Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 422.758 m²

Unsere Naturschutzgruppe besteht aus 10 engagierten Umweltschützern.
Im Jahr 2019 haben wir uns zusammengefunden, um gegen Rodungen von Hecken und dem Wegfall von Blühflächen die Stimme zu erheben.

Aus dieser Protestbewegung wurde etwas Positives, denn wir nahmen uns als Vorsatz: Ein Licht anzünden anstatt über die Dunkelheit zu klagen.

Hieraus entstand zunächst ein Schutzprojekt für Steinkäuze: Wir installierten zwei Niströhren und bereits 2020 brütete ein Paar der bedrohten Eulenart darin. Im Juni 2020 konnte ein Fachmann des NABU vier Jungtiere beringen.

Das zweite praktische Projekt, mit dem wir uns hier bewerben möchten, starteten wir Mitte 2020. Wir erhielten nach einigen Verhandlungen eine öffentliche Grünfläche von der Gemeinde Bodenheim. Unser Ziel: Neue Lebensräume für die Natur schaffen, und Erlebensräume für den Menschen.

So installierten wir im letzten Herbst bereits ein Naturhotel, das aus unterschiedlichsten Upcycling-Materialien hergestellt wurde. Es enthält neben einem Igel-Überwinterungskasten vor allem sehr viele Nisthilfen für Wildbienen.
Hierzu zählen einerseits Hölzer verschiedener Baumarten mit Bohrlöchern unterschiedlichen Durchmessers.
Außerdem haben wir Dosen mit markhaltigen Ästen (Holunder, Brombeere) und Stängeln (Disteln) eingesetzt. Dabei haben wir auch Bündel mit Distel-Stengeln vertikal angebracht, da es Bienenarten gibt, die in solche ihre Brut ablegen. Auch Bambusstücke und Schilf-Stängel sind vorhanden. Es gibt zudem eine Löss-Nisthilfe, die wir mit Hilfe eines ausgedienten Eimers (Upcycling) und einer Lehm-Sand-Mischung (1:8) hergestellt haben. Das Hotel hat selbstverständlich ein begrüntes Dach.

Angrenzend an das Naturhotel haben wir eine Trockenmauer eingerichtet, gefolgt von einem Sandarium. Hier finden jene Wildbienenarten eine Nistmöglichkeit, die ihre Eier im Sand ablegen. Angrenzend an dieses Sandbeet befindet sich ein Totholzstapel mit Hölzern unterschiedlicher Baumarten, die wiederum durch andere Wildbienenarten genutzt werden können.

Rundherum haben wir viele einheimische und insektenfreundliche Stauden, Zwiebelblüher, Sträucher und einen Baum gepflanzt.
Beraten zur Bepflanzung hat uns Herr Strickler - Inhaber der Bioland-Gärtnerei in Alzey und zugleich Buchautor zum Thema "Heimische Stauden"
Außerdem hat uns bei der Auswahl des Baumes die NABU Ortsgruppe Mainz und Umgebung beraten.

Bisher haben wir nur einen Teil der 290 Quadratmeter großen Fläche bepflanzt. Geplant ist für dieses Jahr die Einrichtung eines Labyrinths mit Duft- und Barfußpfad. Dabei sollen natürlich ebenso heimische und vor allem insektenfreundliche Stauden gepflanzt werden. Unterstützung hat uns bereits die Planerin des bereits etablierten Labyrinhts in Framersheim angeboten. Allerdings wird die Umsetzung momentan durch die Corona-Pandemie erschwert. Unser Ziel ist es hierbei, die Fläche zu einem Treffpunkt mit der Natur zu machen. Nur was man kennt und liebt wird man letztlich schützen. Daher möchten wir den Menschen zeigen, wie schön naturnah angelegte Beete und Habitate sein können, und vor allem auch welche Tiere sie anlocken und ihnen Lebensraum bieten. Geplant ist die Installation von Info-Schildern inkl. Barcode, durch die Besucher abrufen können, welche Pflanzen sie hier sehen und welchen ökologischen Nutzen diese haben. Allgemein soll die Fläche einerseits natürlich als Lebensraum für die Natur dienen, aber sie soll zugleich Multiplikator sein und Menschen zum Handeln und Nachmachen animieren.

