Das Marburger Gartenprojekt hatte von Anfang an eine eigenwillige Anbaupraxis, die alle ‘ernsthaften’ GemüsegärtnerInnen verwundern dürfte: Wandernde Wildpflanzen, in zunächst überschaubarer Menge gesät oder gepflanzt, übernahmen so manches Beet und wurden geduldet. Im Zweifel betrachtete man sie als Gründüngung:0) Schwerpunkte des ökologischen Projekts sind der Anbau alter und ausschließlich samenfester Gemüsesorten und eben auch das Nebeneinander von Wildpflanzen und Gemüse. Auf nicht gerade unbeträchtlichen Flächen wachsen ganze Beete, z.B. voller Färberkamille oder Rotem Fingerhut. Quasi alle Beete sind durchsetzt von sich selbst versamenden Wild- und Bienenpflanzen.So entstand eine überbordende, wilde Ästhetik, die allen Insekten, aber eben auch dem Auge zugute kam. Und was stört oder zuviel wird, kann ja gejätet werden.

Über die Jahre konnten wir beobachten, welche Pflanzen hochbeliebt bei Insekten bzw. Bienen sind: Der Top-Favorit bei Hummeln ist Roter Fingerhut. Oder doch Purpurleinkraut? Honigbienen lieben ganz klar eine namenlose Blauminze, deren Sortenetikett verschollen ist. Und Wildbienen finden sich – ganz diskret und je nach Art – mal hier und mal dort ein: Auf den unzähligen heimischen Wildpflanzen, die eine beschauliche Koexistenz mit alten Gemüsesorten und Bauernblumen führen.

Ach ja: Wir haben zudem einen Teich angelegt, eine Benjeshecke aufgeschichtet, sowie Wildrosen und Weiden gepflanzt.

Gartenstrukturen

Quadratmeter

2500 m²

Pflanzliste

Echtes und Wiesen- Labkraut, Roter Fingerhut, Akelei, Pfirsichblättrige Glockenblume, Alant, Stockrosen, Blauminze, Schafgarbe, Ringelblume, Borretsch, Klatschmohn, Kornblume, Taubenkropfleimkraut, Karthäusernelken, Thymian, Gemeiner Dost, Rote und Weiße Lichtnelke, Nachtkerze, Lungenkraut, Lavendel, Muskatellersalbei, Wilde Karde, Johanniskraut, Lunaria und Linaria, Moschusmalve, Reseda, Färberwaid, Färberkamille, Echte Kamille, Wasserdost, Bergminze, Heidenelke, Stockrose, Seifenkraut, Blauer Lein, Frauenmantel, Milchstern, Königskerze, Jakobsleiter, Fetthenne, Herzgespann, Nelkenleimkraut, Orangerotes Habichtskraut, Ysop, Schnittlauch, Pimpinelle, Kleiner Sauerampfer, Spornblume, Wimperperlgras, Blaues Schillergras, Reitgras, Staudenwicke, Zottelwicke, Buchweizen, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume, Ruprechtskraut, Traubenhyazinthen, Beinwell usw…

Rosen:

Rosa pimpinellifolia “Glory of Edzell”
Rosa villosa “Duplex”
Rosa rubiginosa “Fritz Nobis”

Informationen zur Gruppe

Der Verein ist aus einer studentischen Initiative entstanden, die eine ungenutzte Wiese in der Stadt ergattern und pachten konnte. Neben dem Anbau eigener Lebensmittel, lag von Anfang an ein Schwerpunkt auf der Pflanzung und Aussaat heimischer Wildblumen für Insekten.Die Gruppe freut sich über Neuzugang!!! Mehr Bilder und Info: https://wachsen-lassen.blogspot.de/