Unser windiger West-Balkon – vom Schattendasein zum lebendigen Insekten-Paradies!

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5 m²

Balkone, Terrassen, Dachgärten, vertikale Gärten

Berlin, 12587 Berlin

Das Friedrichshagener Herz-Gespann (2 Personen)

Letztes Jahr sind wir vom Westen in den grünen und wasserreichen Osten Berlins umgezogen. Auch wenn der Bezirk, in dem wir jetzt wohnen, von viel Natur umgeben ist, gibt es immer noch Luft nach oben, was insektenfreundliche Bepflanzungen in den Wohngebieten unseres Kiezes angeht. Mit unseren wenigen Balkonmetern versuchen wir, dem Stadtgrau ein kleines grünes & wertvolles Puzzleteil hinzuzufügen, quasi als Trittstein zu den größeren Köpenicker und Brandenburger Naturflächen. Und wenn es nur für die eine dicke Erdhummel ist, die jeden Tag bei uns vorbeikommt und am Herzgespann nascht! 

Unser alter Balkon war ein Sonnenbalkon, der neue hat eine West-Ausrichtung und wird zusätzlich ab dem späteren Frühjahr durch einen Baum im Hof verschattet. Da wir überwiegend Stauden/Kräuter als Insektennahrung anpflanzen, musste neu überlegt werden, welche insektenfreundlichen Pflanzen sich im Halbschatten und Schatten wohlfühlen. Sie sollten unterschiedliche Blühzeiten haben, damit ein möglichst durchgehendes Nahrungs-Angebot für die Insekten vorhanden ist. 

Unser Ziel ist es, überwiegend heimische Stauden in Bio-Qualität anzupflanzen. Wir haben eine sehr schöne kleine Gärtnerei in unserer Nähe entdeckt (Staudengärtnerei Hirschgarten), die ganz ohne Chemie anbaut und eine extra Abteilung für heimische Stauden hat. 

Zusätzlich sind mit uns einige Wildbienen-Nisthilfen umgezogen, die hier gut angenommen werden. Sie stehen etwas erhöht, damit zumindest einige Sonnenstrahlen am Nachmittag für Wärme sorgen. Auch eine kleine Insektentränke mit Moos und einer Sumpfstaude ist im Angebot. Ein paar “wilde“ Ecken sollen Spinnen und anderen Insekten im Untergrund Unterschlupf bieten. (Die Mini-Spinnen waren die ersten, die uns gefunden haben!) Als Pflanzgefäße nutzen wir meist langlebige Keramiktöpfe – gerne auch nachhaltig vom Flohmarkt. Wir verwenden ausschließlich torffreie Bio-Erde und organischen Dünger.

Der alte „Wildnis-Zustand“ unseres ehemaligen Sonnenbalkons ist noch nicht erreicht, aber ein neuer Anfang ist gemacht! Unsere tierischen Besucher werden täglich mehr und das freut uns sehr!

Über unsere Gruppe

Hauptsächlich bin ich, Natascha, für die Planung zuständig, um unseren neuen Balkon von seinem Schattendasein zu erlösen und in ein naturnahes Paradies für Bienen und Insekten zu verwandeln. Ich konnte in den letzten Jahren bereits einiges an Wissen zum naturnahen Gärtnern und der geeigneten Pflanzenauswahl für verschiedene Standorte sammeln – durch verschiedene Bücher zum Thema, einem früheren Hinterhofgarten-Nachbarschaftsprojekt und Austausch mit anderen Pflanzen-Verrückten z.B. in der Facebookgruppe des Bio-Balkon-Kongresses von Birgit Schattling. Mein Herz schlägt schon lange für all die kleinen Naturwunder am wilden Wegesrand. 🙂 Mein Ehemann Torsten geht mir zur Hand, wenn mal wieder der x-te Sack Erde geschleppt werden muss oder handwerkliche Arbeiten anstehen. Am Ende genießen wir es beide, den Erfolg unserer Bemühungen zu beobachten und immer wieder ins Staunen zu kommen, welche tierischen Mitgeschöpfe da wo und wie auf unserem Balkon vorbeikommen oder gleich dauerhaft oder nur als Saisongäste einziehen. Wir sind ein gutes Team und lieben es, unsere Begeisterung für die Natur und alles, was da um uns herum kreucht und fleucht (man muss nur hinschauen!), weiterzugeben und andere in unserem näheren Umfeld zu inspirieren.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Der Vorteil von heimischen Wildstauden ist, dass sie sehr robust sind. Daher überwintern alle Stauden so wie sie sind auf dem Balkon. Einige kleinere Töpfe werden näher an die Wand gerückt und freie Erdoberflächen mit etwas Laub abgedeckt – fertig ist der Winterschutz! Da wir uns auch an den abgeblühten Samenständen der Stauden im Winter erfreuen und damit Insekten im Untergrund in Ruhe dort überwintern können, werden die Stauden im Herbst nicht zurückgeschnitten. Im späteren Herbst setzen wir noch ein paar Frühblüher-Zwiebeln, die ein erstes Nahrungsangebot für Insekten im Folgejahr bieten, bevor die überwinterten Stauden neu austreiben. Im nächsten Frühjahr, sobald die ersten neuen grünen Triebe zu sehen sind und die schlimmste Kälte vorbei ist, schneiden wir die abgestorbenen Teile der Stauden zurück. In entstandene Lücken werden ein- oder zweijährige Wildpflanzen gesät. Ich hoffe, sie versamen sich auch selbständig und hüpfen bald von Topf zu Topf. 

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder