Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 479.833 m²

Mit der Teilnahme am Wettbewerb möchte ich meine aktuelle Situation in Bezug auf Vorfreude und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

Unsere Kleingartenanlage liegt mitten im schwäbischen Streuobstparadies und ist eine kleine Oase der Ruhe, Freude und Gemeinschaft.
Die Gartenanlage gehört zu den neueren Anlagen in Deutschland (Baujahr 1980) und ist aktuell 41 Jahre alt. Ich habe das große Glück seit meiner frühesten Kindheit dort meine Freizeit verbringen zu dürfen. Meine Eltern sind Pächter der ersten Stunde im Verein und haben sich dort ihr persönliches Paradies geschaffen.

Ich durfte den Kleingarten und seine Umwelt genießen und hatte immer viele Spielkameraden, Platz und Natur um mich herum.
Leider verstarb mein Vater früh, so dass der Garten für meine Mutter und mich lang ein Teil der Erinnerung und heile Welt geblieben sind. Lange wurde vieles so erhalten wie es war, vermutlich um sich zu erinnern. Mit den Jahren stieg das grundsätzliche Interesse immer mehr, so dass die maßgebliche Rolle auf der Parzelle von meiner Mutter auf mich überging - Sie ist bis heute die Pächterin. Es wurde angefangen anders zu gestalten und neue Ideen einfließen zu lassen - die Grundstruktur aber bis heute gleichblieben.

In der Gemeinschaft, in diesem Fall im Verein der Gartenfreunde gehört es ebenfalls dazu Verantwortung zu übernehmen. So wurde ich vom Besitzer im Jahr 2015 zum 1. Vorsitzenden und durfte mittlerweile die ebenso Ausbildung zum Fachberater durch den Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V. besuchen und bin sehr dankbar dafür. In dieser Zeit (vor allem den letzten fünf Jahren) wurde mein Verständnis für Nachhaltigkeit, Biodiversität und die Veränderungen durch den Klimawandel immer größer.

Wie kann ein Verein langfristig bestehen?
Wie kann Kleingartenarbeit auch mit der nächsten Generation erfolgreich sein?
Was muss ein Kleingarten für mich heute und auch in Zukunft erfüllen?
Immer wieder kommt man hier an den gleichen Punkt:

"Was kann ich tun?"

Ich wusste, die Parzelle kann mehr an die Natur zurückgeben. So wurde ein Hortus daraus, der Hortus Bubo.

Trockenmauer, Mulchen mit Rasenschnitt, Mischkultur wurden Teil des Kleingartens und meiner gärtnerischen Ansicht.
In den ersten beiden Jahren wurde fragend geschaut, warum der Rasenschnitt nicht auf dem Kompost landet oder weggefahren wird.
Mittlerweile kann ich mich an manchen Tagen kaum vor Rasenschnitt retten, denn die Nachbarn versorgen mich mittlerweile regelmäßig mit Mulchmaterial.

Mehr Raum der Natur zu überlassen und trotzdem Kleingartenkonform zu sein, das wurde zu meiner Idee.
Eine Totholzhecke hat es neben den Komposter geschafft, Wasserflächen wurden geschaffen, Vogeltränken aufgebaut.

Seit Anfang diesen Jahres ist meine Motivation nun noch eine ganze andere. Meine Frau und ich erwarten im September unser erstes Kind.
Da wurde mein Entschluss gefasst, ich nehme am Wettbewerb teil. Es muss mehr Leben in den Garten, es soll noch mehr summen und brummen.
Wir tun was für die Bienen! Gleichzeitig soll dies mein Willkommensgeschenk für unseren Nachwuchs sein um von Anfang an zu erleben was Natur, Gärtnern, eigenes Gemüse und vieles mehr bedeutet! Unser Kind soll in einer "anderen" Natur groß werden!

Zusammengefasst sind die Beweggründe klar:

Die Dankbarkeit für die Arbeit und Leistung meiner Eltern in der Vergangenheit.

Darüber hinaus um dem Ort, welcher mir als Kind und bis heute so viele schöne Momente geschenkt hat noch mehr zurück zu geben.

Und vorallem deshalb um der nächsten Generation einen Ort zu zeigen und zu bieten, welcher noch mehr Einklang und die Förderung unserer Natur zeigen sollen - als Versprechen in die Zukunft!

