Hortus Praeludium

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1500 m²

Privatgärten groß (ab 500 m²)

Brandenburg, 15757 Halbe OT Freidorf

Wachstumsbegleitungstheoretiker – Annette Lattke (2 Personen)

“Praeludium – Vorspiel“

Gewählt habe ich diesen musikalischen Namen für unseren Garten, weil ich einen Garten als immerwährendes Vorspiel sehe. Man ist nie fertig, was den Reiz des Ganzen ausmacht. Gestalten, improvisieren, innehalten, sinnieren. Der heutige Tag ist nur das Vorspiel für das nächste Jahr. Wir selbst als Mensch sind nur ein Vorspiel: Was wir heute im Garten komponieren, macht morgen den Klang. Und nach uns Stille oder Symphonie. Wir haben die Wahl. Und die Verantwortung.

Außerdem lässt es sich in so einem summenden und brummenden Garten natürlich auch viel angenehmer musizieren 🙂

Der Mulmbock (Einstufung selten) vom Titelbild ist mit Abstand unser bisher größter Summbrummer. Das Aufstellen von extrem viel Totholz hat sich nicht erst seit diesem Prachtexemplar gelohnt. Das passt gut, denn unterdessen bin ich süchtig nach Totholz.

Ausgangslage:

Nachdem wir das Grundstück Ende 2022 gekauft haben, begann ich ab dem Frühjahr 2023 erstmal mit einer
Bestandsaufnahme der Insekten und vorhandenen Pflanzen. Sie sollten mir zeigen, wie der Garten zukünftig
gestaltet werden kann, ohne vorhandene Lebensräume zu zerstören. Auf den ersten Blick handelte es sich nur
um einen trockenen Sandhügel an einer Lindenallee. Doch das täuschte. Der Hügel ist tatsächlich extrem
trocken, aber nur Teile davon sehr mager. Im unteren Bereich steht das Grundwasser recht hoch, dadurch gibt
es auch einen eher frischen Bereich. Auf dem Grundstück lebten vor uns viele Jahre zwei Kühe, die Teilbereiche
heftig düngten. Der Eigner der Kühe hat den Dung nicht abgefahren, sondern über Jahre an einer Stelle des
Grundstücks gelagert. Durch die Kühe war sämtliche Vegetation permanent raspelkurz gefressen. Die spannende Frage war also, was passiert, wenn die Kühe nicht mehr fressen. Die Antwort: Gräser, Gräser, Gräser und Brennnesseln. Dicht, an
einigen Stellen fast undurchdringlich. Auf dem trockenen Berg Quecke, meterlange Wurzeln.

Der Plan war also, jeden der vorhandenen Lebensbereiche bestmöglich für Insekten zu erhalten, zu ergänzen und zu verbessern. Eine Überraschung war dann die trotzdem schon vorhandene Vielfalt an Insekten. Unseren Hausbau und die Gartengestaltung habe ich von Anfang an in Projektbereiche eingeteilt. Mit verschiedenen Apps verfolge und dokumentiere ich die Entwicklung der Biodiversität.

Für alle Vorher-Nachher-Bilder gilt: Das Vorher waren nur Bild 1 und 2. Die Nachher-Bilder sind sämtlich in den Kategorien verteilt.

Projekte 2026:

 

Steinpyramide als Mauswieselhaus:

Damit die Wühlmauspopulation Stück für Stück in die Schranken gewiesen wird, habe ich 2025 in eine große
Steinpyramide ein „Mauswieselhaus“ gebaut. Die Pyramide steht präsent an unserem Obstbaumrondell. Wir
wollen zukünftig eine Wildtierkamera installieren, da der Eingang in diesem Frühjahr auf jeden Fall genutzt wurde. Hinter die Pyramide habe ich dieses Jahr die offenblütige Bodendeckerrose „Apfelblüte“ gepflanzt, damit sie die Rückseite für Insekten nützlich überrankt. Den Steinüberbau habe ich dieses Frühjahr gegen flache Kalksteinplatten ausgetauscht, damit die Steine nicht mehr rutschen können. Vorher hatte ich ziemlich runde Feldsteine benutzt, was sich nicht mit den Vibrationen des Straßenbelagwechsels vor dem Grundstück vertrug, wenn Großfahrzeuge unterwegs waren. Direkt hinter der Pyramide habe ich nun außerdem meine Distelfläche ergänzt: Die beiden letzten Herbst gepflanzten Karden blühen nun, ebenso die nickende Distel. Nächstes Jahr sind dann Gewöhnliche Kratzdisteln und Eselsdisteln mit dem Blühen dran.

