Vereins- und Gemeinschaftsgärten, Liegenschaften und Sonstige
Nordrhein-Westfalen, 50354 Hürth
Naturgartenfreunde der Agenda Hürth und des KGV Bellerstrasse e.V. (7 Personen)
In der Kleingartenanlage KGV Bellerstrasse e.V. wird seit Frühling 2023 eine Kleingartenparzelle zum Naturschaugarten für die Pächterinnen und Pächter und für Besucher der Kleingartenanlage umgestaltet. Hier finden regelmäßig Projekte (“Wir bauen ein Hügelbeet“), Workshops (“Obstbäume okulieren“;“Wiese mähen mit der Sense“) und Kräuterkurse statt. Alle 2 Wochen Samstags und Donnerstags finden Arbeitstreffen im Gemeinschaftsgarten statt, wo gemeinsam gegärtnert und geklönt wird. Im Garten gibt es bereits zahlreiche Naturgartenelemente wie Käferkeller, Benjeshecken, Steinhaufen, Sandflächen, Wildstaudenbeete, einen Miniteich, Wiesenflächen, Freiflächen, stehendes und liegendes Totholz.
An der rechten Gartenseite entlang des Gartenzauns wurde ein Naschgarten mit Johannis-, Stachel- und Jostabeeren, Heidelbeeren und Himbeeren angelegt. Direkt am Gartenzaun führte ein 10 m langer Plattenweg mit Betonplatten der Größe 40×40 cm entlang. Zwischen den Betonplatten und direkt auf der Gartengrenze unter dem Zaun wuchs Gras, kleine Bäume und Sträucher, was sehr ungepflegt aussah. Zudem war es schwierig zwischen, vor und hinter den Betonplatten zu Jäten.
Daher entschieden wir uns, die Platten zu entfernen und stattdessen einen Blühstreifen anzulegen. Da der Garten als Gemeinschaftsgarten bewirtschaftet wird und mit 450 m² einer der größten Gärten in der gesamten Anlage ist, soll der Pflegeaufwand soweit wie möglich minimiert werden bei einem maximal möglichen gepflegten äußeren Erscheinungsbild.
Dies soll durch eine dichte Bepflanzung mit sich stark ausbreitenden und Grasaufwuchs unterdrückenden Stauden und Wildstauden sowie Bodendeckern erreicht werden, die gleichzeitig neuen Lebensraum und ein reichhaltiges Nahrungsangebot im Sinne des Naturgartengedankens bieten und zudem das Auge und die Herzen der Besucherinnen erfreuen.
Über unsere Gruppe
Der Vereinsvorstand Peter Holmes hat sich Ende 2022 mit der Agenda Hürth e.V. und der Naturgarten e.V. in Verbindung gesetzt. Ein Gartenplan wurde entworfen und umgesetzt. Seitdem wird der Garten von einem Kernteam von 10 – 15 Gartenfreundinnen und Gartenfreunden der Agenda Hürth e.V. und des KGV Bellerstrasse e.V. und ständig wechselnden Gästen bewirtschaftet.
Vorher- & Nachher-Bilder
Vorher…zuerst die Naschhecke
Zuerst haben wir uns auf die Anpflanzung der Naschhecke konzentriert. Später festgestellt, dass im Zaun sehr viel Quecke und anderes Gras wuchs, was zwischen den Betonplatten schwer zu entfernen war
Ziemlich öde, diese Betonplatten
Im Zaun wachsen auch jede Menge Sträucher, wie Birken und der im Kleingarten verbotene Sommerflieder. Noch liegen die Betonplatten auf einer Länge von 10 m.
Im April spießt jetzt die Quecke
Oh je, so viel zu jäten und es blüht kaum etwas…
Der Anfang ist gemacht
Die ersten Betonplatten sind entfernt und eine Gartenfreundin hat uns dieses Carex-Gras, Lungenkraut und Falsche Alraunwurzel geschenkt.