So lange die Planung des Labyrinths noch nicht möglich ist, möchten wir die Fläche trotzdem weiter ökologisch aufwerten. Hierzu werden wir die Mahd der restlichen Grünfläche selbst übernehmen - bisher hatte der Bauhof hier leider alle Pflanzen abgemäht. Wir möchten nun Wildkräutern einen Raum auf der Fläche bieten. Verschiedene Distelarten, aber auch die purpurrote Taubnessel, Wiesenmargeriten und Färberwaid konnten wir bereits ausmachen.
Neben der Anlage des Labyrinths ist auch die Einrichtung eines Magerrasens geplant.

Auf einer Ausgleichsfläche der Gemeinde Bodenheim haben wir im letzten Herbst zusammen mit dem NABU eine Wildstrauchhecke (270 Pflanzen: Kornelkirsche, Holunder, Pfaffenhütchen, Wildrosen, Hartriegel, Liguster, Schlehe, Weißdorn) sowie eine Eberesche gepflanzt.

Wir betreiben zudem Öffentlichkeitsarbeit:
- Über unsere Website www.mehrnatur.wordpress.com
- Über unsere Facebook-Gruppe
- Über Pressearbeit:
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/zuhause-von-hermelin-und-mauswiesel_21608216
https://www.lokalezeitung.de/2020/04/06/mehr-natur-fuer-bodenheim/

  • Über Anregungen und Kontakt zum Umwelt- und Artenschutzbeauftragten der Gemeinde Bodenheim, sowie zum Bürgermeister. Momentan regen wir die Wildblumenaussaat auf einem Verkehrkreisel im Spätsommer an.
  • Über Kontakte zum örtlichen Bauern- und Winzerverein.
  • Wir thematisieren Rodungen von Hecken in der Gemeinde, die wichtige Futterquellen für Wildbienen und andere Insekten darstellen.
  • Ein Gruppenmitglied wird in kürze eine Ausbildung zum Wildbienenbotschafter des BUND für Umwelt und Naturschutz absolvieren, um thematisch noch mehr in der Materie zu sein, damit wir noch mehr bewegen können.

Standort

55294 Bodenheim

Nachher-Bilder

Gartenstrukturen

Anzahl der Projektbeteiligten

10

Fläche

290 m²

Pflanzliste

Stauden / Zwiebelblüher:
Allium schoenoprasum – Schnitt-Lauch
Aster linosyris (Galatella linosyris) – Goldhaar-Aster
Buphthalmum salicifolium – Weidenblättr. Ochsenauge
Campanula portenschlangiana – Dalmatiner-Glockenblume
Campanula rotundifolia – Rundblättrige Glockenblume
Centaurea scabiosa ssp. scabiosa – Skabiosen-Flockenblume
Ligustrum vulgare Atrovirens – Wintergrüner Liguster
Lotus corniculatus – Gewöhnl. Hornklee
Muscari latifolium – Traubenhyazinthe
Petrorhagia saxifraga – Steinbrech-Felsennelke
Potentilla tabernaemontani – Frühlings-Fingerkraut
Prunella grandiflora – Großblütige Braunelle
Salvia pratensis – Wiesen-Salbei
Saponaria ocymoides – Kleines Seifenkraut, Rotes S.
Sedum album – Weißer Mauerpfeffer,
Seseli elatum ssp. osseum – Meergrüner Berg-Fenchel
Teucrium chamaedrys – Edel-Gamander
Thymus praecox – Frühblühender Thymian
Alcea rosea var. nigra – Schwarze Gewöhnliche Stockrose
Cardamine pratensis – Wiesen-Schaumkraut
Hyssopus officinalis Rosea – Ysop
Sedum floriferum Wiehenstephaner Gold – Reichblühende Garten-Fetthenne
Ornithogalum – Milchstern
Krokus
Rosmarin
Schmalblättriger Lavendel

Sträucher:
Stachelbeere
Wilde Johannisbeere
Berg-Johannisbeere
Kornelkirsche
Liguster

Bäume:
Felsenahorn

Saatgut:
Insektenfreundliche Mischung von Sperli mit heimischen Blumen.
Ringelblume
Kornblume
Gewürzfenchel
Kapuzinerkresse
Malve