Birch of Thrones – der Sandberg im Naturgarten Hortus Chiroptera

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33 m²

Privatgärten groß (ab 500 m²)

Brandenburg, 15806 Zossen

Sandgeister (3 Personen)

Birch of Thrones im Garten der Fledertiere – Hortus Chiroptera –

Unser Garten hat 1055 m², besteht seit 2021 und wurde von uns „in den Sand gesetzt“: wir gärtnern auf magerem Brandenburgischem Sandboden. Mit der naturnahen Anlage des Gartens können wir viele Tiere, die auf Binnendünen-Landschaften spezialisiert sind, fördern.

In den letzten Jahren hat sich das Landreitgras (Calamagrostis epigejos) im Garten zunehmend etabliert, und mit dem Gras sind die für Tiere wertvollen offenen Stellen im Boden immer seltener geworden.

Mit dem Projekt Birch of Thrones wollen wir einen Ort schaffen, der den Zweck hat, bodennistenden Tieren noch mehr Raum zu schenken. Außerdem wollen wir mit dem Sandhügel einen oberirdischen Senkgarten für uns schaffen, der Schatten spendet und uns und unseren Besucher*innen einen Ort des Lernens und der Naturerfahrung ermöglichen soll. In unserem Garten befinden sich außerdem immer noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg, die schwer zu bergen sind und tiefere Aushebungen verunmöglichen.

Beispiele für auf Magerböden spezialisierte Tiere im Hortus Chiroptera

Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida),
Dünen-Pelzbiene (Antophora bimaculata),
Große Sandgänger Biene (Ammobates punctatus),
Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulea),
Geschnäbelte Kreiselwespe (Bembix rostrata),
Gemeine Sandwespe (Ammophila sabulosa),
Heuschrecken-Sandwespen (Sphex funerarius)

Vom Land-Reitgras zum Sandberg (L: 7 m, B: 4 m, H: ca 1,5 m)

Unsere Nachbarn bauten einen Pool und wir durften einen Großteil des Aushubs haben: magerer Sand und etwas Lehm – für unsere Idee eine perfekte Mischung und kostenlos zu haben. Unsere Nachbarn waren uns dankbar und klopften netterweise jede gelieferte Schicht Sand mit der Schaufel fest. Das Land-Reitgras auf der 27 m² großen Fläche haben wir vorher in schweißtreibender Handarbeit entfernt. Als Werkzeug benutzen wir für diese Tätigkeiten einen Grubber. Das entfernte Gras schichten wir im hinteren Teil des Gartens auf. Diese Grashügel verrotten mit der Zeit und werden z.B. als Orte für die Ei-Ablage von Ringelnattern verwendet.

Wir haben ausschließlich recyceltes Material für die strukturelle Gestaltung verwendet: übrig gebliebene Muschelkalksteine vom Bau unserer Trockenmauer und Totholz (Birken) aus unserem Garten. Außerdem besteht die Bepflanzung aus heimischer/gebietsheimischer und standortgerechter Flora (wir befinden uns im Ursprungsgebiet 4).

Birch of Thrones entsteht

Im Oktober letzten Jahres haben wir den Sandberg dann zu unserem Birkenthron geformt. Tatkräftige Unterstützung hatten wir aus der großen Stadt von Steffi.

Nach einigen Überlegungen gemeinsam mit anderen Naturgärtner*innen, haben wir uns für die Form eines Halbmondes entschieden. Mit bildhauerischem Blick und einiges an Muskelmasse, haben wir mittels Schippe, Steinen und Totholz den Halbmond bzw. Thron erschaffen: Wir haben Sand entfernt und wieder aufgeschichtet, Totholz gesucht, gesammelt und geschleppt, die Steine gewuchtet und in Form geschlagen. Die Birkenstämme stehen senkrecht damit sie die Steilwände halten und zugleich Wildbienen anlocken, die vertikal nisten. Einen Teil der  Stein-Zwischenräume haben wir mit Lehm gefüllt, damit hier die Tiere Material zum Nestbau sammeln können.

Bis tief in den Dezember hinein wurde der Berg nach und nach von uns bepflanzt. Zur Stabilisierung wachsen auf dem Sandthron Pflanzen mit tief reichenden Wurzeln z.B. Graslilien, Esparsetten und Kronwicken. Trotz unheimlicher Hitze haben wir den Sandberg bisher nicht gegossen, gejätet haben wir allerdings mehr als gedacht.

Nach 7 Monaten hat sich Birch of Thrones toll entwickelt und wir sind begeistert von der Vielfalt an Tieren und Pflanzen; die Tiere haben den Sandberg super angenommen – es summt und brummt an allen Ecken. Wir haben einen Thron voller Leben geschaffen: die Tiere sammeln und paaren sich, es wird gejagt, gebuddelt, gefressen und sich versteckt. Wir können uns mit unseren Stühlen einfach davor setzen und exquisites Naturkino auf Augenhöhe erleben. Es ist einfach ganz wunderbar, ein Fest.

Der Thron der Tiere

Nachdem ich den Dünen-Sandlaufkäfer 2025 gar nicht mehr beobachten konnte, war er im April diesen Jahres zahlreich auf dem Sandberg vertreten, paarte sich und jagte dort.