Pflanzenliste Steinpyramide

 

Totholzhecke am Rosenberg:

Eine mir sehr wichtige Hecke entstand nach dem Hausbau oben auf dem Hügel, um zum Nachbargrundstück ein
Gegenstück bei der Bepflanzung zu schaffen. Sie besteht aus heimischen Wildrosen. Damit auch hier der omnipräsente Wind gebrochen wird und ein weiteres sinnvolles Naturmodul entsteht, habe ich wieder (wie sofort nach Kauf im unteren Teil des Grundstücks) Robinienpfähle eingeschlagen und das winterliche Schnittgut unserer drei Kopfweiden genutzt, um eine weitere Totholzhecke zu schaffen. Unter die Weidenäste, gerade noch sichtbar, habe ich wieder Totholzstücke verschiedenster Baumarten gelegt. Die Erfahrung aus dem ersten Jahr war, dass es immer spezialisierte Insekten gibt, die das Angebot annehmen. Womit ich allerdings gar nicht gerechnet hatte: Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass sich ein Staat Rote Waldameisen angesiedelt hat. Was für eine Freude!

Pflanzenliste Rosenhecke

 

Nutzgarten – Hochbeet:

Bei all der vielen Arbeit nach Hausbau, Einzug und dem Aufbau des Naturgartens haben wir erst gar nicht an echte Nutzbeete gedacht. Unser erster provisorischer Versuch ist schiefgegangen, die gesetzten Kartoffeln sind zwar gut gewachsen, wurden aber von den Wühlmäusen verspeist. Letzten Herbst hat mein Mann dann doch das große Palettenbeet wieder aufgebaut, welches wir an unserem alten Wohnort nach der Eigenbedarfskündigung abbauen mussten und bei unserem Zwischenwohnen nicht aufbauen konnten. Nach dem Aufbau haben wir es mit Astschnitt und Grassoden gefüllt. Schon in diesem Stadium war es für die letzten noch lebenden Rosenkäfer im Herbst interessant. Nun befüllen wir das Hochbeet immer weiter mit Mahdgut und ich habe einfach schonmal einen Kürbis, eine Tomate, eine Chili und einen Basilikum “gepflanzt“. Obwohl noch gar keine wirkliche Humusschicht drinnen ist, wächst alles munter und teilt sich den Platz mit dicken Käferlarven. Befüllt wird es immer weiter aus dem Schnittgut der jeweiligen Staffelmahd.

 

Wildbienenhaus:

Durch eine Anzeige für ein sehr preiswertes “Kassenhäuschen“ dieses Frühjahr kam ich auf die Idee, daraus ein Wildbienenhaus zu machen und es selbst zu befüllen. Dazu habe ich ehemalige Weinsteine mit einer Mischung aus Sand und Lehm gefüllt. Die Weinsteine darüber bekamen Bambusabschnitte und in die derzeit letzte Etage Holzwürfel mit Bohrlöchern. Für die Rostroten Mauerbienen, die das andere Häuschen regelmäßig belegen, kam dieser Standort in diesem Jahr zu spät, aber andere Wildbienen und Wespen haben ihn schon entdeckt und die Bambushülsen belegt. Ringsherum pflanze ich diesen Herbst dann noch mehr Blühpflanzen. Ich bin gespannt ob und wenn ja welcher Vogel irgendwann ins Dachgeschoss einzieht. Dieses Jahr fühlen sich Haus-Feldwespen unter dem Dach so richtig wohl.

