Bereits im Jahr 2015 wurde unsere Terrasse des 1. OG fertig gestellt. Zuvor zierte den Ort ein unansehliches Asbestdach. Dieses Frühjahr 2018 wurde von uns (ich und meine Frau Christine) beschlossen und begonnen, unsere Fläche nochmals zu erweitern und mit einem direkten Aufgang, mittels Treppe über den Garten zu verbinden. Ideal für unsere kleine 3-jährige Tochter Toni. Zudem sollte eine attraktive Blumenwiese mit über 4m²! plus Steingarten entstehen, um Bienen und Schmetterlingen ein Ziel zu geben. Durch die grüne Erweiterung sollte die graue Betonlücke geschlossen und ein fließender Übergang zum Garten geschaffen werden. Eine Fertiggarage mit ca. 15m², die neben dem Gebäude stand, diente als Plattform für das Vorhaben. Allein für die Nektarsammler stehen somit ca. 1/3 der gesamten Nutzfläche zur Verfügung.

Die Hauptelemente der Erweiterung waren: die Treppe zum Garten, die 300L-Regenwassertonne, der Holzboden, die Rankhilfe mit sechs Clematis und die Beherbergung der Botanik für Bienen & Co mittels Wildblumenwiese und Steingarten (extensives Dachsubstrat). Später kam noch eine Klangspielecke und ein Bienenhotel hinzu. Für die Blumen wurde mit sehr viel Aufwand eine Unterkonstruktion aus OSB-Platten erstellt, die wiederum die Standard-Planzkübel einfassten. Die Dachschräge der Fertiggarage musste somit ausgeglichen werden. Hierbei sollte in L-Form und mit Stufen eine “natürliche” Absturzsicherung, vor allem für Toni entstehen. Hierbei musste aber die Statik der Garage berücksichtigt werden. So konnte man auf ein tristes Geländer verzichten. Das “Grüne” in die Vertikale zu ziehen machte das Projekt spannend. Um die OSB-Platten wurden Profilbretter nach außen installiert, um ein optisch ansprechendes Ergebnis zu erhalten. Mit Pinsel und Farbe wurde es haltbarer gemacht.

Schnell wurde gesät und erste Erfolge stellten sich ein. Kurz vor der Blüte – Gärtners Albtraum – kam der Hagel. In für uns, noch nie dargewesener Form schnellten bis zu 2cm!! starke Hagelkörner auf alles ein. Das Gewitter kam aus Nord-Westen und verwüstete alles, was nicht nietundnagelfest war. Videos siehe unten. Es war niederschmetternd. Das ganze Feld im Eimer. Alle Kästen mit Blumen kaputt. Nicht einer war mehr ganz. Horror. Am Tag danach mit Katerstimmung begann bei 0 die Aufräumarbeit. Die Kübel und zum großen Teil mussten Pflanzen ausgetauscht werden. Das war keine schöne Arbeit.

Doch die Natur ist stark. Bereits nach 14 Tage waren deutliche Erholungszeichen erkennbar. Nach ca. drei Wochen stand unser Beet wieder wie zuvor da. Und nur ein paar Tage später war es soweit… Der Wildblumenmix zündete und die ersten Farben leuchteten. 🙂

Das Projekt wurde in der Elternzeit gestämmt. Ca. 3-4 Wochen Arbeit stecken in dem kompletten Aufbau inkl. Treppe. 100 % Eigenleistung im Team mit der Familie 🙂 Kosten ca. 1.500,- €. Ein Schnäppchen! Eine Wohlfühloase für Mensch und Tier ist entstanden. Wir genießen den Sommer.

Die Bienen liegen uns sehr am Herzen, da durch die Monokultur im Anbau kaum noch Futterplätze bestehen. Die Ödnis hat auch bei uns in Franken Einzug gehalten. Jeder der die Möglichkeit hatte sollte ein Stück an “Ausgleichsfläche” schaffen. Jeder sollte seinen Beitrag dazu leisten.

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Quadratmeter

15 m²

Pflanzliste

Saatgut:

Sperli Naturwiese “Heimische Wildblumen”

Blumenmischung Nützlingswiese für Balkonkästen von Sperli-Samen

Wildblumen mit Kräutern Mix, Saatgut von Kiepenkerl, Bunt

Sedum Mix mit Sprossen für extensives Dachsubstrat

 

Stauden (Reihenfolge zufällig):

Mittagsblume

Karpaten-Glockenblume

Teppich-Glockenblume

Polster-Phlox

Reiherschnabel

Polster-Glockenblume

Teppich-Sedum

Seifenkraut

Johanniskraut

Zwerg-Bartfaden

Zwerg-Storchschnabel

Heide-Nelke

Schwarzäugige Susanne

Zwerg-Goldflachs

Orangener Sonnenhut

Kreuz-Enzian

Oregon Fettblatt

Walzen Wolfsmilch

Tripmadam

Mauerpfeffer

 

Gehölze / Kletterpflanzen:

Lebensbaum Brabant

Bonsai – Japanische Lärche

Clematis Waldrebe – Montana Rubens

Informationen zur Gruppe

Die Gruppe besteht aus der Familie. Das beste Team der Welt. :-)