Schulgarten als Trittstein

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40 m²

Schulgärten

Sachsen, 01689 Niederau

Ganztagsangebot Naturnah Gärtnern (15 Personen)

Eine Wiese mit wenigen Strukturen, dazu ein Gemüseacker, lädt wenig zum Verweilen ein. Weder Schüler noch Insekten oder andere Tiere finden hier Futter. Gut, die Kinder können ein wenig Gemüse ernten, aber die Neugier und der damit verbundene Wissensdurst werden nicht versorgt. Insekten finden nur so lange Futter, bis der Rasenmäher zum Einsatz kommt.

Im Projekt möchten wir mehr Strukturen anlegen. Diese dürfen Lebensräume für Insekten oder kleine Tiere bilden. Dazu sind verschiedene Pflanzen für Menschen und Tiere geplant.

Die Umsetzung entwickelte sich ein wenig anders. Grund dafür war die Aktion „Mähfreier Mai“. Wieso? Im Mai wurde nur der Weg gemäht, sonst durfte alles wachse und blühen. Am Ende schauten wir, was so an Pflanzen auf der Wiese wuchs. 21 verschiedene Pflanzenarten konnten wir im gesamten Schulgarten finden. Was zeigt uns das? Es gibt Pflanzen, die Futterquelle für Bienen, Käfer, Schmetterlinge und Raupen bieten. Der Trittstein für die Bienen und andere Insekten war schon da, er schlummerte nur unter der Erde. Die Samen der meisten Pflanzen ruhen im Boden. Auch kommen sie bei entsprechendem Wetter auch zum Keimen und zeigen ihre Blätter. Doch mähen wir Gärtner viel zu schnell. Es soll doch gepflegt aussehen. Dieses Jahr machten wir es anders. Die Wiese wurde nicht gemäht. So konnten die Pflanzen auch mal blühen. Leider konnten wir zu den gemeinsamen Zeiten nur wenige Insekten beobachten, doch es braucht seine Zeit, bis die Insekten sich ansiedeln. Die Grundlage für einen insektenfreundlichen Schulgarten und Trittstein für Insekten ist vorhanden. Nun fehlt er noch auszubauen.

Die geplante Gestaltung erfolgte trotzdem, da auch Strukturen im Garten fehlten. Neben den Blühpflanzen für Insekten zogen auch ein Obstbaum, Beerensträucher und eine Wildobsthecke ein. Im Laufe der Jahre dürfen sich diese als Lebensraum und Lernort entwickeln. Neben der Nahrungsgrundlage für die Insekten entstehen so auch Orte zum Lernen. Die Schüler können beobachten, wie aus den Blüten Früchte werden. Sie können diese schmecken oder sehen, wie die Vögel die Früchte naschen. Es entsteht ein kleiner Ort für das Lernen auf verschiedenen Ebenen.

So entsteht ein neuer Trittstein für Insekten, Kinder und Erwachsene. Die Möglichkeiten für die Nutzung als Lernort entwickeln sich mit der Zeit. Ich durfte schon beobachten, wie Schüler im Unterricht den Acker fürs Gemüse pflegten. Ein anderer Teil der Schüler untersuchte Bereiche und hielt auf Arbeitsblättern Beobachtungen fest.

 

In den Beschreibungen kommt immer mal wieder „ich“ vor. Damit meine ich mich als Leiterin des Ganztagsangebotes „Naturnah Gärtnern“ und Erstellerin des Beitrages. Ich bin Kerstin Dähne und leite das Angebot seit Beginn des Schuljahres 2024/25. Seit ca. 2019 gestalte ich meinen privaten Garten naturnah. Hilfreich dabei sind mir die Ideen des Hortus-Prinzips und der Permakultur. So sammele ich meine eigenen Erfahrungen und probiere aus. Seit 2022 gebe ich mein Wissen als Ackercoach an Kinder und Bildungseinrichtungen weiter. Mir liegt viel daran, mit der Natur zu gärtnern, die Vorgänge zu beobachten, zu begreifen und danach zu arbeiten.

Mit „wir“ im Text meine ich die Gruppe des Ganztagsangebotes. Sie besteht aus zehn aktiven Kindern und mir. Zum Halbjahr wechselten ein paar der Kinder, sodass insgesamt 15 Kinder das Angebot nutzen konnten.

 

Über unsere Gruppe

Schüler der Grundschule Niederau GTA-Leitung Kerstin Dähne

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Bisher galt unsere Aufmerksamkeit noch sehr der Planung und Umsetzung. So entstand erst einmal die Fläche mit Blühpflanzen und Sträuchern. Bei der Pflege unterstützt uns der Hausmeister.

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder