Das Grundstück ist ein seit Herbst 2017/2018 neuangelegter (unfertiger) naturnaher/wilder Garten an einem Waldsee (ehemaliger Steinbruch). Die vorherige waldartige “Brachfläche” war vor ca. 120 Jahren der Uferbereich eines stillgelegten Steinbruchs und soll nun menschen-, vogel- und bienenfreundlich (weiter-)entwickelt werden. Es haben zwei seltene Baumfalken auf einer der großen Kiefern genistet und es gibt einen kleinen Haufen mit Waldameisen am Wegesrand. Dieser und andere Vögel (u.a. Kohlmeisen im neuaufgehängtem Nistkasten) sollen bei der längerfristigen Umgestaltung des Geländes natürlich nicht gestört werden. Es gibt auch einige Fledermäuse im näheren Umfeld, daher sind auch Nistkästen für Fledermäuse in Planung. Für die Insekten, die als Nahrung der Fledermäuse dienen, lassen wir eine große ‘wilde Ecke’ mit Brennnesseln stehen und haben auch eine spezielle “Saatmischung” für Nachtschwärmer ausgesäht…

Anfang April  haben wir einen Wildbienenkasten von “Bee-Wild” mit Rostroten Mauerbienen erfolgreich aufgehängt, um die Bestäubung der neuen Blumen, Stauden, Sträucher und Apfelbäume zu verbessern und den 40 Wildbienen eine neue Heimat zu geben. Es werden von uns vorrangig heimische, vogel-und bienenfreundliche Pflanzen und Sträucher gepflanzt. Es gibt bereits einige Haselnuss, Hunderosen und Holundersträucher auf dem Gelände.

Langfristig soll eine kleine Streuobstwiese mit ca. 6-7 alten Sorten Apfelbäumen mit Blick auf den Waldsee entstehen. Es wurde eine ca. 40-Meter-lange Rotbuchenhecke als Sicht- und Windschutz neu gepflanzt. Da der Boden teilweise sehr steinig und lehmhaltig ist, wird von uns mit Gründüngungen, natürlichem Dünger (u.a. getrocknete Schafpellets) und viel torffreier Kokosblumenerde (bisher 700 Liter) versucht, den Boden in den Pflanzlöchern bei Neupflanzungen je nach Bedarf der Pflanze aufzuwerten. Ein Kompost wurde gebaut, um natürlichen Humus für den eher kargen Boden zu gewinnen. Die bisher freigelegten Steine werden auf Steinhaufen aufgetürmt, später ist noch eine Trockensteinmauer geplant. Der karge Boden ist ideal für Steingärten und Trockenmauern, die wir leider aus zeitgründen noch nicht angelegt haben und für die kommenden Jahre geplant sind.

Wilde Pflanzen, die ins gärtnerische Konzept passen (u.a. Himbeeren, Stachelbeeren, wilde Rosen, Walderdbeeren, wilder Flieder usw.) werden erhalten und in den neuen Garten integriert oder umgepflanzt. . .  einige, durch Stürme umgefallene, abgebrochene oder vom Umsturz bedrohte Bäume mussten im vergangenen Herbst gefällt werden, dadurch wurde allerdings der Lichteinfall für neue und kleinere Pflanzen deutlich verbessert. Das Totholz wird von uns nur in geringem Umfang gehäckselt und bietet den Tieren weiterhin Nahrung und Unterschlupf. Eine richtige Benjeshecke (Totholzhecke) ist in Planung für das kommende Jahr. Das Häckselgut dient zur Abdeckung und Schutz der Bäume und Sträucher. Einige kleine Wildblumeninseln haben wir bereits neu angelegt, weitere sind in Planung. Am halbschattigen Ufer des Waldsees wurde eine neue, flachere Uferzone (ca. 3m2) angelegt und neu mit einheimischen blühenden Wasserpflanzen bepflanzt. (Der Bienenkasten ist nur ca. 15 Meter von dieser neuen Uferzone entfernt.)

Um eine Abstellmöglichkeit für unseren ausgebauten 8m-langen Bauwagen zu schaffen, musste eine vorhandene 1,5 Meter tiefe Senke Anfang Juni mit Erde gefüllt werden. Dabei wurde so behutsam wie möglich vorgegangen und der natürliche, unebene Charakter des Grundstücks soll grundsätzlich dabei nicht zerstört werden. . .  — es bleibt allerdings noch sehr viel zu tun. . .  und wird sicherlich noch einige Jahre dauern, da wir leider nicht jedes Wochenende auf dem Grundstück sein können (Dafür haben die Planzen und Tiere dann jeweils auch immer viel Ruhe vor uns…auch nicht schlecht). Wir sind gespannt wie sich unser wilder Garten über die Jahre entwickelt und welche Tiere wir noch sichten werden.

 

Tiersichtungen seit April 2018, soweit wir sie bestimmen konnten:

Baumfalke, Fledermaus, Buntspecht, Kohlmeise (im Nistkasten), Rotkelchen, Gartenrotschwanz, Blesshuhn, Singdrossel, Sperling gelbe Erdhummeln (mit Nest), Steinhummeln, Rostrote Mauerbienen, Igel, Eidechse, Blindschleiche, Waschbär, Waldmaus, Maulwurf, Eichhörnchen, Storch (Überflug), Wildgänse (Überflug), Waldameisen, Admiralfalter, Zitronenfalter. . .  to be continued. . .

 

Quadratmeter

603 m²

Pflanzliste

Anmerkung: Bei der Auswahl der Pflanzen diente u.a. dieses Buch als hervorragender Ratgeber!

