Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 479.833 m²

Auf meinem 8 qm Balkon mitten in der Hauptstadt wachsen über 80 verschiedene heimische Wildpflanzen. Ich habe nur sehr wenige nicht-heimische Pflanzen, die ich auf Grund ihrer sehr frühen (Zwiebeln, Winterheckenkirsche) oder sehr späten (Herbst-Aster) Blüte ausgewählt habe und die somit einen gewissen Wert für hungrige Insekten haben. Hier verhindere ich jedoch die Aussaat, auch wenn es keine invasiven Neophyten sind. Ich achte darauf, dass auf meinem Balkon von März bis November immer etwas blüht, sodass ich den Insekten möglichst während der gesamten Flugzeit Nektar und/oder Pollen anbieten kann. Auch wähle ich Pflanzen aus, die eine möglichst lange Blütezeit haben, damit der begrenzte Platz optimal genutzt wird.

Mein grüner Daumen ist noch relativ jung. Als ich Anfang 2017 zum ersten Mal in eine Wohnung mit Balkon zog, hatte ich mich noch nie mit europäischen Pflanzen befasst. Wie es sich für einen Balkon-Anfänger gehört, kaufte ich im Baumarkt gefüllte Nelken, Hornveilchen, vorgezogene Narzissen, Geranien, Hibiskus und eine Fuchsie. Als sich versehentlich eine einzelne Honigbiene an meinen Narzissen verirrte, wurde plötzlich etwas in mir wachgerüttelt und ich begann mich mit Honigbienen, Wildbienen und somit mit dem Thema des Insektensterbens zu befassen. Vorerst kaufte ich weiter im Baumarkt "bienenfreundliche Pflanzen", inklusive einem Wandelröschen und einer Japanischen Scheinmyrthe. Als meine Baumarktpflanzen ständig eingingen und ersetzt werden mussten, begann ich mich mit einheimischen Wildpflanzen zu befassen. So kam ich auf Reinhard Witt und auf sein Buch "Das Wildpflanzentopfbuch", welches für mich alles auf den Kopf stellte - ich hatte nämlich nahezu alles falsch gemacht. Und so begann der Wandel auf meinem Balkon und ich lernte die Wildpflanzengärtnereien und einheimischen Wildblumen langsam kennen. Ich stellte fest, wie unglaublich unkompliziert diese Pflanzen waren und wie viel schöner es doch war, den Balkon mit pestizidfrei gezogenen Blumen zu teilen. Nachdem mir klar wurde, dass jeder noch so kleine Balkon einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten kann, konnte ich den Anblick der Geranien auch nicht mehr ertragen und sie mussten meinen Balkon verlassen.

Im Spätsommer 2017 hatte ich bereits einige heimische Pflanzen auf meinem Balkon (die gibt es heute noch) und der darauffolgende Winter erledigte endgültig den Rest, sodass im Frühjahr 2018 auch keine Exoten mehr lebten. Seitdem kaufe ich meine Pflanzen nur noch in Wildpflanzengärtnereien und achte darauf, dass sie möglichst aus dem mitteleuropäischen Raum stammen und einen möglichst hohen ökologischen Wert haben. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Töpfe, Kästen, Regale und Treppchen hinzu, sodass mein Blumenbestand immer üppiger wurde. Der Sitzplatz wird dadurch natürlich immer kleiner, aber dies wird durch die bunte Blumenvielfalt, das Grün, und das Summen und Brummen im Sommer wieder wettgemacht.

