• Ich habe einen 1500qm großen Garten, den ich seit ca. 3 Jahren zum Teil mit Hilfe von Freunden sukzessive in Richtung Naturgarten umwandele. Im letzten Herbst haben wir ein großes Insektenhotel gebaut und darin biete ich unterschiedliches  Nistmaterial an. Es wird im ersten Jahr schon recht gut angenommen.

Mehrere Beete habe ich neu angelegt, bzw. komplett umgestaltet. Ich habe sie abgemagert und mit einheimischen Pflanzen (Stauden, Sträucher und Zwiebeln) in Biolandquälität neu angelegt, dabei habe ich in der Auswahl sehr auf den Nutzen für Insekten und Vögel geachtet und dass möglichst ein ganzjähriges Nahrungsangebot besteht.

Ich habe meine Gartenphilosophie komplett geändert, musste früher alles kurz gemäht sein und “Unkraut” radikal bekämpft werden, so erfreue ich mich jetzt daran, dass der Klee im Rasen blüht, die Hummeln darin ihre Nahrung finden und wenn ein Fingerhut, eine Akelei, ein Mohn oder sogar ein Muskatellersalbei eine Fuge erobert und sich den schmalen Platz als Standort sichert, dann klatsche ich heute Beifall.

Der Natur Raum geben, Fläche vorbereiten, einen Anschub geben und sie dann einfach mal machen lassen.  Die Pflanzen suchen sich ihren Standort aus, mal einfach die Zügel aus der Hand geben und nur eingreifen, wenn etwas zu groß oder zu dominant wird oder ungebe(e)tene Gäste zu große Ansprüche erheben und sich einnisten wollen.

Ein Naturgarten ist ein Quell der Freude und bereitet mittelfristig viel, viel weniger Arbeit. In den abgemagerten Beeten hat man viel weniger Wildkrauteintrag, man muss nicht gießen, denn die einheimischen Pflanzen kommen gut auch mit Trockenphasen zurecht. Und ein Naturgarten ist spannend. Jedes Jahr verändert er sich und gestaltet sich von allein um. Pflanzen kommen und gehen, mal für immer, mal nur vorübergehend. Für Bienen und Hummeln ist ein Naturgarten ein Paradies.

Ich versuche zum Wohlbefinden meiner tierischen Gartenbesucher beizutragen.  Zum Beispiel mit flachen Wasserschalen, mit und ohne Steine darin, damit die Insekten gefahrlos darin trinken können, die Vögel darin baden können und die Igel auch bei der Trockenheit nicht dursten müssen.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Ich finde ein Garten ist schön, wenn er bunt ist und Leben darin ist; wenn es darin summt und brummt und wenn die Vögel darin Nistmöglichkeiten und Futter finden. Diese Schönheit habe ich auch viele Jahre gar nicht wahrgenommen, aber ich möchte diese Erkenntnis nie mehr missen und würde mir sehr wünschen, wenn noch viel mehr Menschen “Schönheit” im gleichen Sinne definieren würden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachher-Bilder

Quadratmeter

1500 m²

Pflanzliste

Die Saat für den Pflanzkreis bestand aus einer Mischung für Wildbienen und einer für Hummeln zusammengestellt von Syringa. Alle Pflanzen der Mischungen sind im 2. Jahr vertreten.

Neu gesetzte Gehölze im letzten Herbst für eine Vogelschutzhecke (nicht auf den Bildern):roter Holunder, Berberitze, Kupferfelsenbirne, Blasenstrauch, Kornelkirsche, gewöhnlicher Schneeball, Heckenkirsche, Apothekerrosen.

Die Pflanzen und Zwiebeln, die ich neu gepflanzt habe alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, von Akelei bis Ziest ist alles dabei. Ca 100 qm habe ich umgestaltet und in der Neuanlage ausschließlich heimische Pflanzen gewählt. Ich habe beim Kauf auf Qualität geachtet und nur in Bioland zertifizierten Gärtnereien gekauft, bzw. ich habe die Pflanzen von Freunden bekommen, die sie als Ableger aus ihrem Naturgarten gezogen haben.

Informationen zur Gruppe

Ich bin Einzelperson im Privatgarten, habe aber Hilfe von guten Freunden, die schon 8 Jahre einen Naturgarten haben. Ihr Garten hat mich zum Umdenken und Umgestalten bewogen und dient mir als Vorbild.