Hinter dem Insektenhaus tut sich was…
Auch hinter dem Insektenhaus sind die ersten Platten entfernt und Hoher Beinwell, Storchschnabel und Knöterich wachsen schon üppig.
Frauenpower – Alle packen mit an…
Das war eine echte Teamleistung, die schweren Platten auszugraben und abzutransportieren.
Männerpower
Zum Glück haben wir auch starke Männer bei den Naturgartenfreunden, die solche Projekte lieben.
Gartenarbeit kann ganz schön schweißtreibend sein
…aber es lohnt sich!
3 Monate später…
Mitte Juli blühen Wegwarte, Stockrose, Karde und Nachtkerze um die Wette.
Statt ödem Zaun – ein Blühstreifen
Alle Platten sind entfernt, die Stauden und wildpflanzen gedeihen prächtig.
Platten abzugeben
Ein Teil der Platten wurde verschenkt und für ein Fundament verwendet. Diese hier und weitere hinter der Laube warten noch auf eine neue Verwendung…
Pflanzen & Beete (Jurykriterium)
Es blüht zu jeder Jahreszeit
Es soll zu jeder jahreszeit blühen. Baldrian ist bereits verblüht, Felberich, Gamander und Karde blühen noch. Die Fette Henne folgt im Spätsommer. Gundermann, Karden- und Baldriansämlinge bedecken den Boden.
…und überall
Wasserdost und ein verblühter Zierlauch. Im Hintergrund Nachtkerzen.
Gerettete Pflanzenschätze
Direkt neben unserer Anlage liegt der Hürther Friedhof, eine Fundgrube für Weggeworfenes: Lavendel, Schopflavendel, Heiligenkraut, Greiskraut, Primeln, Polsternelken, Stiefmütterchen…alles gerettet.
Bunt geht es zu und hoch hinaus
Karde, Blutweiderich, Nachtkerze, Wilde Möhre, Wegwarte, Sauerampfer, Stockrose, Kugellauch, Weidenlattich. Unten dann Storchschnabel, etwas verdeckt Taglilie und Wolfsmilch.
Bienenfutter
Tierfreundliche Gartenstrukturen (Jurykriterium)
Unser Insektenhaus
Unser ganzer Stolz: Es war sehr gut besiedelt, das rief einen Specht auf den Plan, der sich an den Bienenlarven labte. Wir haben daher ein Drahtgeflecht davorgebaut.
Mulch, ganz viel Mulch
Wir mulchen mit Gras- und Wiesenschnitt, das hält den Boden feucht und schützt die Kleinstlebewesen.
Wir hatten richtig Spaß bei unserem Maitreffen der Naturgartenfreunde.
Am Zaun geht es eng zu
So richtig viel Platz war nicht zum Arbeiten, vorallem das Jäten war kniffelig.
Plan zur Gartenpflege
Alle 2 Wochen Samstags und Donnerstags finden seit 2 Jahren die Naturgartentreffs statt und es kommen in der Regel zwischen 2 und 8 Mitstreiterinnen. Im Sommer während der Gemüsesaison treffen wir uns auch häufiger zum Gießen und Ernten, wobei nur die Gemüsebeete gegossen werden. Da wir überwiegend Wildstauden haben und Wiesen, muss ansonsten nicht gewässert werden. Auch unser neues Zaunbeet soll nicht gewässert werden.
Allerdings werden bei anhaltender Trockenheit die jungen Obststräucher der Naschhecke gegossen, davon profitieren auch die neu gesetzten Stauden und Wildstauden. Das Zaunbeet wurde 30 cm tief – wegen der tiefwurzelnden Quecke – umgegraben. Das sollte schnellen Grasaufwuchs erst einmal eindämmen. Die neuen Stauden wurden sehr eng gesetzt, um Grasaufwuchs zu verhindern. Vor dem Beet liegt eine Mulchschicht, die ständig erneuert wird. So soll sich auch der Jätaufwand stark reduzieren. Zudem samen sich Karde und Nachtkerzen stark aus und bedecken den Boden.