Pflanzenliste Wildbienenhaus

 

Nutzgarten – Erdkeller:

Eine weitere kleine Nutzzone habe ich auf dem Dach des Erdkellers angelegt. Dort wachsen nun Bohnenkraut,
Thymian, Oregano, Majoran, Petersilie und Schnittlauch. Da der Erdkellerberg direkt vor dem Hauseingang liegt, kann man zu den Mahlzeiten schnell zugreifen. Für Insekten sind die Blüten der Kräuter sehr attraktiv. Hummeln in allen Größen, verschiedenste Wildbienen, Schmetterlinge – alle finden sich ein. Gepflanzt habe ich für Fluginsekten außerdem Rotes Seifenkraut, gesät habe ich Sandmohn. Von allein siedelten sich Klatschmohn und Gewöhnlicher Erdrauch an. Ich werde den Erdkellerberg nicht komplett zuwachsen lassen, da die Blauflügelige Ödlandschrecke (Vorwarnliste) hier lebt. Dieses Jahr habe ich wieder ganz kleine Exemplare entdeckt, ich möchte, dass das auch zukünftig so bleibt.
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Carport – Gründach:
Auch das Carportdach sollte begrünt werden, als Ausgleich für die Stellfläche. Letzten Herbst habe ich mit der Bepflanzung begonnen, die Fläche ist jetzt also noch nicht zugewachsen. Die besonderen Herausforderungen: Aus Kostengründen habe ich nur sehr kleine Pflanzen setzen können und wenn möglich sogar noch geteilt. Die meisten sind zum Glück sehr gut angewachsen und blühen dieses Jahr schon. Auch in Zukunft werde ich sehr regelmäßig den Bewuchs kontrollieren müssen, da durch ungünstiges Vogelfutter der Nachbarn ständig Samen aufgehen. An die Blüten meiner eigenen Pflanzen gehen sehr viele winzige Wildbienen und Schwebfliegen. Heute habe ich das erste Mal da oben einen Wollschweber entdeckt – ein süßer Plüschflieger 🙂 Ausgesäht habe ich auf dem Dach die Gemeine Grasnelke, Gemeine Lichtnelke, Gemeines Leimkraut und Steinbrechfelsennelke, die alle gekeimt sind und schon blühen. Eine Überraschung kam mit dem Dornigen Hauhechel, denn den habe ich nicht gepflanzt oder gesät. Ich wollte das winzige Pflänzchen schon ausrupfen, habe dann aber lieber bis zur Blüte gewartet – zum Glück. Auch das kleine Leinkraut kam von selbst, es ist auf NaturaDB noch nicht gelistet. Die Blüten sind ganz winzig, die nutzenden Wildbienen ebenso. Um die Bepflanzung optisch aufzulockern und sowohl Käfer und Wildbienen anzulocken, fanden auch Totholz und Steine den Weg aufs Dach. Weitere flache Holzstücke markieren mehrere Wege, damit man nicht auf die Pflänzchen tritt.
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Königskerzenrondell:
Die Wurzeln von Königskerzen sind an frostfreien Tagen im Winter anscheinend ein Festmahl für Wühlmäuse. Die Gänge sind überall im Garten, wo es leckere Wurzeln gibt. Nun versamen sich die Königskerzen bei uns eigentlich ganz gut, aber das nutzt ja nichts, wenn sie im Blühjahr von unten abgefressen sind. Also habe ich dieses Jahr kurzen Prozess gemacht, und eine Fläche, die nur aus Quecke und Nachtkerzen bestand, umgeformt. Die elende Plackerei, die Quecke herauszuholen, hat im ersten Durchlauf mein Mann übernommen. Die Nachlese habe ich dann durchgeführt. Die Nachtkerzen zogen sich zum Glück leichter raus. Dafür gehen von dieser nach wie vor Samen auf. Für das neue Rondell habe ich dann mittig viel übrigen sehr groben Splitt in den Boden eingearbeitet, umrahmt von großen Granitsteinen. Alle Königskerzen, die ich im Garten noch gefunden habe (auch zwei vom letzten Jahr mit angefressenen Wurzeln), sowie einige über Kleinanzeigen besorgte habe ich dann in dieses Rondell gesetzt. Der Schutz durch den Splitt hat es gebracht: Alle Pflanzen sind in kurzer Zeit enorm gewachsen, so dass ich auch gleich noch eine Einsaat vorgenommen habe.
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Sitzmauer:
Da ich noch so viele Granitsteine übrig hatte und mit der Steinpyramide schon so gute Erfahrungen als Versteckmöglichkeit für allerlei Getier gemacht hatte, wollte ich nun das Nützliche mit dem Praktischen verbinden und eine Sitzmauer bauen, die einen Teil des Königskerzenrondells einrahmt. Sowohl zum Beobachten, Ausruhen oder Musizieren fand ich das gedanklich reizvoll. Also an einem Wochenende ein weiteres Mal drehen, probieren, schieben und stapeln – zack, eine neue Sitzgelegenheit. Selbstverständlich ohne jegliche Versiegelung, sondern tatsächlich nur mit geschicktem Stapeln. Mit dicken Kissen sehr gemütlich und im Erdgeschoss nach wenigen Tagen flitzende Grillen. Die Elterntiere saßen abends zirpend zwischen den Steinen, so dass ich mich dann öfter doch nicht traute ihnen ihren Platz wegzunehmen. Also musste daneben das nächste Projekt her…
