Das Projekt Insektenwiese entstand mitten im „Lockdown“. Am 23.03.2020 wurde die Idee geboren und bereits 5 Tage später rückte PS-unterstützte Hilfe an.

Es war als Experiment gedacht. Sozusagen ein Selbstversuch.

Unser „Insektenprojekt“ publik zu machen, war so eigentlich nicht geplant... Erst in der Sommerausgabe des „SaarJäger“ erfuhr ich vom Wettbewerb „Wir tun was für Bienen“ und mir war sofort klar; da ist jemand, den könnte unsere kleine Geschichte interessieren.

Ich habe im letzten Jahr einen Imkerlehrgang besucht und auch meinen Sohn (15 Jahre) mit diesem „Virus“ infiziert. So lag das anlegen einer Insektenwiese nicht weit. Welche Blüten es braucht, um unseren Kleinsten genügend Nahrung zu bieten, war bekannt. Der Samen wurde einerseits bereits im Vorjahr an bestehenden Beeten und Wiesenrändern gepflückt. Der „Rest“ war schnell bestellt und dabei explizit auf heimische Arten geachtet. Die Auflistung der gewählten Pflanzenarten erfahren Sie nachfolgend.

Wir haben eine sehr große Wiese, welche nur einmal jährlich gemäht wird. Der Grund hierfür ist das gewollte  Aussamen und eine zeitweise Stilllegung der Fläche. Die Mahd erfolgte bisher immer im Spätsommer und dient den Pferden unseres Bauern als unbehandeltes Rauhfutter während der Wintermonate.

Aber nun zum Projekt. Geplant war ursprünglich eine Fläche von 6m x 100m. Nachdem diese jedoch vom Pflug in kürzester Zeit umgebrochen war, entschlossen wir uns kurzerhand eine 2. Fläche am Ende der großen Wiese anzulegen. So könnten die Insekten praktisch von Bluemen-Insel zu Blumen-Insel fliegen und sich solange wie möglich mit Nahrung versorgen. Die zweite Fläche wurde 3m x 100m und befindet sich direkt neben einem großen Gerstenschlag.

So unkompliziert und schnell das pflügen auch ging ... so mühsam war das ablesen der Grassoden. Wir arbeiteten wirklich gründlich, denn der Einsatz von Herbiziden kam keinesfalls in Frage! Wurzelwerk wurde entfernt und größere Steine ausgelesen. Anschließend die Erde geglättet. Das Säen erfolgte händisch. Der Grund: die konventionelle Saatmaschine konnte die zum Teil pfefferkorngrossen Samen nicht legen. Unser Samen-Sand-Gemisch wäre einfach durchgerutscht. Also säten wir wie zu den Zeiten unserer Großeltern.

Die nächste Hürde: Verschiedene Samen erfordern eben auch unterschiedliche Aussaathöhen. Während die Sonnenblume zum Beispiel knapp 2cm unter der Erde zu keimen beginnen möchte (Dunkelkeimer), hatten wir auch Lichtkeimer wie das Schleierkraut. Um es jeden Recht zu tun, wurden beide Flächen nach der Aussaat eingeharkt.

Die Aussaat der 2. kleineren Fläche folgte 2 Wochen versetzt um insgesamt eine möglichst abwechslungsreiche und lange Blühdauer zu erzielen.

Nun kam das große Warten. Die anhaltende Trockenheiten und der späte Frost im April ließ alle Hoffnung auf ein baldiges keimen schwinden und noch im Juni waren wir über den Aufgang der Saat recht enttäuscht.

Doch „gut Ding braucht Weile“! Ende Juni erfreuen uns die ersten Blüten von Mohn und Kornblume. Seither begrüßen uns fast täglich neue Blüten und lassen unser Herz und das der Insekten höher schlagen. Nicht nur meine 5 Bienenvölker profitieren vom Nektarreichtum. Alle Arten von Insekten, seien es Wild-/Bienen, Falter, Schmetterlinge, Hummeln, Grashüpfer, Ohrenkneifer und alle, die ich jetzt in meiner Aufzählung vergessen habe. Es schwirrt, brummt und summt. Unsere Insektenwiese wird auch von Vögeln und selbst von Fledermäusen besucht. Die Insekten dienen eben auch weiteren Arten zu deren Erhalt.

Eine Mahd der Wiesen ist nicht geplant. Nur so können die Stängel auch als Insekten-Puppenstube für das kommende Jahr dienen.

Insgesamt ist unser Grundstück sehr naturnah aufgebaut. Und das nicht erst seit diesem Jahr! Komposthaufen, Totholzecken, Insektenhotels in verschiedensten Ausführungen, mehrere kleine Tränken für kleine und größere Tiere, der Anbau von verschiedenen Beerensträuchern und alten Obstbäumen. Neben unseren Bienen leben auch Hühner und Tauben auf dem Hof.

Wir leben VON und MIT der Natur - das macht uns sehr stolz.

