Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 479.833 m²

Vor drei Jahren hatten wir das Glück den Garten eines früheren Öko-Pioniers zu übernehmen. Der Garten wurde 1986 nach ökologischen Standards erschaffen und ist seither ein Insekten- und Vogelparadies mit viel Nutzen auch für den Mensch.

Wir als junge Familie wollen den Garten auch weiterhin mit Herz und Verstand weiterführen und den ein oder anderen neuen Lebensraum für unsere kleinen Krabbel- und Flugfreunde gestalten.

Da die Gartengestaltung durch uns selbst erfolgt, nehmen wir uns jährlich 2-3 Projekte vor, an denen nach und nach gearbeitet wird. Im letzten Winter befassten wir uns mit einem Hang, welchen wir über eine Trockenmauer abfangen und im unteren Bereich mit einer Matschküche für den Sohn bereichern wollten. Oberhalb der Trockenmauer sollte Raum für eine Blumenwiese entstehen.

Heutzutage werden Trockenmauern häufig mit passgenauen Steinen aus China, mit möglichst geringen Zwischenräumen und mit Kunststoffabdichtplane hinter dem Mauerwerk gebaut. Unsere Vorstellung sieht anders aus:

  • Regionale Sandsteine die vor der Schutthalde bewahrt wurden
  • Zwischenräume zur Besiedelung für Flora und Fauna
  • Natürliche Drainage aus Sand
  • Abdichtung aus Lehm

Der Trockenmauerbau (Nr. 1) erfolgte im Winter, sodass im Frühjahr mit der Bepflanzung zwischen den Steinen und auf der Fläche oberhalb der Mauer begonnen werden konnte. Das Sand / Lehm-Gemisch, das durch die Erdarbeiten übrig blieb, wurde hinter dem Haus aufgeschüttet und auch schon von der ein oder anderen Sandbiene bezogen. In die Fugen setzte eine unserer wertvollen Gartenomas verschiedene Sedumarten, die sie aus dem Freundeskreis organisierte. Bei der Blumenwiese, die auf der Trockenmauer gedeihen sollte, entschieden wir uns für das regionale Saatgut „Veitshöchheimer Bienenweide“.

Neben diesem Hauptprojekt erfolgten einige Ergänzungspflanzungen in den diversen Staudenbeeten (Nr. 9; und neben 1) und dem mediterranen Sonnenbeet (Nr. 2). In letzterem wurden auch noch zwei kleine Trockenmäuerchen integriert. Im Garten verteilt wurden Ohrwurmbehausungen aufgestellt (mit Stroh gefüllte Tontöpfchen insb. Nr. 8). Außerdem wurden diverse Laubbäume und Eiben gepflanzt um das Kleinklima des Gartens perspektivisch zu optimieren (u. a. Nr. 9, 10, 6). Für eine sinnvolle Zwischennutzung wurden die „Brachflächen“ am Schaukelhang und an der Einfahrt mit Blühmischungen besäht (Nr. 3 und 7).

Rückschnitte aus dem Garten werden nicht zur Kompostieranlage gefahren, sondern in einer Benjeshecke (Nr. 6) aufgeschichtet oder zum mulchen für die Gemüsebeete gehäckselt. Längere Äste wurden um die Blutpflaume herum zu einem Tipi  (Nr. 6) gestellt. In diesem zog sogleich ein Amselpärchen ein und fing das brüten an. Wurzeln und gröberes Schnittgut wurden auf einem separaten Haufen  (Nr. 6) aufgetürmt und so für Tiere noch einmal nutzbar gemacht. Vorhandene Steine für künftige Projekte wurden in diversen Steinhaufen (Nr. 7, neben und hinter Nr. 1) zwischengelagert, die innerhalb weniger Tage von verschiedenen Tierchen besiedelt wurden. Einige Brombeerastschnitte /Nr. 4 und 5) wurden aufrecht verankert um Solitairbienenarten eine Nistmöglichkeit zu bieten. Und seit gestern machen wir uns daran unsere abgelagerten Eichenklötze zur Nisthilfe umzuarbeiten.