Holunderrondell:
Vom Bau der Kleinkläranlage war noch der Aushub der ersten Stufe mittig auf dem Grundstück gelagert. Er überwuchs und Wühlmäuse zogen ein, was ich augenrollend zur Kenntnis nahm. Gelesen hatte ich, dass roter Holunder früher genutzt wurde, um Wühlmäuse zu vertreiben, sie mögen den Geruch nicht. Also nahm ich mir letzten Spätherbst einen kräftigen wurzelnackten Steckling und pflanzte ihn mitten auf diesen kleinen Hügel. Er ist wunderbar angewachsen, blühte im Frühling schon sehr früh und bekam noch heimische Pflanze als Begleitung. Ringsherum stellte ich nun noch große Kalksteinbrocken auf und setzte ein paar Thymiane dazu. Portulak nimmt unterdessen die Wege ein und landet immer mal als Salat auf unserem Teller. Ganz wunderbar finde ich, dass die Grillen den neuen Wohnort sofort als Alternative angenommen haben. Der Grund: Sie nutzen am Abend die Steine als Klangarena 😀 Der Ort ist akustisch so günstig, dass sie auf dem gesamten Grundstück zu hören sind. Ein Standortvorteil für diese Mieter. Sehr gern werden die Kalksteine auch von großen Faltern als Sonnenplatz genutzt, insbesondere Trauermäntel. Wildbienen in allen Größen pausieren ebenso regelmäßig auf ihnen. Bei der Auswahl der Oberseite der Steine habe ich außerdem darauf geachtet, dass Mulden nach oben zeigen. Diese  füllen sich bei Regen mit Wasser und ich fülle sie regelmäßig mit der Gießkanne. Dieses Angebot haben insbesondere Wespen sehr gern angenommen.
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Feldsteinmauer Halbschatten:
Um mehr Module mit Feldsteinen zu bauen, horteln wir seit zwei Jahren alle Feldsteine, die andere Menschen loswerden wollen. Diese wurden dann gelagert, wo gerade Platz war. Der Nachteil: Sie sind beliebt. Jedes Mal, wenn ich von so einem Lagerort Feldsteine entnahm, habe ich den Wohnort dort schon lebender Tiere gestört, die Jahreszeit war da ganz egal. Von Kröten über Wildbienen, die am Rand dieser Steine Nisthöhlen graben war alles mit dabei. Dieses Jahr wollte ich diesen Zustand beenden und endlich die noch gelagerten Steine verbauen. Entstanden ist ein neues Mäuerchen im Halbschatten – ein neuer Ort für Blindschleiche und Co. Da ich für den neuen Ort das Gras entfernen musste, haben auch dort nach dem Legen der ersten Steine Wildbienen und Erdwespen den Rand gleich für neue Nistgänge genutzt. Ich hoffe, ein Teil der Brut hat überlebt, denn auch die Wühlmäuse ließen nicht lang auf sich warten und sind den Rand der neuen Mauer entlanggewühlt. Dafür gab es wieder eine Überraschung bei den Insekten, denn die warmen Feldsteine werden abends sehr gerne von Heuschrecken zum Ruhen genutzt.
Pflanzenliste Feldsteinmauer Halbschatten
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Stumpenzaun:
Manche Probleme lösen sich (fast) von selbst. Unser Problem im Garten war, dass der Wind extrem unangenehm bei uns hindurchfegt. Für die Sträucher der angelegten Vogelschutzhecke war das ein Wachstumshindernis, weil im Sommer Feuchtigkeit weggeweht wird und im Winter durch den Wind zusätzliche Kälte herrscht. Für einen so langen Zaun (ca. 50m) fehlten uns aber die finanziellen Mittel. Ich war gerade dabei, gedanklich wieder eine Totholzhecke einzuplanen, da wurden auf der Wiese gegenüber plötzlich riesige Stumpen von einer Baumaßnahme gelagert. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass dieser Ort zur Zwischenlagerung dient und die Transportfirma froh wäre, wenn sie die ganzen Stumpen bei uns als Zaun installieren könnten. Einmal über die Straße, statt kilometerweit weg. Eine Win-win-Situation, ich war komplett begeistert! Nach dem Ablagern bei uns haben wir noch überlange Wurzeln gekürzt, um mehr optische Ruhe in das Wurzel-Chaos zu bringen. Die Bepflanzung der Straßenseite startet dann diesen Herbst, dieses Frühjahr hatte ich nur einen einzelnen Färber-Ginster übrig. Auf der Gartenseite schützen die Stumpen nun Hecke und niedrige Pflanzen. Nachdem Ruhe eingekehrt war, wurden die Stumpen sofort angenommen. Zaunkönige, Meisen, und Elstern hüpfen regelmäßig zur Futtersuche hindurch und nutzen hochstehende Wurzeln als Ausguck. Käfer umschwirren die Stämme, abends oft mit lauten Gebrumm. Wenn die Käferbruten durch sind, werden den Wildbienen verschiedenste Nistgänge zur Verfügung stehen. Ein Habitat für viele Jahre. Und von der Transportfirma nach meiner Erklärung des Grunds für meine Begeisterung der Hinweis, dass ich jederzeit anrufen kann, wenn ich wieder Stumpen benötige.