Folgende Projekte wurden umgesetzt oder sollen während dem Wettbewerbszeitraum umgesetzt werden:

  • Neugestaltung des Staudenbeetes am Eingang der Parzelle
  • Anlegen einer Totholzhecke
  • Schaffung von zusätzlichen Wasserflächen für die Bienen als Tränke
  • Pflanzen von Blumenzwiebeln
  • Retten von Pflanzen, welche andere nicht mehr haben möchten
  • Anlegen von Wildblumenbereichen
  • Erweiterung des Pollen- und Nektarangebot auf der Parzelle
  • Finalisierung des Wildbienenhotels auf der Parzelle
  • Erweiterung der Staudenrabatte zur Nachbarparzelle

Öffentlichkeitsarbeit läuft parallel über den Instragram Channel @Streuobstkind.
Ebenso ist die Parzelle Teil der Gesamtanlage, welche in diesem Jahr am Landeskleingartenwettbewerb des Landesverbands der Gartenfreunde Baden-Württemberg teilnimmt und auch einen Beitrag bei "Wir tun was für Bienen!" 2021 einreichen wird.

Standort

73265 Dettingen unter Teck

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Anzahl der Projektbeteiligten

2

Fläche

350 m²

Pflanzliste

Die Pflanzliste wurde erweitert um die Info, ob die Pflanze neu gekauft, getauscht oder anderweitig erworben wurde.
Es war mir wichtig ebenso in der Umgebung Ausschau zu halten, ob und wer etwas abzugeben, zu verschenken oder zu verkaufen hat.
Es muss nicht immer alles “neu gekauft” werden, wenn es auch lokal eine Möglichkeit gib etwas privat zu erwerben.
Mir was es wichtig, einfach Pflanzen zu erhalten, welche an einem anderen Ort auf den Kompost geflogen wären.

Nicht alles ist heimisch, aber der größte Teil.
Die durchwachsende Silphie ist ein Versuch, das Argentisches Eisenkraut und die Zwergkierkirsche gefallen mir persönlich einfach sehr.
Sind leider nicht heimisch, aber trotzdem nützlich.

Stauden
6 x Argentinisches Eisenkraut – gekauft
1 x Pfingstrose (Sorte unbekannt – rosa blühend) – aus einem umgestalteten Garten gerettet
3 x Waldgeisbart (Aruncus Dioicus) – gekauft
5 x Katzenminze (Nepeta faasenii) – gekauft
9 x Salbei (Salvia Nemorosa)  – gekauft
3 x Schleierkraut (Gysophila repens) – gekaufen
2 x (Verbena “bonariensis) – gekauft
3 x (Phlox paniculata – Bright eyes) – gekauft
3 x Hosta undulata univittata – gekauft
10 x Schleifenblume “Appen Etz” – gekauft
5 x Vergissmeinnicht – als Ableger erhalten
5 x Porzellanblumen – als Ableger erhalten
2 x Margariten – als Ableger erhalten
10 x Feldtyhmian an Unterpflanzung der Baumscheiben der Spindelbäume
2 x Stockrosen
2 x Rittersporn
2 x Frauenmantel
1 x Alant

2 x durchwachsende Silphie  – aus einem umgestalteten Garten gerettet
Die Silphie dient als Versuch und wie diese von den Bienen angenommen werden.

Wiesensaat:
Balsamkraut,
Basilikum,
Echte Schafgarbe,
Färberkamille,
Ringelblume,
Glockenblume,
Kamille,
Klatschmohn,
Koriander
Margerite,
Natterkopf,
Ringelblume,
Samtblume,
Spitzwegerich,
Schafgarbe,
Steinkresse.

Gehölze
1 x Zwerkzierkische “Kojou-no-mai” – gekauft
4 x Blaubeere “Brazelberry” – gekauft
1 x Rose (Chandos Beauty)  – gekauft
1 x Rose (Elbflorenz) – gekauft
1 x Rose (Isabelle Autissier) – gekauft
1 x Rose (Jennifer Rose) – gekauft
1 x Rose (Marie Caroline) – gekauft
1 x rote Weigelie – gekauft
1 x Bauernjasmin – gekauft

Zwiebel- und Knollengewächse
10 x Schwertlilien – aus einem umgestalteten Garten gerettet
40 x Traubenhyazinthen – aus einem umgestalteten Garten gerettet
10 x Tulpen (Sorte unbekannt) – aus einem umgestalteten Garten gerettet
10 x Narzissen (Sorte unbekannt) – aus einem umgestalteten Garten gerettet
10 x Allium Drumstick
5 x Allium Sensation
14 x Fritillaria Meleagris
1 x Allium Giganteum
10 x Scilla Non-Scripta white
15 x Crocus Bot. Tricolor

Zwischen die Gemüsesaat auf den Grabeflächen und Hochbeeten wurde noch Akelei und Borretsch ausgebracht, ebenso Kapuzinerkresse und Schnittlauch welcher bewusst blühen darf. Dies ebenfalls zur Erweiterung des Nahrungsangebot bei gleichzeitigem Nutzen in Bezug auf Verhalten von Fraßfeinden, etc.