittels Infotafeln werden den Besucherinnen und Besuchern die verschiedenen Elemente und deren Nutzen für die Natur erklärt. Wo früher intensiv gemähter Sportrasen war, befindet sich nun ein sich entwickelndes Refugium für viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Angrenzende Spiel- und Picknickbereiche laden zum verweilen ein. Der Zukunftsgarten des Landkreises soll exemplarisch zeigen, wie Nutzung durch den Menschen und Förderung der Artenvielfalt nicht nur miteinander vereinbar sind, sondern sich auch gegenseitig begünstigen können. Über die Pflanzaktionen wurden in der Regionalpresse berichtet und die Fläche mit all ihren Bewohnern auf den Instagram-Kanal des Landkreises vorgestellt. Mir dem gelieferten Impulsen aus dem Seminar, erhoffen sich die Akteure, dass viele weitere Biodiversitätsbeete im Landkreis entstehen werden.

Biodiversitätssaum im Zukunftsgarten
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150 m²
Kommunale Flächen
Bayern, 91795 Dollnstein
Landkreis Eichstätt mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege (50 Personen)
Über unsere Gruppe
Landkreis Eichstätt, Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Eichstätt, örtliche Gartenbauvereine und lokale Akteure (Naturschutzwächter*innen, Gemeindevertreter*innen)
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Vor der Aktion befand sich in den betreffenden Bereich ein regelmäßig gemähter Sportrasen mit nur wenigen Blühpflanzen..

… wurde als erste Struktur im Herbst angelegt.

Im März folgte die Vorbereitung der Staudenflächen: Es wurden die Grasnarbe abgetragen, eine Begrenzung aus natürlichen Materialien geschaffen, gezielt Strukturelemente (Tonröhren, Findlinge, Wurzelstöcke) eingebracht und ein Sandarium mit ungewaschenen Sand für bodenbrütende Wildbienen definiert.

…mit einem hohen Anteil heimischer Arten findet man in der Bio-Staudengärtnerei Haid. Dank gilt dem Team, welches mit viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung das Sortiment ständig erweitert.

… der wilden und umfangreichen Pflanzenselektion war Dank des Transportservices des landkreiseigenen Bauhofs kein Problem.

In nur 6 Wochen haben sich die gesetzten Stauden trotz trocken-heißer Witterung wunderbar entwickelt und werden die kommenden Jahren einen dichten Blütenteppich von März bis Oktober bilden.

Im Juli leuchteten die Verbene und Königskerzen um die Wette, gaben vertikale Struktur und zogen viele summende Gäste an
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

6 Wochen nach der Pflanzung haben sich die Stauden schon gut entwickelt

Sehr schnell wird das Staudenbeet mit seinen Pflanzen von verschiednen Arten besiedelt wie dieser Raupe vom Königskerzenmönch

… fliegen auf dem Muskateller-Salbei, der wenige Wochen nach der Pflanzung herrlich blüht.

…wie die Rundblättrige Glockenblume sind nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle vieler spezialisierter Wildbienen, die filigranen Dauerblüher sind auch eine echte Augenweide im Beet.

…lieferten die ersten Farbtupfer gleich bei der Pflanzung. Später labten sich Stiglitze an den Samen.


…kurz vor dem Erblühen, die essbare Hecke liefert ein vielfältiges Blütenangebot für Wildbienen und dank Ihrer regen Bestäubungstätigkeit später auch Früchte für Mensch und Tier.

… ist vom Hochsommer bis in den Herbst hinein ein Magnet für Insekten
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Zwischen der essbaren Hecke und den Staudenbeet wurde mit verschiednen Totholzstämmen, Wurzelstöcken, Hackschnitzeln und Rindenstücken eine Käferwiege angelegt, welche zukünftig Heimat verschiedener Käfer wie den Balkenschröter oder Hirschkäfer werden soll.

Die Larven des Rosenkäfers fühlen sich im verrottenden organischen Material der Käferwiege wohl

…finden unter Lesesteinen, Tonröhren und Wurzelstöcken Deckung

…sind die reycleten Totholzstämme. Zusätzlich zu den vorhandenen Fraßgängen von Käfern wurden in das Holz Löcher als Nistmöglichkeit für Wildbienen gebohrt.

… sonnig gelegen, geschützt von Totholzstrukturen, umgeben von Blühstauden bietet Nistmöglichkeiten verschiedenen bodenbrütender Insektenarten sowie ein Habitat für Reptilien.

…bildet nicht nur einen interessanten Blickfang im Beet sondern dient auch als Versteck für Reptilien. Bodenbrütende Bienen graben gerne Ihre Nester im Regenschatten am Rand.

… in einem Baumtorso neben den Biodiversitätssaums entsteht eine ungewöhnliche Unterkunft. In mit der Kettensäge geschaffene Hohlräume werden Insektennisthilfen aus verschiedenen Materialien eingelassen. Diese und eine Lehrtafel sollen zuküftig vermitteln, welche Nistmaterialien sinnvoll sind.
Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Das Staudenbeet wurde gemeinsam im Rahmen eines Seminars angelegt. Das Bild zeigt, dass die gemeinsame Arbeit Freude macht. Die Initiatoren der Aktion hoffen, dass von diesem Beet inspiriert auch weitere Beete in den Orten des Lankreises Eichstätt entstehen.

…war ein wichtiger Teil des Seminars. Die Teilnehmer*innen haben außerdem eine Pflanzliste mit Artnamen, Blühzeitpunkt und Farbe sowie Ansprüchen an den Standort erhalten. Ganz nach dem Motto „Nachahmen erwünscht“

… haben beim Seminar fleißig mit angepackt.

… mit Bohrmaschine, verschiedenen Bohrern und viel Enthusiasmus wurde aus einem alten Stamm ein Insektenhotel.

… schnelles Ende und viele Köpfe voller Ideen!

…für unkonventionelle Pflanzungen mit Tothholz, heimischen Stauden, offenen Sandflächen wurden begleitend zur Pflanzaktion erarbeitet, damit solche Beete zukünftig zum Standard werden.

… war das Team der Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises, um die Flächen mit all den verschiedenen Pflanzen und Tieren und deren Einbindung in den Naturraum zu dokumentieren und in den Social Media Account des Landkreises einzubinden (siehe Video).


… hat über die Pflanzaktion berichtet

…klärt über die ökologische Funktion von Hecken in der Landschaft auf. Sie ist eine von 4 Tafeln, die, sobald die Halterungen gefertigt sind, die die Elemente im Biodiversitätssaum durch zusätzliche Informationen ergänzen.

… nicht tot ist, sondern voller Leben und Habitat vieler außergewöhnlicher Geschöpfe ist, die meist im Verborgenen leben, zeigt diese Infotafel.

Die anschaulichen Illustrationen auf der Tafel von „Natur im Bild“ zeigt unter anderem, wie das Nest bodenbrütender Wildbienen unter der Oberfläche aussieht.
