Die erfreuliche Platzierung bei „Wir tun was für Bienen“ 2018 hat uns darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Und mehr noch: durch die mediale Berichterstattung über unser Tun (z.B. hier oder hier oder hier) sind verschiedene Gruppen auf unseren Garten aufmerksam geworden – Heimatpfleger, BUND, NABU, Landfrauen, Gartenbesitzer – denen wir gerne Rede und Antwort gestanden haben und auch weiterhin zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bieten wir seitdem Vorträge über und Führungen durch unseren Garten an und nehmen bei den „Offenen Gärten“ teil – bei bisher 2 von insgesamt 3 Veranstaltungstagen kamen jeweils über 80 interessierte Menschen. Zudem besuchen uns in Kürze ein Kindergarten und eine Grundschulklasse – früh übt sich, wer ein Naturschützer werden will 😉

Wer rastet, der rostet – was also hat sich im „Hortus Quercuum“ getan?

Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb, und so haben wir den „frühen Start (ab Herbst 2018)“ genutzt und das Gartenjahr 2018 wie folgt „ruhig“ ausklingen lassen:

  • Pflanzung von 18 Obstbäumen – hierbei hat uns die 10. Klasse einer Sekundarschule tatkräftig unterstützt und die Aktion auch in ihrer Schülerzeitung verewigt
  • Pflanzung weiterer 10 Gehölze wie z.B. Einheimische Heckenkirsche
  • Setzen von über 1.000 Frühblühern/Zwiebeln
  • Erstellung eines Magerbeetes inklusive Initialbepflanzung
  • Bau einer mannshohen Steinpyramide mit Mauswieselunterkunft
  • Aufbau eines klassischen Bauerngartens mit Pflanzung einer einfriedenden Hecke (32 Gehölze) und einiger Stauden im Hotspot-Bereich
  • Sonstiges bis März 2019: Stämme einer Walnuss und Unmengen an Totholz konnten in den Hortus geholt werden

Im Aktionszeitraum 2019 ging es dann so weiter:

  • Bepflanzen der Baumscheiben
  • Bepflanzen der Ertragszone im Bauerngarten inkl. Blühendem wie z.B. Gewürzfenchel
  • Ausgestaltung der Hotspot-Zone im Bauerngarten mit z.B. Mauerpfeffer und Hauswurzen
  • Ergänzung der Pufferzone im Bauerngarten mit verschiedenen mehrjährigen Stauden und Naturmodulen (Wurzeln & Steinhaufen)
  • Bepflanzung einer im März/April gebauten, 70m langen Wallhecke mit vorerst 25 Gehölzen (u.a. Ahorn, Haselnuss, gew. Schneeball, Weiden), Einsaat der Gründündung (Ackerbohnen) auf der gesamten Hecke
  • Pflanzung weiterer 25 Gehölze auf dem Grundstück, z.B. Wildapfel
  • Bau eines Flachwasserteichs für gefährdete Amphibien
  • Anlage weiterer Naturmodule (Totholz, Wurzeln, Lesesteinhaufen, Sumpfbeet…)
  • Abmagerung von ca. 2.000m² der Streuobstwiese durch Heugewinnung mittels einer manuellen Heupresse (großes Hauptbild und Video).

Wer rastet, der rostet – wie geht es 2020 weiter? Das wissen auch wir noch nicht 🙂

 

Standort des Beitrags

Stemwede

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Vorher-Bilder

Aktions-Bilder

Nachher-Bilder

Quadratmeter

400m² umgewandelt plus ca. 2.000m² der Wiesenfläche welche abgemagert wurde m²

Pflanzliste

Frühblüher/Zwiebeln -> über 1.000 Stück, Herbst 2018

Kaiserkronen, Allium Sphaerocephalon, Stern von Bethlehem, Wildtulpen, Dichternarzissen, Elfenkrokusse, Safran Krokusse, Blausterne und etliche Traubenhyazinthen aus Nachbars Garten umgesiedelt.

Streuobstwiese/Obstbäume -> 18 Stück, Herbst 2018

Celler Dickstiel, Doppelte Philipsbirne, 2x Finkenwerder Herbstprinz, Gellerts Butterbirne, Große Prinzessin, Hedelfinger Riesenkirsche, Herrenhäuser Christbirne, 2x Holsteiner Cox, Horneburger Pfannkuchenapfel, Konstaninopeler Apfelquitte, Nordhäuser Winterforelle, Rote Sternrenette, Roter Boskoop, Schneiders Späte Knorpelkirsche, Schöner von Boskoop, unbekannter Winterapfel (veredelt im Frühjahr 2018)

Bauerngarten

Blühendes in der Ertragszone:
Bohnenkraut, Borretsch, Buschbohnen, Gewürzfenchel, Stangenbohnen, Schlangengurken, Kartoffeln, Knoblauch, Zucchini, Kapuzinerkresse, Halloweenkürbis, Mais. Gedultet werden auch essbare Wildkräuter wie z.B. Breit- und Spitzwegerich oder Gundermann.

