Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 432.778 m²

Meine Familie und ich sind insgesamt sehr naturverbunden, wir pflegen bereits eine Streuobstwiese (siehe zusätzlicher Beitrag) und haben unser Firmengelände insektenfreundlich gestaltet. Hier haben wir auch einen kleinen Weg mit vier ansprechenden Informationstafeln über Wildbienen angelegt.

2018 konnten wir gegenüber dem Grundstück mit den Informationstafeln zusätzlich ein Grundstück kaufen. Es liegt direkt am Ortseingang und diente bis dahin ausschließlich als "Hundetoilette". Es wuchsen nur Gras und jede Menge Unkräuter wie Melde, Knöterich, Ampfer oder Ackerwinde. Im ersten Jahr haben wir das Grundstück eingezäunt und erst einmal ruhen lassen.

2019 konnten wir bereits einen kleinen Teil (etwa 1/3) an der Wohnstraße strukturieren, bis größere gesundheitliche Probleme zu einer "Zwangspause" führten.  Seitdem gehen wir den "Weg der kleinen Schritte", aber es sind Schritte in die richtige Richtung. Auch wenn wir zu Beginn vielfach belächelt wurden, möchten wir hier einen Garten für die Vielfalt anlegen und damit auch andere motivieren ähnliches zu tun. Da unser Grundstück sehr zentral gelegen ist und sehr viele Wanderer auf dem Weg zum örtlichen Premium-Wanderweg "Wilgartswieser Biosphären-Pfad" oder auf dem Weg zur Ruine Falkenburg hier vorbeikommen, entstehen viele nette Gespräche direkt am Gartenzaun.

Zur Sensibilisierung unserer Mitmenschen haben wir in den letzten beiden Jahren bereits Vorträge organisiert, sowie Führungen und Wildbienenprojekten mit Kindergärten und Grundschulen durchgeführt. 2019 habe ich außerdem eine Fortbildung als BUND-Wildbienenbotschafterin gemacht. Vor Corona waren zusammen mit unserer Urlaubsregion auch Führungen und eine Bienensafari an den Informationsschildern und im nahegelegenen Naturschutzgebiet geplant. Unser Garten sollte zusätzlich als Ergänzung dienen und zeigen, dass jeder selbst etwas für die Vielfalt tun kann. Leider mussten diese Projekte aufgrund der Pandemie ausfallen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Möglicherweise hat uns diese Pandemie aber auch die Chance gegeben, ganz andere Menschen zu erreicht, die ohne den "Lockdown" niemals zu einer themenbezogenen Wanderung oder einem Wildbienenprojekt gekommen wären. So waren sie auf der Suche nach Ruhe und Erholung in der näheren Heimat unterwegs und ihr Weg führte sie direkt an unserem Garten vorbei. Während manche einfach nur staunend am Gartenzaun verweilten, bekundeten andere großes Interesse. Vielfach bekamen wir das Kompliment, dass unser Garten "Lust aufs Gärtnern" machen würde, was uns mit großem Stolz erfüllt. Nachdem Anfang Juni das SWR-Fernsehen bei uns zu Besuch war und die Wetterbilder aus unserem Garten sendete, kamen in der Folgezeit sogar ganz gezielt Menschen zu uns, um unseren Garten zu sehen und eine kleine Führung zu erhalten.

Unser Fazit zum Wettbewerbsende fällt sehr positiv aus. Wir konnten im Jahreskreislauf rund vierzig verschiedene Wildbienenarten und viele weitere Insekten bei uns beobachten. Einige davon konnten wir durch gezielte Anpflanzungen und Strukturen erstmals bei uns beobachten (z.B. die Bärenklau-Sandbiene und die Spalten-Wollbiene). Einerseits ist es sehr traurig, andererseits macht es uns auch ein bisschen stolz, dass wir mehreren Tieren eine Lebensinsel bieten konnten, die sich bereits auf der Roten Liste befinden und teilweise sogar als sehr gefährdet eingestuft werden. Wo wären all diese Insekten, wenn unser Garten noch so wie vor einem Jahr aussehen würde? Wir konnten auch sehr viele wunderbare Gespräche am Gartenzaun führen. Ob es die Menschen zum Umdenken bringt, erfährt man nur selten, aber sicher bringen diese Gespräch zumindest zum Nachdenken. In den letzten Julitagen war auch eine Redakteurin unserer regionalen Tageszeitung zu Besuch um unseren Garten zu portraitieren. In einer neuen Serie sollen die Leser hier zum Gärtnern für die Artenvielfalt animiert werden. Wir hoffen, dass unser Beitrag mithilft um andere Menschen zu motivieren, damit sich noch mehr Menschen für unsere schützenswerte Natur einsetzen.