Pflanzenliste Stumpenzaun Gartenseite Hecke
Pflanzenliste Stumpenzaun Gartenseite Schattensaum
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Stammzaun:
Durch Pläusche über den nichtvorhandenen Gartenzaun, aber im Besonderen durch den Stumpenzaun hatte sich endgültig herumgesprochen, dass unser Garten etwas anders als in der Umgebung üblich aufgebaut wird. In diesem Frühjahr bekamen wir aus dem Nachbarort das Angebot, ein paar Stammabschnitte abholen zu können. So ein supernettes Angebot lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Bei näherer Betrachtung stellte sich dann heraus, dass es “ein paar mehr“ als gedacht waren. Also schnell gedanklich umgeplant, zuhause den Standort begradigt und in zwei Fuhren mit Traktor und Hänger viele riesige Stammstücke für einen neuen Stammzaun abgeholt. Einige Stämme waren von einer frischen Fällung, viele lagen aber auch schon eine Weile. Ich habe absichtlich keinen Mulm beseitigt, sondern lasse den Prozess nun für alle Vorbeikommendem sichtbar stehen. In den älteren Stammstücken sind schon viele Käfergänge zu sehen, das werden auch hier nun Wildbienen für sich nutzen können. Eine Bepflanzung habe ich probeweise mit einer einzelnen Bärentraube probiert. Vor dem Stammzaun ist ein kleiner Hang. Etabliert sich die Pflanze, werde ich den Hang damit bestücken.
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Eidechsenburg – Zwischenräume für Echsenträume:
Dieses Jahr im März habe ich einen weiteren Plan umgesetzt: Eine Eidechsenburg. Auch hierfür hatten wir schon monatelang die benötigten Platten so nach und nach gebraucht besorgt. Die Eidechsenburg hat nun eine Tiefe von ca 80cm und eine Ausdehnung von ca 100x140cm. Die unterste Schicht ist eine Drainage aus grobem Kies, die Wände sind locker mit alten Dachziegeln gesichert. Die Füllung besteht aus unregelmäßig zerkleinerten Ziegelsteinen, und zerbrochenen Dachziegeln. Kantig eingefüllt, damit viele Lücken bleiben. Vier verschiedene Tothölzer locken Käfer an, Nahrung für die Echsen. Gleichzeitig dienen sie mit den flachen Steinen im Vordergrund und den großen Steinen im Hintergrund als Sonnenplätze. Von außen gibt es viele kleine Lücken zum schnellen Verstecken und außerdem zwei verbaute Tonröhren. Die Burg ist tief genug, um als Winterquartier zu dienen und hat im Umfeld weichen Sand für die Eiablage. Die erste Bepflanzung direkt an der Burg bestand im Hintergrund aus Natternkopf, an den Seiten aus Ochsenzunge und vorn aus Sandthymian. Ein paar Samen Sand-Mohn sind auch verstreut. Es bleibt aber ein mager bepflanzter Ort. Im Umfeld habe ich noch andere Pflanze bewusst dünn gesetzt, manches kam auch von allein. Dieser Ort hat sich den Sommer über wirklich überraschend vielfältig besiedelt und wird rege genutzt. Zwei schon vorher etablierte Insektenarten – die Blauflügelige Ödlandschrecke und der Dünen-Sandlaufkäfer – sind durch die Baumaßnahmen zum Glück nicht vertrieben worden, sondern weiter hier sehr munter unterwegs. Einiges davon konnte ich fotografisch dokumentieren. Leider nur mit einer Smartphonekamera, die sehr schlecht bei Makroaufnahmen ist. Eine Bestimmung von Wildbienen ist mir nur mit Glück bei gutem Willen der Kamera möglich.
Pflanzenliste Eidechsenburg
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Dieser Garten treibt mir immer wieder Tränen in die Augen. Und macht mir bewusst, wieviel ich noch nicht weiß. Jedes einzelne Mal entdecke ich irgendetwas Neues. Mordwanze? Sackträger? Plink? Er lässt mich auflachen, wenn sich Schmetterlinge gegenseitig mit den Flügeln schlagen. Mit dem Kopf schütteln, wenn Wildbienen andere Insekten von der Blüte einer Wilden Möhre rempeln, obwohl die ganze Wiese voller Wilder Möhren ist. Was ich bei jedem Gang durch den Garten empfinde? Reines Glück!
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Über unsere Gruppe

