Unsere Wiese im Anschluss an die Garage und schräg gegenüber unseres Wohnhauses fungierte vor allem für unsere Kinder viele Jahre als Bolzplatz und auch als Parkplatz für die Gäste einer benachbarten Pension. Schon etliche Jahre trugen wir uns mit dem Gedanken, mit diesem Areal einen Beitrag zum Schutze von Insekten, Vögeln und Kleinsäugern zu leisten. Corona sei Dank - ab März dieses Jahres hatten wir alle ein wenig mehr Zeit als sonst und los ging‘s an unser Familienprojekt, unsere recht langweilige Wiese ohne großen nachhaltigen Nutzen in einen insektenfreundlichen Garten zu verwandeln. Unsere Kinder Silas (16J.) und Rustam (11 J.) halfen auch mit. Nicht „trotz Coronakrise“, sondern „aufgrund der Coronakrise“ konnte unser Projekt, Lebensraum und Nahrungsangebot zu schaffen, umgesetzt werden.

Gerade noch rechtzeitig vor dem Lockdown im März wurde ein Staketenzaun und unser Gewächshaus geliefert, sodass es losgehen konnte. Wir ließen uns beim Umgraben des Bodens und dem Entfernen des alten Rasens von so manchem Kommentar von Nachbarn nicht entmutigen, wo es hieß: „Was baut ihr denn da für ein Millionengrab?“ oder „Warum asphaltiert ihr die Fläche nicht lieber und vermietet sie als Parkplätze?“

Wir informierten uns über vogel- und insektenfreundliche Sträucher und pflanzten innerhalb des Zaunes einheimische Sorten wie Sal-Weide, Wilde Johannisbeere, Pfaffenhütchen, Hundsrose, Haselnussstaude, Heckenkirsche, schwarzer Holunder, Sanddorn, Weißdorn, Schlehe, Felsenbirne und Kornelkirsche - insgesamt 70 wurzelnackte Pflanzen. Die Kinder konnten sich beim Buddeln der Pflanzlöcher richtig verausgaben. Dann ging es an das Ansäen einer Magerwiese mit Kräutern und Wildblumen (Diverse Schwingel-Arten, Liesch- und Rispengras, Schafgarbe, Löwenzahn, Wegwarte, Flockenblume u.a.) und einer Art Bauerngarten vor dem Gewächshaus. Ein Maulwurf ist ebenfalls in den kleinen Garten eingezogen und wird selbstverständlich willkommen geheißen, ob nun auch noch Igel hier Quartier beziehen, bleibt abzuwarten.

Nun mussten wir seit Ende April nur noch gießen und warten. Der Himmel half uns heuer, denn immer wieder gab es zum richtigen Zeitpunkt einen Regenguss. Nun 8 Wochen nach dem Aussäen eröffnet sich eine wunderschöne Blumenwiese. Immer mehr Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten finden den Weg zu uns und auch das Futter im neuen Vogelhäuschen wird von den Vögeln immer besser angenommen. Je zwei Igelhäuser und Insektenhotels wurden auch noch flugs aufgestellt.

Nicht jedem wird die „Wildheit“ unseres Gartens gefallen, dennoch sind die Rückmeldungen von Passanten durchweg positiv. Wir freuen uns schon am ersten Bio-Gemüse aus dem Gewächshaus. Es ist ein Mini-Paradies entstanden - für uns und v.a. für unsere Mitlebewesen. Und auch unsere Fußballer können es verschmerzen: Nun geht es umso öfter auf den örtlichen Fußballplatz.

 

Standort des Beitrags

63869 Heigenbrücken

Gartenstrukturen

Anzahl der Projektbeteiligten

4

Quadratmeter

200 qm m²

Pflanzliste

vogel- und insektenfreundliche Sträucher:

Sal-Weide, Wilde Johannisbeere, Pfaffenhütchen, Hundsrose, Haselnussstaude, Heckenkirsche, schwarzer Holunder, Sanddorn, Weißdorn, Schlehe, Felsenbirne und Kornelkirsche

 

Kräutern und Wildblumen:

Schwingel-Arten, Liesch- und Rispengras, Schafgarbe, Löwenzahn, Wegwarte, Flockenblume u.a.

Informationen zur Gruppe

Wir sind eine vierköpfige Familie. Unsere Kinder Silas (16j.) und Rustam (11J.) haben gerne mitgeschafft und freuen sich auch über unser "Ergebnis".