Standort des Beitrags

08491

Nachher-Bilder

Anzahl der Projektbeteiligten

3

Quadratmeter

900 m²

Pflanzliste

Agrostemma githago – Kornrade, Centaurea cyanus – Kornblume, Calendula officinalis- Ringelblume, Gypsophila elegans – Schleierkraut, Papaver rhoeas – Klatschmohn, Anethum graveolens – Dill, Lunaria annua – Judassilberling, Chrysanthemum max. – Weisse Margerite, Hesperis matronalis – Nachtviole, Amaranthus c. – Fuchsschwanz, Anthriscus c. – Kerbel, Anthemis tictoria – Färberkamille, Lupinus p. – Lupine, Convolvulus t. – Trichterwinde, Salvia o.- Salbei, Thymus s. – Thymian, Aquilegia c – Akelei, Ammi majus – Ammei, Digitalis p. – Gartenfingerhut, Campanula medium – Glockenblume, Nigella o. – gelbe Nigelle, Nigella damascena – Jungfer im Grünen, Matthiola bicornis – Gemshorn, Silene compacta – Leimkraut, Linum grandiflorum – Lein, Malva moschata – Moschusmalve, Echium p. – Natternkopf, Dianthus barbatus – Bartnelke, Lychnis v.- Lichtnelke, Reseda o., Delphinium c. – Feldrittersporn, Scabiosa a., Achillea f. – Schafgarbe, Myosotis a. – Vergissmeinnicht, Viola c. – AckerstiefmütterchenAdonis aestivalis – Adonisröschen, Callistephus chinensis – Aster, Agrostemma githago – Kornrade, Amaranthus – Fuchsschwanz, Centaurea cyanus – Kornblume, Cosmos bipinnatus – Cosmee, Cynoglossum amabile – Chin.Vergissmeinnicht, Lupinus polyphyllus – Lupine, Coreopsis tinctoria – Mädchenauge, Lavatera trimestris – Malven, Chrysanthemum – Margerite, Echium plantagineum – Natterkopf, Calendula – Ringelblume, Lobularia maritima – Steinkraut, Gypsophila elegans – Schleierkraut, Eschscholzia californica – Kalifornischer Mohn, Gaillardia aristata – Kokardenblume, Helianthus annus – Sonnenblume, Nemophila menziesii – Liebeshainblume, Papaver rhoeas – Klatschmohn, Phacelia tanacetifolia b. Bienenfreund, Phlox paniculata – Sommerphlox, Tropeolum majus – Kapuzinerkresse, Zinnia elegans – Zinnie u.a.Lobularia maritima – Steinkraut, Cynoglossum amabile – Chines. Vergissmeinnicht, Anthriscus cerefolium  – Kerbel, Daucus carota – Möhre, Borago officinalis – Borretsch, Callistephus chinensis  – Aster,  Matricaria chamomilla  – Kamille, Ipomea purpurea  – Winde, Delphinium ajacis – Rittersporn, Calendula officinalis  – Ringelblumen, Echium plantagineum – Natternkopf,  Eschscholzia californica – Kalifornischer Mohn, Gaillardia aristata – Kokardenblume, Helianthus annus – Sonnenblume, Lavatera trimestris – Malve, Nemophila menziesii – Liebeshainblume, Papaver rhoeas – Klatschmohn, Phacelia tanacetifolia b. – Bienenfreund, Reseda odorata – Reseda, Echinacea – Sonnenhut,  Scabiosa – Skabiose,  Tagetes – Studentenblume, Tropeolum majus – Kapuzinerkresse u. a.Anthemis tinctoria – Färberkamille, Chrysanthemum carinatum – Wucherblume, Ipomoea – Winde, Coreopsis tinctoria Schöngesicht, Cosmos sulphureus – Schmuckkörbchen, Cynoglossum officinale – Hundszunge, Consolida – Feldrittersporn, Echium plantagineum – Natternkopf, Calendula officinalis – Ringelblume, Eschscholzia californica – Kalifornischer Mohn, Gaillardia aristata – Kokardenblume, Helianthus annus – Sonnenblume, Malva moschata. L. – Wilde Malve, Nemophila menziesii – Liebeshainblume, Papaver rhoeas – Klatschmohn, Phlox – Flammenblume, Rudbeckia – Sonnenhut, Weissklee, Schwedenklee, Bockhornklee, Rotklee u.a.

Mehrfachnennungen sind möglich.

Informationen zur Gruppe

Die Idee für die Blumenwiese hatte eigentlich mein Mann. Alle Familienmitglieder sind sehr naturnah ausgerichtet, daher wurde die Idee sehr schnell und außerordentlich aktiv vorangetrieben. Die Auswahl des Samens durfte ich treffen. Letztlich halfen alle Familienmitglieder beim umsetzen des ehrgeizigen Projektes mit. Für die Technik war mein Mann zuständig. Für "Buddelarbeiten" und das verlesen der Steine unser Sohn und ich. Ein Bericht über unser Insektenparadies wurde in der regionalen Tagespresse veröffentlicht. Innerhalb unserer doch recht großen Familie wird das Thema "Insekten" seither oft diskutiert und findet auch im Kleineren Anwendung, wenn es heißt: Kompost, naturnaher Garten, Insektenhotel. Es wurde in der kurzen Zeit ein Selbstläufer und regt Freunde, Nachbarn und (Un-)Bekannte zum nachahmen an. Solche Projekte sind definitiv keine Frage des Geldbeutels! 1g Samen pro Quadratmeter... das nenne ich effektiv! Bildungsarbeit wird im kommenden Jahr aktiv betrieben - dann befinde ich mich in der Ausbildung zum Pädagogen. Grundschulen und Kindergärten wurden bereits akquiriert und warten ungeduldig auf den Start. Begonnen wird hier mit dem ausbringen von Samen in den bereits jetzt vorbereiteten Samentütchen! Ich freue mich darauf!! PS: Eine Nachahmung des Projektes ist ausdrücklich erwünscht!