Wir gärtnern in der Regel zu zweit, da meine Kinder schon lange flügge sind und weiter weg wohnen. Ich selbst bin für Projektierung, Planung, Anschaffungen und Umsetzung zuständig, mein Mann unterstützt mich tatkräftig und wertvoll, wenn vier Oberarmmuskeln oder 20 Finger gefragt sind. Gelernt habe ich in unfassbarem Tempo durch meine Mitarbeit bei „Mittenwalde summt!“ (2021-2022), als Mitglied des Hortusnetzwerkes und der Naturgartenforum-Gruppe.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Wir wollen künftig so wenig wie möglich einzugreifen. Der Garten besteht aus vielen Einzelmodulen, die alle eine Funktion erfüllen. Diese Naturmodule werden erhalten und gepflegt. Eine Herausforderung ist die Erhöhung der Artenvielfalt auf unseren Wiesenabschnitten. Aus Kostengründen konnten wir den durch Baufahrzeuge verdichteten Oberboden nicht großflächig abtragen lassen. Auch nicht die Bereiche, die dicht mit filzigen Gräsern und Brennnesseln bewachsen sind. Wir nehmen behutsam einzelne Gräsersoden heraus, säen ein oder pflanzen nach. Das ist insgesamt ein langsamer Prozess, zeigt aber Schritt für Schritt Wirkung. Gekaufte einzelne Pflanzen versuche ich zu teilen, möglichst mehrfach, was auch wieder Kosten spart. Die Pflege der Wiesenabschnitte erfolgt dann mit Sense per Staffelmahd, damit für Insekten immer irgendwo Halme und Stängel bis zum nächsten Frühjahr stehen bleiben können. Die Wiesenabschnitte werden wegen Einsaat und neuer Pflänzchen nur bei Notfalltemperatur gewässert.

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder