Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz bezog das neue Dienstgebäude in Tirschenreuth im Jahr 2013. Unsere Verwaltung bestärkt nicht nur Kommunen in einer insektenfreundlichen Gestaltung der kommunalen Flächen, sie geht auch auf dem eigenen Gelände mit gutem Beispiel voran.

Von Beginn an wurde auf eine naturnahe Gestaltung der Außenanlagen viel Wert gelegt und im Laufe der Jahre schrittweise erweitert. Zuletzt wurde gemeinsam mit der Stadt Tirschenreuth an einem neuen Lebensraum für Insekten gearbeitet, indem auch angrenzende städtische Flächen in das Projekt mit einbezogen wurden.

Auf rund 800 m2 wurde im März 2020 die mehrjährige Blumenmischung „Veitshöchheimer Leuchtfeuer“ vor dem Amtsgebäude angesät. Ab den Sommermonaten wird es dann in der Falkenberger Straße in Tirschenreuth für Bienen, Schmetterlinge & Co einen reich gedeckten Tisch geben.

Die Vorbereitungen liefen bereits im vergangenen Jahr an. Das entscheidende Kriterium bei der Anlage einer Blühfläche ist die optimale Vorbereitung des Bodens. Daher war es bei der Umwandlung der Rasenfläche unbedingt erforderlich, dass die umgebrochene Fläche ein Jahr lang brach lag und regelmäßig gefräst wurde, um den Druck der Beikräuter zu reduzieren – man spricht hierbei von einer Schwarzbrache. Die fachliche Expertise der Verwaltungsmitarbeiter/-innen wurde von der Ideenfindung bis zur Umsetzung in das Projekt stets eingebunden. Dabei konnte konkret auf das Fachwissen aus den verwaltungsinternen Sachgebieten für Landespflege und Landwirtschaft zurückgegriffen werden.

Die Schwarzbrache ermöglicht nun der neu angesäten Blumenmischung einen optimalen Start und sichert einen langjährigen Blüherfolg. Die ausgewählte Mischung enthält verschiedene Blütenpflanzen, die ein langanhaltendes Angebot mit reichlich Nektar und Pollen für Bestäuberinsekten garantieren. Zur Pflege der Blühfläche ist lediglich eine Mahd pro Jahr notwendig.

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz und die Stadt Tirschenreuth ziehen hierbei an einem Strang und zeigen, dass bei wenig Pflegeaufwand viel für die Artenvielfalt auf privaten und öffentlichen Grünflächen getan werden kann.

Standort des Beitrags

95643 Tirschenreuth

Gartenstrukturen

Anzahl der Projektbeteiligten

8

Quadratmeter

800 m²

Pflanzliste

Frühjahr 2014:

  • Garagenrückwand: Pflanz- und Rasenstreifen, ca. 160 m², Pflanzung von 8 Wildbirnen und 53 Sträucher u.a. Blütensträucher
  • Westseite der Radüberdachung, ca. 20 m², Pflanzung von 12 Blütensträuchern und 6 Rosen
  • Böschung an der Nordseite des Amtes, ca. 60 m², Pflanzung von 100 St. Efeu und 140 St. Immergrün als Bodendecker

Juli 2014:

  • Einfahrtsbereich links in der Fläche der Bienenweide, Strauchgruppe aus Wildsträuchern (9 Stück)
  • Betriebshof Böschungsbereich, 11 Wildsträucher
  • Nordwestecke Betriebshof, 13 Wildsträucher
  • Parkplatz bei Fahrradgarage, Wildsträucher: Hasel, Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Wildbirne, Holler, Vogelbeere, Linde und Apfelbaum

November 2015:

  • Anlage von 5 Heckenpflanzungen, auf der Nordseite des Amtes, ca. 250 m², 125 Wild- und Blütensträucher
  • Pflanzung von 4 Bäumen als Ergänzung der bereits vorhandenen Bäume auf der Nordseite des Amtsgebäudes

Anlage einer Bienenweide (2019/2020):

  • Vorbereitung der Fläche im Jahr 2019 durch Anlage einer Schwarzbrache (5 Fräsgänge auf der Fläche), ca. 735 m²
  • 6. Bodenbearbeitung und Erstellung des Feinplanums am 23.03.2020
  • Ansaat mit Veitshöchheimer Mischung „Leuchtfeuer“ (gelb/rot) am 24.03.2020

Informationen zur Gruppe

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz und die Stadt Tirschenreuth arbeiten gemeinsam an einem neuen Lebensraum für Insekten, Bienen und Co. Dabei wurden kommunale Grünstreifen als auch Flächen des Betriebsgeländes gemeinsam als Blühfläche entwickelt. Begleitet von mehreren Presseberichten und bei Führungen von Besuchergruppen aus dem In- und Ausland wird auf die enge Zusammenarbeit und auf das Gesamtkonzept eingegangen. Enge Berater sind dabei die Fachstellen der Verwaltung für Ländliche Entwicklung, die von der Planung bis zur Aussaat und bei öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen stets mit im Boot waren.