Große Öffentlichkeitsarbeit betrieben wir bislang nicht, es sind aber ein paar kleine Ideen für die Zukunft vorhanden. Wir erzählten vielen Menschen von unserer Wettbewerbsteilnahme und wollen durch die "Naturgarten-Zertifizierung" die übermorgen durchgeführt wird publik machen, dass Gärten pflegeleicht, naturnah, kindgerecht und für Mensch und Tier nützlich sein können.

Für uns ist unser Garten Teamwork. Teamwork aus Pflanzen, Tieren und uns. Jeder trägt seinen Teil zu der Gestaltung bei und letztendlich ist es Dreamwork, denn keine Arbeit ist wertvoller als die Arbeit an und mit der Natur.

Standort

90556 Cadolzburg

Nachher-Bilder

Anzahl der Projektbeteiligten

3

Fläche

60 m²

Pflanzliste

Erst einmal muss ein großes Danke an all unsere Pflanzensponsoren insbesondere unsere wertvollen Gartenomas (Kräuteromi Mira und Oma Gabi) inkl. deren Freunden gesagt werden. Ohne ihre Fachexpertise, Ideen und grünen Mitbringsel wären wir noch lange nicht so vielfältig unterwegs wie wir es aktuell sind.

Neben einigen Eiben wurden folgende Laubbäume / Gehölze gesetzt:

  • Marone (Nr. 1)
  • Walnuss (Nr. 7)
  • Apfeldorn (Nr. 10)
  • zwei Maulbeerbäume (Nr. 6)
  • Winterlinde (Nr. 10)
  • Gleditschie (Nr. 9)
  • Birnbaum (Nr. 8)
  • Vogelbeere (Nr. 6)
  • Abelie (Nr. 10)
  • Flieder (Nr. 9)

Im mediterranen Sonnenbeet (Nr. 2) zogen folgende Kräuter ein:

  • verschiedene Thymianarten (+ Nr. 8 und Nr. 1)
  • verschiedene Salbeiarten
  • mehrere Lavendelstöcke
  • Olivenkraut
  • Katzenminze
  • Oregano
  • Majoran

An verschiedenen Stellen (insb. Nr. 8 + 9) wurden folgende Stauden gesetzt:

  • verschiedene Astern (Schattenastern und Sonnenastern)
  • Sonnenblumen
  • Sonnenauge
  • Ochsenauge
  • Herkulesstaude
  • Euphorbie
  • Funkien
  • Christrosen
  • Phlox
  • Bergenien
  • Alant (vielen lieben Dank Johanna)
  • viele verschiedene Sedumarten
  • Wermut
  • noch mehr Johanniskraut (es wuchert schon an vielen Stellen im Garten)
  • Lungenkraut
  • Herzgespann
  • Wiesensalbei
  • Schafgarbe
  • Feldthymian (sehr viel)
  • spanisches Gänseblümchen
  • Bartblume
  • einheimische Goldrute
  • Knöterich
  • Storchschnabel

Blühmischungen:

  • Veitshöchheimer Bienenweide (Nr. 1)
  • diverse weitere Bienenweiden-Mischungen (Nr. 3 und 7)

Nutzpflanzen (Nr. 8):

  • viele Himbeerstöcke
  • viele Erdbeerpflanzen
  • drei Blaubeerstöcke
  • drei Cranberries
  • Kürbis, Melonen und Gurkenarten
  • Tomaten, Paprika und Chilipflanzen
  • Fenchel und Dill
  • diverse Kohlarten
  • Möhren (die dürfen z. T. im 2. Jahr auch blühen)
  • Zwiebeln (auch die dürfen teilw. blühen)
  • Erbsen und Bohnenarten
  • Variation aus Minzsorten
  • Aubergine
  • Salate (die dürfen auch blühen)
  • mehrere Artischocken zur Ergänzung des bestehenden Artischockenbeetes

Daneben wurde die Versamung der bestehenden Wildpflanzen unterstützt z. B.:

  • Klatschmohn
  • Nachtkerze
  • Königskerze
  • Natternkopf
  • Wegwarte
  • Ringelblume
  • Cosmea
  • Akelei
  • Stockrosen
  • Löwenzahn 🙂

Gründüngung (Nr. 8):

  • Wickroggen
  • Phacelia
  • Feldsalat
  • Spinat