Damit dies gelingt, besprechen wir derzeit gerade mit der Grafikagentur, die auch unsere Wildbienenschilder gestaltet hat, die Entwürfe, da wir mit informativen Schildern über die Bedeutung und den Nutzen von naturnahen Gärten und Streuobstwiesen aufklären wollen. Leider hat es mit der Beschilderung nicht mehr vor dem Wettbewerbsende geklappt. Mit all unserem Tun wollen wir zeigen, dass Jeder und Jede selbst etwas tun kann, auch wenn es nur kleine Schritte sind. Jeder Quadratmeter zählt und alles was wir an Engagement und Kraft in die Natur hineinlegen, gibt sie uns auf vielfache Weise zurück!

Standort

76848

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Aktions-Bilder

Nachher-Bilder

Anzahl der Projektbeteiligten

4

Quadratmeter

640

Pflanzliste

Bereits 2019 gepflanzt oder “wild” gekommen:

Blutweiderich, Brennnessel, Dill, div. Disteln, Ehrenpreis, Eibisch, Fenchel, Herzgespann, Echte Kamille, verschiedene Kleearten (Rotklee, Wundklee, Steinklee, Hopfenklee), Knoblauchsrauke, verschiedene Königskerzen, weiße Lichtnelke, Löwenzahn, Mädesüß, Mohn, unzählige Nachtkerzen, Natternkopf, Pfefferminz, Rainfarn, verschiedene Salbeiarten, Schafgarbe, Spitzwegerich, Wegwarte, Wilde Möhre, Wollziest, Zitronenmelisse

Brombeeren, Erdbeeren, Faulbaum, Hasel, Harlekinweide, Himbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren, Pflaumenbaum, Stachelbeeren, Wilde Rose (Apothekerrose)

Frühblüher: Elfenkrokusse, Krokusse, Milchstern, Schachbrettblume, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen, Wilde Tulpen, div. Zierlaucharten

2020 neu gepflanzt:

Ackerkrummhals, Akelei, Bergflockenblume, Borretsch, Braunellen, Breitblättrige Platterbse, Disteln (Kratzdistel, Kugeldistel, Mariendistel), Dornige Hauhechel, Eisenkraut, Esparsette, Echinacea, Färberkamille, Färberwaid, Fetthenne, Fingerhut, Frühlingsplatterbse, Gamander, Gewöhnliche Hundszunge, Jakobsleiter, Johanniskraut, Karthäusernelke, Katzenminze, Knautien, Küchenschelle, Leinkraut, wildes Löwenmäulchen, Malven, Mannstreu, Mondviolen, Muskatellersalbei, Ochsenzunge, Reseden, Ringelblumen, Schlitzkarde, Skabiosen, Sonnenblumen, Steppensalbei, ungefüllte Stockrosen, Taubenkopfleinkraut, Taubnesseln, Vexiernelke. Wiesenflockenblume, Wiesensalbei, Wilde Karde, Ysop, verschiedene Zierlauchsorten.

Verschiedene Gemüse, verschiedene Küchen- und Teekräuter

Salweide

Informationen zur Gruppe

In erster Linie besteht die Gruppe aus meiner Familie, zu der zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren gehören. Sofern schwere körperliche Arbeiten anstehen, holen wir uns Hilfe aus der erweiterten Familie hinzu, die unser Engagement ebenfalls sehr gut finden.