Bereits mit dem Hausbau 1991 wurde ein blütenreicher und insektenfreundlicher Staudengarten mit Teich geplant. Die Realisierung des Gartenteiches musste wegen der Nutzung als Sandkasten durch den Nachwuchs jedoch erst einmal warten.

Heutzutage ist der Teich gefüllt und gut eingewachsen. Schon kurz nach der Fertigstellung siedelten sich zahlreiche Teichbewohner (Mosaikjunfer, Gelber und Blauer Plattbauch, Azurjunfer, Wasserläufer, Rückenschwimmer u.v.m) an. Später kamen Molche und Frösche hinzu. Der Teich dient als Lebensraum, "Badeanstalt", Vogel- und Insektentränke sowie als Standort für zahlreiche Pflanzen.

Der  vorgenannte Teich, sowie ein weiterer kleiner "Molchteich" werden mit Regenwasser gespeist. Ansonsten wird das Regenwasser zur Bewässerung aufgefangen bzw. auf dem Grundstück versickert.

Im Zuge der Straßenbaumaßnahme mussten wir unser Grundstück zur Straße hin neu abfangen und haben uns  hier für heimische Bruchsteinfindlinge entschieden. Auf der neu entstandenen Fläche wurden zahlreiche Blühstauden dicht an dicht gepflanzt, so dass der Pflegeaufwand hier sehr gering ist.

Besonders im Innenbereich des Grundstücks konnten wir die Artenvielfalt in Bezug auf Insekten und Pflanzen durch gezielte Anpflanzungen und Pflege (weniger mähen) in den letzten Jahren enorm steigern.

Die bestehende, jedoch noch nicht so ganz artenreiche Wildblumenwiese haben wir 2019 und 2020 durch inselförmiges Abtragen der Grassoden sowie das Abmagern des verbleibenden Erdreichs mit Sand und dem Einpflanzen von vorgezogenen, größeren, überwiegend 2-Jährigen Stauden  wie verschiedene Glockenblumen, Storchenschnäbel, Lichtnelken,  Natternköpfen, Wicken- und Kleesorten, Oregano, Blutweiderich, Thymian, Nachtkerzen, Wasserdost, Wiesensalbei u.v.m. im Bezug auf die Artenvielfalt aufgewertet.

Durch nicht, bzw. nur wenig gemähte Bereiche, die früher  als Heuwiese und Bauerngarten dienten wurde die Erfahrung gemacht, dass Blumensamen Jahrzehnte im Boden überdauern können: Da blüten plötzlich duftende Nachtviolen, Mariendisteln, Labkraut, Spitzwegerich, Scharfgarbe, Rotklee, Pimpernelle, Wiesenschaumkraut, Witwenblumen, Ehrenpreis, Günsel, Brunelle u.v.m. sowie ca. 15 verschiedene Gräser.

Wenn doch gemäht werden muss, mähe ich Teilbereiche mit einem kleinen Handmähgerät mit waagerechten Scherköpfen und trockne das Gras. Haustier-, und Pferde- und Eselbesitzer nehmen das kräuterreiche Heu gerne ab.

Im Herbst 2019 haben wir 2 größere Kirchlorbeersträucher gefällt und auf der verbleibenden Fläche ebenfalls Wildblumen gepflanzt. In die verbleibenden Pflanzlücken wurde im Frühjahr Saatgut von einjährigen Pflanzen gestreut.

Der Baum- und Heckenbestand (Obstbäume, Kastanie, ca. 100-jährige Hainbuche und Wildhecken) auf dem angrenzenden, ehemaligen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsgrundstück wurde ergänzt und auf dem übrigen Grundstücksteil wurden in den letzten Jahren Wildhecken und Einzelgehölze gepflanzt.

Ergänzend zur Blütenvielfalt gibt es Schatten- und Brennnesselecken,  Hecken und Heckentunnel, Totholz- und Lesesteinhaufen, Trockenmauern, Komposthaufen, Vogelkästen, Insektenhotels, Igelverstecke und „unaufgeräumte Ecken“.

Neben unzähligen Insektenarten fühlen sich auch Vögel, Amphibien und sonstige Kleintiere auf dem Naturgartengrundstück wohl. Igel haben sich wieder angesiedelt und uns mit ihrem „Igelkarussel“ fasziniert.

