Wie kann man Kindern zeigen, dass selbst kleine Hände Großes für die Natur bewirken können? Die Antwort entstand auf dem Außengelände der Kita Pollhagen.
Gemeinsam mit den Kindern, dem Team der Kita, der Forstwirtschaft, dem Bauhof sowie der Imkerei Hinse wurde ein naturnaher Lebensraum geschaffen, der Wildbienen und vielen weiteren Insekten dauerhaft Nahrung und Nistmöglichkeiten bietet.
Von Anfang an standen die Kinder im Mittelpunkt. Sie pflanzten heimische, mehrjährige Stauden, halfen beim Gestalten der neuen Lebensräume und lernten spielerisch, warum Wildbienen für unsere Natur unverzichtbar sind.
Ein besonderes Highlight war die enge Zusammenarbeit vieler Beteiligter. Die neuen Hochbeete entstanden vollständig in Eigenleistung. Das dafür verwendete Holz stammt aus dem nahegelegenen Wald und wurde gemeinsam mit der örtlichen Forstwirtschaft bereitgestellt. Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Unterstützer bauten daraus stabile und langlebige Hochbeete, die künftig zahlreichen bienenfreundlichen Pflanzen Platz bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Nistmöglichkeiten. Die Kinder gestalteten eigene Wildbienenhotels aus Ton. Dabei erfuhren sie, warum viele Wildbienen kleine Hohlräume zum Brüten benötigen und welche Materialien sich dafür eignen. Jedes selbst gefertigte Tonmodul ist einzigartig und wird künftig zahlreichen Wildbienen als Kinderstube dienen.
Zusätzlich formten die Kinder Saatkugeln aus regionalem Saatgut der Ursprungsgebiete UG 1 und UG 6. Dabei lernten sie, weshalb gebietsheimische Wildpflanzen für viele spezialisierte Wildbienenarten besonders wichtig sind und wie sie mit den Saatkugeln selbst neue Blühflächen entstehen lassen können. Die Saatkugeln dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen oder an geeigneten Standorten ausbringen und so den Gedanken des Wildbienenschutzes über das Kita-Gelände hinaus weitertragen.
Neben der praktischen Arbeit erhielten die Kinder altersgerechte Umweltbildung. Sie lernten die Unterschiede zwischen Honig- und Wildbienen kennen, erfuhren, warum mehr als 600 Wildbienenarten in Deutschland existieren und weshalb viele von ihnen auf heimische Blühpflanzen angewiesen sind.
Ein besonderes Erlebnis war außerdem der Besuch eines Honigbienenvolkes. Ausgestattet mit Imkerschleiern konnten die Kinder die Honigbienen aus nächster Nähe beobachten und ihre Aufgaben im Bienenvolk kennenlernen. Sie durften eine mit Bienen besetzte Wabe selbst in den Händen halten und dabei erleben, wie friedlich ein Bienenvolk bei ruhigem Verhalten sein kann. Als süßen Abschluss probierten die Kinder frischen Honig direkt aus der Wabe – für viele ein unvergesslicher Moment und der erste unmittelbare Kontakt mit der Entstehung eines regionalen Lebensmittels.
Durch das direkte Erleben wurde aus theoretischem Wissen ein nachhaltiges Naturerlebnis. Die Kinder konnten erfahren, wie eng Honigbienen, Wildbienen, Blühpflanzen und letztlich auch wir Menschen miteinander verbunden sind und welchen Beitrag jeder Einzelne zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten kann.
Heute ist auf dem Kita-Gelände ein abwechslungsreicher Lebensraum entstanden, der vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst Nahrung für zahlreiche Bestäuber bietet und gleichzeitig als lebendiger Lernort dient. Die Kinder können die Entwicklung der Pflanzen und das Leben der Wildbienen über viele Jahre beobachten und erleben, wie ihr eigener Einsatz sichtbar zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt.


