Ich experimentiere viel mit Wildpflanzen, um auf meinem Instagram-Account @wasbluehtberlin Empfehlungen aussprechen und Erfahrungen mit den verschiedenen Pflanzen teilen zu können. Somit versuche ich möglichst viele Menschen für die heimische Natur zu begeistern und zu zeigen, dass es viel einfacher, günstiger, nachhaltiger und pflegeleichter ist, den Balkon mit mehrjährigen Wildpflanzen, anstatt mit saisonalen Baumarktblumen zu bepflanzen. Ich bekomme täglichen Besuch von Spatzen, manchmal von Amseln, Kohlmeisen und Blaumeisen. Einige Mauerbienen und Grabwespen nisten bei mir und selbst selten gewordene, hochspezialisierte Wildbienen werden durch meine Wildpflanzen angezogen. Ich verwende kein Gift, keine Chemie und keinen Dünger und achte auf eine möglichst sparsame Bewässerung. Auf meinem Balkon stehen eine Vogeltränke, eine Bienentränke, ein Stück Totholz, markhaltige Stengel und eine Nisthilfe aus Holz. Im Herbst bleibt das Verblühte bis zum Frühjahr stehen, damit die Insekten im Winter Unterschlupf und die Vögel Futter finden. Von Jahr zu Jahr wird es schöner, bunter, voller und das Summen und Zwitschern lauter...

Standort

10179 Berlin

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Anzahl der Projektbeteiligten

1

Fläche

8 m²

Pflanzliste

Gehölze: Prunus spinosa, Amelanchier ovalis, Prunus tenella, Lonicera purpusii (diese kommt zum Nachbarn und wird ersetzt durch Rhamnus frangula)

Zwiebeln: Muscari armeniacum, Muscari azureum, Muscari latifolium, Allium senescens, Allium schoenoprasum, Allium sphaerocephalon

Nicht-heimische Kräuter: Pfefferminze, Koriander, Basilikum

Einjährige: Agrostemma githago, Consolida regalis, Fumaria officinalis, Papaver rhoes, Centaurea cyanus, Calendula arvensis

Zweijährige: Dipsacus fullonum, Salvia sclarea, Echium vulgare, Daucus carota

Mehrjährige: Achillea millefolium, Alyssum montanum, Alyssum saxatile, Antennaria dioica, Anthemis tinctoria, Anthericum liliago, Anthericum ramosum, Antirrhinum majus, Aquilegia vulgaris, Armeria maritima, Aster alpinus, Aster amellus, Aster linosyris, Aster turbinellus (nicht heimisch!), Betonica officinalis, Bupthalmum salicifolium, Calamintha nepeta, Campanula persicifolia, Campanula poscharskyana (nicht heimisch), Campanula rapunculoides, Campanula rotundifolia, Centaurea jacea, Centaurea montana, Centaurea scabiosa, Clematis viticella (nicht heimisch), Cymbalaria muralis, Cytisus decumbens, Cytisus purpureus, Dianthus arenarius, Dianthus carthusianorum, Dianthus deltoides, Dianthus grationapolitanus, Dianthus sylvestris, Dracocephalum ruyschiana, Echinops sphaerocephalus, Gentiana cruciata, Geranium pratense, Gypsophila repens, Hepatica nobilis, Hysoppus officinalis, Jasione montana, Jovibarba sobolifera, Knautia arvensis, Lathyrus latifolia, Lathyrus vernus, Lavandula angustifolia, Leucanthemum vulgare, Linaria purpurea, Linaria vulgaris, Linum flavum, Linum perenne, Lithospermum purpurarocaeruleum, Lotus corniculatus, Lysimachia nummularia, Lythrum salicaria, Malva moschata, Medicago falcata, Nepeta faassenii, Origanum vulgare, Petrorhagia saxifraga, Pulsatilla vulgaris, Salvia nemorosa, Sanguisorba officinalis, Saxifraga granulata, Scabiosa columbaria, Scabiosa lucida, Scabiosa ochroleuca, Scutellaria baikalensis, Sedum album, Sedum sexangulare, Sedum telephium, Sempervivum arachnoideum, Serratula tinctoria, Silene dioica, Silene viscaria, Silene vulgaris, Stellaria holostea, Succissa pratensis, Teucrium chamaedrys, Thymus praecox, Thymus serpyllum, Thymus vulgaris, Verbena officinalis, Veronica longifolia, Veronica officinalis, Veronica prostrata, Veronica spicata, Veronica teucrium, Viccia sepium