Durch die Teilnahme an den Naturgartentagen in Heidelberg haben wir uns immer mehr für unsere Insektenwelt und die zu ihnen gehörende Wildpflanzen interressiert. Zusätzlich hat uns zahlreiche Fachliteratur auf unserem Weg unterstützt und inspiriert. Einige Beispiele:  "Der Wildbienenhelfer" von Anja Eder, "Der Biogarten" von Marie-Luise Kreuter,  "Die Naturgartenbaubücher Band 1 und 2" von Reinhard Witt, Die Enzyklopädie "Essbare Wildpflanzen" aus dem AT-Verlag u.v.m.. Das Internet bittet weitere gute Informationsquellen.

Zusätzlich zum Naturgarten betreiben wir ein kleines Gewächshaus und Hochbeete für den Eigenbedarf. Es ist erstaunlich, wieviel die ca. 3 qm große Hochbeetfläche an Ertrag bringt. Als nächste Aktion ist, anstelle des defekten Zaunes,  ein grenzüberschreitendes Hochbeet zusammen mit dem Nachbar geplant.

Im Naturgarten gibt es immer was Neues zu entdecken, er ist nie langweilig und statisch. Ständig können wir neue Arten finden und bestimmen.

Wir lieben unserem Naturgarten und haben viel Freude daran, dass wir mit dem Garten einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten zu können.

 

Standort des Beitrags

51702 Bergneustadt

Nachher-Bilder

Gartenstrukturen

Anzahl der Projektbeteiligten

4

Quadratmeter

1500 m²

Pflanzliste

Stauden

  • Priemeln
  • Bergenie
  • Wasserdost
  • Knoblauchsrauke
  • Blutweiderich
  • Mädesüß
  • Wurmfarn
  • Rainfarn
  • Angelika
  • Süßdolde
  • wilde und gezüchtete Storchenschnäbel
  • Fette Henne
  • Salamonssiegel
  • weiße und rosa Sterndolde
  • weiße und pinke Spornblume
  • Funkien
  • u.v.m.

Pflanzen innerhalb Blumenwiese

  • verwilderte Krokuse
  • verwilderte Narzissen
  • Gelber Waldstern
  • Silbertaler
  • Gänseblümchen
  • Margariten
  • Witwenblumen
  • Wiesenschaumkraut
  • Ferkelskraut,
  • Moschusmalve
  • Pimpernelle
  • Günsel
  • Brunelle
  • Johanniskraut
  • Echtes Leinkraut,
  • versch. Labkräuter
  • Wiesensalbei
  • Wiesenstorchenschnabel
  • Ehrenpreis
  • Gänseblümchen
  • Vergißmeinnicht
  • Wiesenbärenklau
  • Wärmeliebender Saum (Saatgut von Rieger Hofmann)
  • Fugenmischung (Saatgut von Rieger Hofmann)
  • Saatgutmischung für Schmetterlinge über NABU (Rieger/Hoffmann)
  • u.v.m.

Gehölze

  • Obstbäume
  • Hängeulme
  • Esche
  • Ahorn
  • Kastanie
  • Tanne mit unzähligen Spitzen und dichtem Geäst (unser Vogelnistbaum)
  • Holunder
  • Hartriegel
  • Linguster
  • Hainbuche (ca. 100 jahre alter Grenzbaum)
  • Wilde Hecke mit Hain-, Rot- und Blutbuchen, Eibe, Haselnuss und Felsenbirne
  • Efeubüsche mit Blüten
  • Buchsbaumhecke
  • u.v.m.

 

Insgesamt kommen wir auf über 250 Pflanzenarten.

Besonders stolz sind wir auf unsere vielen essbaren Wildpflanzen und Kräuter.  Viele “Unkräuter” wie Giersch, Miere und Brennnesseln usw. lassen sich durch aufessen reduzieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zur Gruppe

Durch unsere Zugehörigkeit im Naturgarten e.V. können wir uns mit anderen Mitgliedern gut über Naturgartenthemen austauschen. Der Naturgartenverein ist in Nichtcoronazeiten mit Infoständen auf vielen Gartenveranstaltungen und Naturinformationstagen vertreten. Im Moment tauschen wir uns überwiegend per Internet aus und es werden auch schon mal Samentütchen hin und her geschickt. 2019 haben wir das erste Mal an einer Gartenforte teilgenommen und waren erstaunt, wieviel Menschen sich für einen naturnahen Garten interessieren. Durch viele Gespräche konnten wir den ein oder anderen von dieser Art der Gartenanlage begeistern. Wir betreiben unseren Naturgarten im "Familienbetrieb". Bei größeren Maßnahmen lassen wir uns erfahrene Naturgärtner unterstützen. Der NABU hat uns sowohl eine Plakete für einen schmetterlingsfreundlichen Garten wie auch für ein fledermausfreundliches Haus verliehen.