Blühendes im Hotspot-Bereich:
Fette Henne, Hauswurze, gew. Hornklee, Färber Hundskamille, Malve, Mauerpfeffer, Nachtkerze, Ringelblumen, Sedum, Sonnenblumen

Gehölze in der Pufferzone -> 32 Stück, Herbstpflanzung
In den Ecken: Sorbus aucuparia, Eberesche
Ostseite: Hedera helix Arborescens, Strauchefeu
Westseite: Crataegus laevigata – Zweigriffliger Weißdorn & Cornus mas – Kornelkirsche
Nordseite: Ligustrum vulgare – Einheimischer Liguster, Berberis vulgaris – gewöhnliche Berberitze, Colutea arborescens – Gew. Blasenstrauch, Viburnum lantana – Wolliger Schneeball, Acer campestre – Feld-Ahorn
Südseite (Ableger eines Nachbarns): Rose Leda, Rose Gallica officinalis, Rose alba Maidens Blush, Rose de Rescht, Rose Violacea, unbekannte Wildrose

Sonstige Gehölze im Bauerngarten: Ginster, Salix Caprea Pendula – Hängende Kätzchenweide und eine unbekannte Weide

Blühendes in der Pufferzone:
Beinwell, Lungenkraut, gew. Reiherschnabel, Schneeheide, Waldmeister

Baumscheibenbepflanzung/Stauden -> 18 Baumscheiben (je 3m²) mit je ca. 15-20 Pflanzen

Ackerbohne, Akelei, Beinwell, Brennnessel, Erdbeeren, Fingerhut, Gundermann, Hornklee, Kamille, Kapuzinerkresse, Malve, Nachtkerze, Pfefferminze
Ringelblume, Rote Taubnessel, Steinklee, Vogelmiere, Weiße Taubnessel, Winterpostelein, Zitronenmelisse

Wallhecke/Gehölze -> 25 Stück

(Ackerbohnen als Gründüngung)
Bergahorn, Faulbaum, Haselnuss, Johannisbeeren aus Steckholz, Liguster aus Steckholz, gem. Schneeball, Spitzahorn, Weiden aus Steckholz, Weißdorn

Sonstige Pflanzungen auf dem Grundstück/Gehölze -> 35 Stück (10 davon im Herbst 2018 gepflanzt)

Malus communis – Wildapfel, Sambucus nigra – Schwarzer Holunder, Rosa canina – Hundsrose, Lonicera xylosteum – Einheimische Heckenkirsche, Lonicera purpusii – Frühblühende Heckenkirsche, Hippophae rhamnoides – Sanddorn, Prunus spinosa – Schlehe, Salweide als Steckholz, Ligustrum vulgare – Einheimischer Liguster, Berberis vulgaris – gewöhnliche Berberitze, Colutea arborescens – Gew. Blasenstrauch, Viburnum lantana – Wolliger Schneeball, Acer campestre – Feld-Ahorn

Sonstige Pflanzungen auf dem Grundstück

2x Lonicera henryi – Wintergrünes Geißblatt, 6x Rhabarber

Informationen zur Gruppe

„Hortus Quercuum“, das sind Lena und Thomas Fenne mit den Kindern Tom (8) und Ole (5), wohnhaft in der Gemeinde Stemwede in Ostwestfalen. Seit 2017 wird das Grundstück (8.100 qm) nach und nach in einen „Hortus“ nach dem Drei-Zonen-Konzept von Markus Gastl umgewandelt und die 3 Bereiche Pufferzone, Hotspot-Zone und Ertragszone gewinnen mehr und mehr an ökologischem Wert. Wir freuen uns über jeden interessierten Besucher im Rahmen von Führungen oder beim „Offenen Garten“. In ungezählten Gesprächen versuchen wir unsere Leidenschaft für den Naturschutz zu transportieren und konnten bei einigen Gästen schon das „Feuer entfachen“. Kleine Anekdote: von einem Ehepaar haben wir vor 2 Jahren nicht gebrauchte Sandsteine geschenkt bekommen. Nach dem letzten „Offenen Garten“-Termin meinten sie dann halb scherzhaft: „Wir hätten dann jetzt gerne unsere Steine zurück“ – die beiden waren fasziniert von den mit Sedum bepflanzten Steinpyramiden. Wir freuen uns auch besonders über die ganz kleinen Besucher (Kindergarten, Grundschule; Lena ist vom BUND Niedersachsen ausgebildete Streuobstwiesen-Pädagogin); Naturschutz kann nicht früh genug gelehrt bzw. erlebt werden.