Wir sind eine 5-gruppige Kita, im Wertheimer Stadtteil Bestenheid. Der Bezug zur Natur wird in unserem naturnah angelegten Garten, angrenzend an einen Wald großgeschrieben. Hier gibt es nicht nur für unsere Kinder, sondern auch für alle Insekten viel zu entdecken.

An einer ruhigen Stelle des Gartens befindet sich unser erstklassiges Bienen- und Insektenhotel. Die Kinder wirkten bei der Gestaltung und dem Befüllen des Insektenhotels aktiv mit. Dadurch lernten sie, welche Naturmaterialien für die Wildbienen wichtig sind und wurden somit auch für den Umgang mit dem Hotel sensibilisiert. Die Kinder verbringen gerne ihre Zeit davor und beobachten das rege Treiben der Bienchen. An dem Hotel finden sie und die Eltern ein Informationsblatt zu den Bewohnern. So können sie die Inhalte aus den Bildern und dem Text gleich mit der Praxis verknüpfen und verstehen.

Schnell sein lohnt sich, da schon sehr viele Ziegeln, Strohhalme, Bambusstöcke usw. von den Insekten als Brutstätte für ihren Nachwuchs genutzt werden.

Damit auch für die Verpflegung unserer kleinen Gartenbewohner gesorgt ist, umschließt eine Wildblumen-Entdeckerwiese das Areal um das Hotel. An anderen Stellen unseres Gartens gibt es auch viele bunte Blüten, zum Beispiel bei unserem Weiden-Tippie. Hier wird es für Kind und Biene niemals langweilig.

Ab Sommer 2020 sind auch unsere beiden Trockenmauern, rund um das Insektenhotel bezugsfertig. Vielleicht findet auch die Eidechse, die wir in unserem Garten beobachten konnten, dort eine gemütliche Wohnung?

Unser Garten ist ein Zuhause für Bienen unterschiedlicher Art. Im Frühling, wenn es warm wird, können wir an einem kleinen Abhang Sand- oder Erdbienen beobachten. Diese schlüpfen vollgeladen mit ganz viel Blütenstaub und Nektar in die kleinen Löcher in der Erde, um dort die Larven ihrer Brut zu versorgen.

Ausreichend Nahrung finden sie vor allem im Frühling und Frühsommer an den vielen unterschiedlichen Bäumen und Büschen unseres Gartens. Wir haben hierbei großen Wert darauf gelegt, heimische Früchte wie z.B. Felsenbirne, Blutpflaume, Aronia-Beere, Cornel-Kirsche, Himbeeren u.a. anzubauen, die im Laufe des Sommers auch von den Kindern geerntet werden können. Für die Schmetterlinge gibt es zusätzlich einige Schmetterlingsflieder-Büsche.

Dieses Jahr konnten wir voller Begeisterung zum ersten Mal die Blattschneidebiene beobachten, die voller Eifer große Blattstücke in eine Holzspalte transportierte, um dort ein „Nest“ für ihre Larven zu bauen. Unsere Kinder sind sehr gute Detektive, die sofort einige Sträucher im Garten entdeckten, aus denen die Bienen ihre fast kreisrunden Blattstücke zum Bau holten.

Als Tränke für die Insekten und Vögel dient ein kleiner Brunnen. Eine Solarzelle auf dem Dach unseres Lehmbackofens treibt diesen an.

Ein weiteres Highlight unseres Außengeländes sind die Kräuterspirale und im Anschluss daran unsere beiden Hochbeete. Die Hochbeete werden jedes Jahr von den Kindern selbst bepflanzt. Beim Säen der Tomaten- und Gurkensamen bekommen die Kinder einen Einblick in die Entstehung unserer Lebensmittel. Ganz gespannt werden die kleinen Gewächshäuschen von den Kindern beobachtet und gegossen. Wenn die Pflanzen groß genug sind, ziehen diese in die Hochbeete um. Die Kinder verfolgen aufmerksam, wie die Pflanzen Blüten bekommen, von den Bienen bestäubt werden und schließlich die Früchte heranwachsen. Natürlich schmeckt das selbst angebaute Gemüse aus dem Kindergarten am besten!

Abfälle und Pflanzenreste aus dem Garten werden in unserem Grünzeug-Nest gesammelt. Dort findet man immer sehr viele Insekten und kann diese ausgiebig beobachten. Außerdem wachsen hier auch unterschiedliche Blumen und Pflanzen, die an der selben Stelle durch die Samen der alten Blüten wild aufgehen. In diesem Jahr ist eine Sonnenblume schon ganz groß geworden, obwohl wir gar nichts dazu getan haben.

Uns als Erziehern ist es ein großes Anliegen, die ganzen Lernangebote der Natur in den Alltag der Kinder zu integrieren. Dadurch erlernen die Kinder ganz automatisch eine Wertschätzung gegenüber der Natur und ihrer Lebewesen. Die Kinder begleiten und gestalten alle Prozesse, die im Laufe des Kita-Jahres im Garten stattfinden, aktiv mit. Sie steigern somit stetig ihre Kompetenzen im Bereich Umweltbewusstsein und erachten dies als selbstverständlich.

Denn nur wenn es in unserem Garten summt und brummt, geht es allen gut. ☺

Standort des Beitrags

97877

Anzahl der Projektbeteiligten

20

Quadratmeter

das gesamte Außengelände der Kita umfasst ca. 400 m²

Pflanzliste

In unserem gesamten Garten befinden sich zu 90% heimische Bäume, Sträuche und Wiesen.

Wie z.B: heimische Obstbäume /-sträucher:

Felsenbirne Busch + Baum

verschiedene Wildkirschen

Steinweichsel

2 Blutpflaumen

Aprikosenbaum

2 Esskastanien

Himbeerbüsche

Erdbeeren

Aroniabeere

Cornel-Kirsche

Zudem befinden sich im Außengelände einige Buchenhecken, diverse Weiden und einige Schmetterlingsflieder-Büsche.

 

Unsere Entdeckerwiese wurde mit einer Wiesensamenmischung für Magerrasen gesät.

 

Informationen zur Gruppe

Die Gartenanlage wird von allen Erziehern und Kindern im Alltag gepflegt und weiter entwickelt. Ideen der Kinder werden hierbei mit eingebaut und gemeinsam, individuell umgesetzt. Projekte wie z.B. der Bau des Insektenhotels, wurden in der Lokalpresse vorgestellt.