 

Herbst 2017:

3 Apfelbäume (Winterapfel Idaret, Alkmene, Kaiser Wilhelm)

1 Kirschbaum (Sauerkirsche)

 

Seit April 2018:

125 Rotbuchen (40m-Hecke) (wurzelnackte Lieferung; Höhe bei Pflanzung ca. 40-50cm)

2 Wacholder (Juniperus communis Meyer)

5 wilde Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

verschiedene Wildblumenmischungen (vor  allem Mohn, Kornblumen, Ringelblumen, Vergissmeinnicht und Nelken, – u.a. Heilziest • Buphthalmum salicifolium – Ochsenauge • Calendula officinalis – Garten-Ringelblume • Campanula patula – Wiesenglockenblume • Centaurea cyanus – Kornblume • Centaurea jacea – Wiesenflockenblume • Crepis biennis – Wiesenpippau • Dianthus deltoides – Heidenelke • Ecchinacea purpurea – Sonnenhut • Echium plantagineum – Wegerichblättriger Natternkopf • Eupatorium cannabinum – Wasserdost • Galium verum – Echtes Labkraut • Hieracium pilosella – Kleines Habichtskraut • Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut • Knautia arvensis – Wiesenwitwenblume • Leontodon autumnalis – Herbst- Löwenzahn • Leucanthemum vulgare – Margerite • Linum grandiflorum – Großblütiger Lein • Lotus pedunculatus – Sumpf-Hornklee • Onobrychis arenaria – Sand-Esparsette • Origanum vulgare – Wilder Majoran/Dost • Papaver rhoeas – Klatschmohn • Pimpinella saxifraga – Bibernelle • Plantago lanceolata – Spitzwegerich • Primula veris – Wiesen-Schlüsselblume • Salvia pratensis – Wiesensalbei • Verbascum nigrum – Schwarze Königskerze • Vermiculit, • Centaurea cyanus – Kornblume • Centaurea jacea – Wiesenflockenblume • Crepis biennis – Wiesenpippau • Dianthus deltoides – Heidenelke • Echium plantagineum – Wegerichblättriger Natternkopf • Echium vulgare – Natternkopf • Hieracium pilosella – Kleines Habichtskraut • Hypericum perforatum – Echtes Johanniskraut • Knautia arvensis – Wiesenwitwenblume • Leonurus cardiaca – Herzgespann • Leucanthemum vulgare – Margerite • Linum grandiflorum – Großblütiger Lein • Lotus pedunculatus – Sumpf-Hornklee • Malva moschata – Moschusmalve • Onobrychis arenaria – Sand-Esparsette • Origanum vulgare – Wilder Majoran / Dost • Papaver rhoeas – Klatschmohn • Pimpinella saxifraga – Bibernelle • Primula veris – Wiesen-Schlüsselblume • Prunella grandiflora – Große Braunelle • Salvia pratensis – Wiesensalbei • Thymus vulgaris – Gartenthymian • Trifolium medium – Mittlerer Klee • Verbena officinalis – Eisenkraut)

(Saatgut für ca. 100m2, aufgrund der Bodenstrukturen punktuell auf neuangelegten “Wildblumeninseln” auf ca. 25-30m2 im April/Mai ausgesät)

 

verschiedenen Gründungen mit Bingenheimer Saatgut (vor allem gelber Senf, Zettelwicke, Phazelie) nach dem “auffüllen” der Senke ab Juni (ca. 200m2)

 

Verschiedene Kräuter und Stauden: Lavendel, Apfelminze (Mental suaveolens),  Salbei . . .

1 Stachelbeere

2 Himbeeren

2 Brombeeren

6 Haselnuss (Corylus avellana)

verschiedene Stauden (u.a. Herbst- und Waldanemone, Purpur-Sonnenhut)

Umpflanzungen von bereits vorhanden Sträuchern (vor allem wilde Himbeeren, Walderdbeeren, wilder Flieder und Stachelbeeren) aus einer Senke, die teilweise gefüllt werden muss. Einige Planzen sind noch in Kübeln bis September da es seit Anfang Mai viel zu trocken für eine Umpflanzung war. . .

5 Steckhölzer von drei verschiedenen Weidenarten (immerblühende Mandelweide, Purpur-Weide, Pollen-Weide)

2 Weinreben (Vitis Johanniter)

1 exotisches Ziergras

3 Aloe Vera (ich hatte einfach zu viele Ableger zu Hause im Badezimmer. .  .)  😉

die obligatorische 3-m-hohe Sonnenblume

4 Kürbisse Hokaido

ca. 20 Tabakpflanzen

 

Erhalt von folgenden Pflanzen, wo möglich: 

3 Wilde Kirschen (buschig), 2 große Holunder, viele Heckenrosen, Stachelbeeren, 6 große Kiefern, 1 großer Haselnussstrauch, Eichen …

 

Neuangelegter flacher kleiner Uferbereich im See:

2 gelbe Seerosen (Nymphea Chromatella)

2 Sumpf-Schwertlilien (Iris Pseudacorus)

3 Blumenbinsen (Butomus umbellatus)

1 Sumpfdotterblume 

25 Bachminzen (Mentha aquatica)

 

 

Informationen zur Gruppe

Dreierteam: Betty, Björn und Dirk. Betty ist die Grundherrin, Björn Hauptakteur und Mastermind; Dirk die wichtige helfende Hand, wenn es mal nicht so richtig weitergeht. . . Die Bildungsarbeit geschieht vor Ort ganz nebenbei. Nachbarn, Freunde und unsere Familienmitglieder werden (behutsam) aufgeklärt. . . "Hängt dieser Vogelkasten nicht viel zu niedrig?" "Nein, das ist kein Vogelkasten. . .!" "Ihr habt, da so viel Unkraut, vor allem Brennnesseln, ihr braucht einen (Unkraut-)Trimmer!" "Nein, brauchen wir nicht, die Brennnesseln bleiben stehen!" ;-)