Einige für unseren Garten neue, sehr seltene und bedrohte Wildbienenarten wurden von uns auf dem Halbmond entdeckt.

Als besonderes Highlight gilt für mich die Entdeckung der Mohnbiene (Hoplitis papaveris), die ihre Nester mit Blättern von Mohn und / oder dem Sonnenröschen tapeziert. Sie ist eine ausgesprochen scheue und sehr seltene Wildbiene und steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten in der Kategorie 1.

Die Matte Natternkopfbiene (Hoplitis anthocopoides), die Große Blattschneiderbiene (Megachile lagopoda), Dünen-Blattschneiderbiene (Megachile maritima) und die Vierfleckpelzbiene (Antophora quadrimaculata) wurden von uns dieses Jahr erstmals im Garten entdeckt.

Faszinierend, dass die Zauneidechsen den Berg direkt angenommen haben: ich konnte das erste Mal (leider ohne Kamera) beobachten, wie ein Weibchen Gänge zur Eiablage gegraben hat. Wir konnten in den letzten Wochen noch weitere typische Grabstellen entdecken.

Eine weitere tolle Entdeckung waren große Löcher zwischen den dicken, stehenden Birkenstämmen die über Nacht Mitte Juli entstanden sind. Wir konnten Nashornkäfer vor diesen Löchern finden und sogar ein Loch mit einer charakteristischen Aussparung für das Horn der männlichen Käfer. In dem Birkenholz mussten Nashornkäfer-Larven gewesen sein, es sind Unmengen fertige Käfer geschlüpft. Wir haben 7 ausgewachsene Käfer gezählt. Was für ein Naturschauspiel!

Totholz ist voller Leben <3

Wer mehr über den Gesamtgarten erfahren möchte, kann auf meiner Seite lesen:

G_Artenvielfalt mit Feo – Hortus Chiroptera

und wer regelmäßig unseren Garten live erleben möchte, guckt einfach bei Instagram vorbei

Hortus Chiroptera auf Insta🙂

Naturgärten sind ein ewiges Werden und Wachsen: Das Findlingsbeet (4*1,5)

Durch die Arbeiten am Birch of Thrones ist aus Versehen noch eine weitere entgraste Fläche entstanden. Diese Fläche hat sich als seltener Ort mit humosem Boden entpuppt. Wir haben Pflanzen gesetzt die es nährstoffreicher mögen und eine Zinkwanne mit heimischen Sumpf- und Wasserpflanzen integriert. Totholz darf auch in nährstoffreichen Beeten nicht fehlen und dicke Birkenstämme bilden hier eine schöne Rahmung. Garten-Wollbienen sind regelmäßige Besucher von Ziest und Herzgespann und haben aus dem idyllischen Findlingsbeet schnell eine wilde Boxarena gemacht: selbst die großen Holzbienen werden von den kleinen Stressbolzen aus den Blüten gekloppt.

Die Liste für dieses Beet findet ihr hier:

Natura-DB Findlingsbeet

Und den Birch of Thrones einzeln hier:

Natura-DB Birch of Thrones

in der Liste unten sind beide Beete zusammengefasst.

Über unsere Gruppe

sepp, Steffi, ich (Feo) und meine Nachbar*innen mit ihrem Aushub 🙂 Steffi und ich haben uns über Insta kennengelernt (wir haben beide Accounts zu heimischen Pflanzen und Insekten) und besuchen gerne gemeinsam spannende Exkursionen zu allen möglichen Naturthemen. Sie hilft mir bei anstrengenden Projekten :). Sepp und ich wohnen, gärtnern und glotzen hier zusammen.

Vorher- & Nachher-Bilder

Pflanzen & Beete (Jurykriterium)

Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)

Aktionen: Wissen & Begeisterung weitergeben (Jurykriterium)

Plan zur Gartenpflege

Unser Garten ist voller heimischer Pflanzen und etwas auf der wilderen Seite. Wir machen alles selbst. Der Sandberg wird nicht gewässert, denn die Pflanzen sind genau für unser Wetter und Klima ausgesucht worden. Bisher war kein Wasser notwendig (Ende Juli). Auch das Findlingsbeet soll alleine klar kommen, nur gewässert werden wenn alles drohen würde zu vertrocknen. Das war bisher 1x der Fall. Dauerhafte Arbeiten: Das Land-Reitgras wird um den Berg weiterhin massiv im Schach gehalten und dauernd entfernt. Dafür kommt Steffi öfter vorbei 🙂 Der Berg selbst soll auch nicht komplett zuwachsen, es sollen großteils freie Sandflächen vorhanden bleiben. Also wird viel Beikraut gezupft, manches wird belassen wie der Kleine Ampfer (damit die Kleinen Feuerfalter und viele andere ihre Eier legen können). Mitte Juli kann ich sagen, dass es deutlich mehr Aufwand ist, die Fläche freizuhalten, aber es lohnt sich! Im Herbst werde ich erneut versuchen die Jasione Montana anzusiedeln.

Pflanzliste

Pflanzliste – NaturaDB

Jubelbilder